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Mombasa + Diani Beach Badeurlaub, Juli/Aug 2006

Traumstrand Diani Beach

Musiker am strand

Das Hotel ist wirklich erste Klasse. Es liegt direkt am Traumstrand Diani-Beach. Von dem Balkon und dem Zimmer sieht man über einen sehr schönen Garten auf den Indischen Ozean. Es sind überwiegend internationale Gäste hier (Franzosen, Schweizer, Holländer, Italiener, Dänen …). Das Essen ist wie immer in Afrika 'gewöhnungsbedürftig', aber inzwischen schmeckt es uns.

Der Service ist völlig überdimensioniert. Mehrere ‚Mitarbeiter’sind zuständig die Liegen mit Auflagen zu versorgen und Beach-Handtücher zu holen. Uns ist das eher unangenehm bis peinlich, aber so verdienen die hier ihr Geld.
Einmal pro Woche gibt es Dinner am Beach. Dazu tragen zig braun gekleidete Hilfskräfte (wie so Arbeitsameisen) Tische Stühle, Beleuchtung … für 100 – 200 Gäste an den Strand und wieder zurück (Wahnsinn !!!).

Wir sind hier wirklich sportlich richtig aktiv. Beachvolleyball, mit Andi zusammen habe ich das Tischtennis spielen neu entdeckt, so spielen wir meist 2-3-mal am Tag.




Webervogel 1

Webervogel 2

Webervogel 3

In dem wirklich sehr schönen Garten gibt es mehrere Teiche an denen gelbe Webervögel ihre Nester bauen. Nun habe ich mit viel Aufwand versucht ein preisverdächtiges Foto z.B. für Naturfotografie zu machen, die Voraussetzungen sind günstig. Digitalfotos kosten nichts, also kann man fleißig drauf los experimentieren. Hier eins der schönsten, das mindestens mir gut gefällt, ob es zu einer Veröffentlichung reicht, bleibt fraglich.


Nachdem wir schon sehr erholt sind, vielleicht hätte auch 1 Woche Strand gereicht, haben wir uns für eine halbtägige Stadtrundfahrt entschieden (35 Euro pro Person, alle extra Leistungen sind genial teuer). Andi wollte nicht mit, also sind wir zu Dritt früh um 6:50 Uhr gestartet. Für uns vielleicht etwas früher als sonst, für Afrika rel. spät. Das Leben beginnt mit Sonnenaufgang und der Tag ist mit Sonnenuntergang zu Ende. So sind wir auch immer sehr früh im Bett (21:00 Uhr). Mit 'Pollmann' und einem großem Bus ging’s los. Die Lautsprecheranlage verzerrte auf der Fahrt nach Mombasa so stark, sodass die Reiseleiter es aufgaben Durchsagen zu machen. (Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen wie das weitergeht).

Mombasa Fähre

Mombasa Stoßzähne

Mombasa ist eine Insel, von Süden aus muss man mit einer Autofähre übersetzten. (Im Norden gibt es Brücken) Es sind mehrere Roll-on / Roll-off-Fähren im Einsatz alle von 'neustem Modell und super gewartet'. Nachrichten, dass Fähren auf solchen Strecken mal eben so untergehen, erscheint uns irgendwie völlig natürlich und nachvollziehbar. Conny wettet das vorsichte Menschen eine solche Fähre nicht betreten würden.
Wir haben versucht die Kapazitäten abzuschätzen, lagen aber gewaltig daneben, die größte Fähre fasst 3000 Menschen und 60 PKW. Für die Menschen ist die Überfahrt frei, das muss auch so sein, weil 100.000’de jeden Tag auf der Suche nach Arbeit hier morgens kommen und abends die Stadt wieder verlassