Die geografischen Koordinatendaten des Kaps der Guten Hoffnung lauten 34° 21' 26'' S, 18° 28' 25'' E. Der Ausblick am südwestlichsten Punkt Afrikas ist wunderschön. Der südlichste Punkt ist eigentlich das Kap Agulhas, etwa 80 Kilometer weiter östlich und vor allem circa 50 Kilometer südlicher.
Angekommen am Parkplatz des Leuchtturmes vermissen wir die Paviane, vor denen immer wieder gewarnt wird und die in jedem Reisebericht erwähnt werden.
Natürlich wandern wir zu Fuß zum Leuchtturm hoch und nehmen nicht die Bahn (diese wurde in den
letzten Jahren neu gebaut. Der Blick zum Diaz-Strand und zum Kap ist leider etwas diesig, obwohl die Sonne rauskommt und wir ohne Jacke uns zum Lighthouse hochquälen.
Anschließend sparen wir uns den Auf- und Abstieg zum Cape of Good Hope und fahren mit dem Auto hin.
Es ist, wie nicht anders erwartet, sehr windig am Kap der Stürme. Nachdem eine Truppe Asiaten sich hat fotografieren lassen, bekommen wir auch noch unser Bild von uns am Kap.
Über Kommetje und den Chapman’s Peak Drive (ich finde ihn gar nicht so beeindruckend, schön ja, aber…) fahren wir wieder nach Camps Bay. Dort stellen wir fest, dass der Tafelberg ohne Wolken ist und düsen zur Bodenstation. Tatsächlich können wir um 17 Uhr die Gondel zum Table Mountain hoch nehmen. Oben ist es „sau“kalt, 10°C, man mag die Hände kaum aus den Taschen nehmen, da auch hier ein mehr als leichtes Lüftchen weht. Nach dem Essen gehen wir kurz in die Info am Clock Tower und buchen für den morgigen Tag eine Townshiptour und eine Fahrt zur Robben Island (die einzige Möglichkeit da hinzukommen, denn die Fähre ist für die nächsten 3 Tage ausgebucht, scheint öfter zu passieren.)
In den Townships von Kapstadt (Afrika)
Heute müssen wir eher frühstücken, da wir um 9.30 Uhr am Clock Tower zur Townshiptour abgeholt werden.
Das Frühstück ist, wie fast bei allen B+B's, super üppig, zuerst kann man sich am Müslibuffet bedienen, dann gibt es Früchte und Joghurt, dann Eier nach Wahl mit Speck und Beilagen (Tomaten, sausage, beacon, mushroms), aber es ist auch, wie erwartet, afrikanisch. Die Lady serviert erst die Früchte, wenn die aufgegessen sind, fragt sie irgendwann nach den Eiern, die auch erst dann zubereitet werden (obwohl wir jeden Tag das gleiche nehmen). Zeit muss man schon haben in Afrika.
Pünktlich sind wir am Infocenter. Es ist sehr windig und an der Fähre nach Robben Island steht schon: 'cancelled due to the rough weather.'
Also wird es wohl nichts mit der Inseltour.
Zunächst geht es jedoch in die Townships. Erster Stopp ist der Distrikt Six, hier haben früher Schwarze gewohnt, bis die Stadt ihre Häuser abgerissen hat, heute stehen dort nur noch die Kirchen, die durfte man nicht mit dem Bulldozer niedermachen, ein Museum und die neu gebaute Universität. Viele Flächen sind noch unbebaut.
Danach ging es nach Langa, dem ältesten Township Kapstadts.
Townships haben in Afrika eine lange Tradition, bis zum Ende der Apartheid waren die Townships für Weiße mehr oder minder tabu.
Unsere europäischen Vorstellungen von Townships sind immer noch aus dieser Zeit geprägt.
In den Townships wohnt heute nicht nur der arme Teil der Bevölkerung. Nach dem Ende der Apartheid etabliert sich dort ganz allmählich eine Mittelschicht. Es gibt sogar wirklich luxuriöse Häuser. Die Bewohner der Townshipvillen sind Lehrer, Angestellte, ja sogar Unternehmer und Ärzte - Menschen mit einem geregelten und guten Einkommen.
Khayelitsha ist das jüngste Township im Großraum Kapstadt. Es wurde 1983 gegründet und war für 40.000 Menschen geplant.
Regierung und Hilfsorganisationen errichten in Khayelitsha und anderen Townships so genannte Low Cost Häuser. Das sind einfache Häuser aus Stein oder aus Holz mit einer Wohnfläche zwischen 27 und 32 Quadratmetern. Wenn die Häuser ans Stromnetz angeschlossen sind, gibt es Stromzähler, in die eine Chipkarte eingeführt werden muss - so wie bei aufladbaren Telefonkarten. Auf die Chipkarte wird ein bestimmter Betrag einbezahlt, und die Karte wird in den Stromzähler gesteckt. Diese Art der Stromversorgung funktioniert allerdings auch nur in den strukturierten Teilen der Townships.
Das eigentliche Problem in Afrika allgemein stellen die sogenannten Squatter-Camps da. Jeden Tag entstehen illegal neue, primitive Hütten. Sie besitzen weder fließendes Wasser noch Strom.
Man schätzt, dass etwa 80 Prozent der fast immer aus anderen Teilen Afrikas illegal eingewanderten Menschen keine Arbeit haben und zwangsläufig in die Kriminalität abrutschen. Gemessen an den Einwanderungsproblemen Süd-Afrikas sind die Handvoll
Boatpeople auf den Kanaren, die durch unsere Zeitungen geistern, eine Witznummer.
In Khayelitsha, geplant für 40.000 Menschen, leben heute leben mehr als 1,5 Millionen. Entsprechend unzureichend sind die sanitären Einrichtungen.
Wir besuchen eine Baptistenkirche und nehmen eine halbe Stunde am Gottesdienst teil. Der läuft ganz anders ab als unserer. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, die Leute sind deutlich jünger als unsere Kirchenbesucher und beim Gesang geht da fast die Post ab, es wird geklatscht und getanzt. Wir versuchen diese Stimmung mit diskreten Fotos einzufangen, es herrscht eine sehr positive und freundliche Atmosphäre.
Etwa 200.000 Sangomas - traditionelle Natur- oder Wunderheiler - praktizieren in Süd-Afrika. Das sind weitaus mehr als Ärzte, die ihr Handwerk an einer Universität gelernt haben. Nach Schätzungen konsultieren am Kap 70 Prozent der Bevölkerung bei Gesundheitsproblemen einen Naturheiler.
Die Naturheiler wissen um die Wirkstoffe von Pflanzen oder anderer Substanzen. Große Pharmakonzerne interessieren sich zunehmend für den noch ungehobenen Wissensschatz der Naturheiler.
Manche Sangomas behaupten, auch AIDS heilen zu können. Für ihre gutgläubigen Patienten bedeutet das den vorzeitigen Tod. Die Zahlen sind erschreckend. In Süd-Afrika infizieren sich täglich 1.500 Menschen mit HIV. Die Epidemie breitet sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird sich am Kap voraussichtlich von derzeit 60 Jahren auf 40 Jahre reduzieren.
Bei einem Sangoma machen wir halt und bekommen Einblick in die afrikanische Medizin – beeindruckend, seltsam, suspekt.
Unser Führer erklärt uns das er natürlich auch zu einem Sangomas geht und der ihm immer helfen konnte.
Hier eine kleine Auswahl der Hilfsmittel (Apotheke), Schlangen und Affen sind immer dabei.
Süd-Afrika und der Wein
Süd-Afrika gehört zu den wichtigsten Weinproduzenten der Welt. Aus dem Land stammen Weine, die mittlerweile unter Fachleuten zu den besten der Welt gelten. Klasse statt Masse.
Der Weinbau in Süd-Afrika hat eine lange Geschichte. Am 7. April 1652 betrat Jan van Riebeeck in der Tafelbucht beim heutigen Kapstadt südafrikanischen Boden. Die ersten Rebstöcke kamen per Schiff aus Frankreich. Bereits 1659 wurde der erste Wein gekeltert.
1679 wurde die zweite Stadt am Kap, Stellenbosch, gegründet; es ist noch heute das Zentrum des südafrikanischen Weinbaus.
Wir fahren nach Groot Constantia dem ältesten Weingut Süd-Afrikas und haben das Glück die letzte Kellertour des Tages mitzumachen nachdem wir das Museum besucht haben.
Die Tour durch den Keller ist sehr interessant und anschließend dürfen wir noch 5 verschiedene Weine probieren, mit Anleitung zum richtigen Kosten.
Wir überlegen, ob wir uns nicht 1-2 Kisten schicken lassen sollen, bei einem Preis von 4€ pro Flasche eine Überlegung wert. Im Shop erfahren wir dann aber, das der Import einer Kiste mit 6 Flaschen fast 80€ kostet und somit verzichten wir und Dieter trinkt weiter Aldiwein. Vielleicht finden wir ja diesen Wein in Hildesheim auch so in einem Fachgeschäft.
Robben Island haben wir leider nicht gesehen, aber ansonsten haben wir trotz Regen viel von Kapstadt und Umland gesehen und begeben uns auf die Gardenroute.
Die Reise Von Mossel Bay nach Knysna
Mossel Bay, die Stelle an dem die erste Landung duch Europäer an der Ostküste gelang, Batolomeu Diaz 3.2.1488. Hier gibt es einen wunderschönen Strand, aber Muscheln, wie man vermuten könnte, gibt es nicht.
Um 9.30 Uhr haben wir alles gepackt und bringen unsere Post zum Post tree. Der Posttree ist heute ein Briefkasten in Form eines Seemannsstiefels. Seit Vasco da Gama 1797 hier landete, diente der alte Milkwoodbaum und die daran hängenden Seeschuhe als Nachrichtenbörse. Gegenüber besuchen wir auch noch gleich das Diaz-Museum und schauen uns sein Schiff an.
Dieter hat leichte Probleme ein Foto davon zu machen, da andauernd irgendwelche Asiaten darauf herumturnen.
Wir verlassen Mosselbay und fahren nach Oudtshoorn.
Der Besuch einer Straußenfarm gehört zum Standardprogramm, da Conny vor 11 Jahren
schon auf der Highgate-Farm war, entscheiden wir uns für die Safari-Straußenfarm. Wir haben Glück,
denn eine viertel Stunde nach unserer Ankunft findet die nächste Führung statt.
Nachdem wir den Straußenpalast Welgeluk von außen besichtigt haben, geht es zu den kleinen und großen Straußen. Diese Farm hat auch unterschiedliche Strauße aus unterschiedlichen Regionen, Emus aus Australien, rote Strauße aus Kenia (very aggressiv), Simbabwe-Blue und weiße.
Anschließend kam die peinliche Vorführung des Sitzen und Reitens auf einem Strauß. Gut, dass nur einer aus unserer Gruppe das wollte. Dazu wurde das Tier ganz schön eingezwängt in eine Holzstellage, damit überhaupt jemand es besteigen konnte.
Zum guten Abschluss gab es ein Straußenrennen mit zwei Jockeys auf dem weiblichen Strauß „useless“ und dem männlichen „hopeless“. Natürlich gewann die Frau.
Um 2 Uhr brechen wir nach George und Knysna auf. Die Touristikinformationen in Knysna sind leider alle closed, da „workers day“ ist. Da Conny im Internet zu Hause eine Adresse samt Anfahrt einer deutschen Auswandererfamilie herausgesucht habe, rufen wir die erst mal an. Eigentlich will Dieter nicht unbedingt zu Deutschen. Diese fahren leider am nächsten Tag für 2 Monate nach Deutschland, haben aber einen Nachbarn, auch Deutsche, die selbstverständlich auch ein B&B besitzen. An die werden wir vermittelt. Unter Deutschen hilft man sich doch gerne, wir bekommen auch gleich einen Prospekt mit deutschem Netzwerk in die Hand gedrückt. Wir fahren also zur Panorama Lodge und die bringen uns zum „Haus Berlin“. Um 16 Uhr beziehen wir unsere Zimmer und brechen gleich auf, um den Sonnenuntergang an den Heads zu fotografieren. Der fällt aber wegen Nebel aus.
Wie jeden Morgen frühstücken wir um 8.30Uhr auf der Terrasse des B&B mit Blick auf Knysna. Barbara erzählt uns aus ihrem Leben und dass sie die Auswanderung nie bereut hat.
Wir fahren weiter zum Tsitsikamma Park.
Tsitsikamma Park
Der Tsitsikamma National Park wurde 1964 ins Leben gerufen - ist ein 80 Kilometer langer Küstenstreifen zwischen Nature's Valley und der Mündung des Storms River. Den Besucher erwartet hier eine weitgehend unberührte, intakte Naturlandschaft.
Hier gibt es Wellen ohne Ende, wir können uns kaum losreißen, wandern dann aber doch zunächst zum Storms River Mouth und der Hängebrücke darüber. Eine ganz schön wackelige Angelegenheit, besonders wenn mehrere Personen drübergehen.
Die Wanderung hin und zurück ist wie Fitness-Training. Dauernd geht es hoch und runter auf Stufen, die auch noch unterschiedlich hoch sind. Mittags gehen wir ins Restaurant und gönnen uns toasted Sandwiches, wir sitzen auf einer Terasse direkt am Meer
mit Blick auf zu dem berühmten Schietklipp - ein Fels im Meer, der ungewöhnlich hohe, laut donnernde Brandungswellen verursacht.
Anschließend machen wir noch ca. hundert Fotos von den Wellen, dann geht es zurück über Plettenberg und George.
Stellenbosch und Umgebung
Stellenbosch ist das Sinnbild einer romantischen Stadt: Endlose Eichenalleen, gepflegte Parks und Gärten, viktorianische, georgianische, vornehmlich aber kapholländische Architektur in Reinkultur; lauschige Cafés, bezaubernde Restaurants und Lokale, in denen die Weine der Region kredenzt werden.
Simon van der Stel (daher der Name Stel- en- bosch = Wald von Stel) gründete das Städtchen. Heute erstreckt sich das Weinanbaugebiet über 23 private Weingüter die zum Teil sehr romantisch gelegen sind.
Um 13.45Uhr erreichen wir Stellenbosch und befürchten eine geschlossene Info vorzufinden, aber wir werden überrascht. Es sind unzählige B+Bs zur Auswahl, nach Preisen geordnet. Wir möchten am liebsten auf ein Weingut, aber das scheint nicht möglich zu sein. Wir suchen unserer Unterkunft nach dem Prospekt aus und verlassen uns nicht auf die Empfehlung der Lady.
Das erweist sich später als Fehler. Groenvlei hatte aber wirklich den schönsten Prospekt im Bereich 250 bis 299 Rand
aber unserer Meinung nach nur das Prospekt).
Nachdem wir gebucht haben, fahren wir in die Dorpstraat und suchen Oom Samie se Winkel auf, den Dorfladen, der noch so aussieht wie vor 200 Jahren.
Im Pub „deAkker“, einer Studentenkneipe, essen wir zu Mittag, hier erreicht uns auch Christians Abitur-SMS, zur mündlichen Prüfung.
Abschlussbemerkung Conny und Dieter
Wieder einmal hatten wir einen sehr schönen Urlaub im südlichen Afrika
(war ja auch unser Honeymoon trip mit 25 Jahren Verspätung).
Er war ganz anders als unsere bisherigen Reisen nach Namibia, in den Krügerpark oder nach Kenia, ein bischen wie die
Überschrift 'Afrika ohne Tiere'. Natürlich
gibt es die Möglichkeit Gardenroute mit Krüger- oder Addo-Park zu verbinden, wir hatten diesmal nicht die Zeit.
Eins ist sicher, wir kommen bestimmt noch mal wieder !!!
Afrikanisch Meinungen unkommentiert in diesem Reisebericht, nicht gewertet und frei übersetzt aus dem Englischen.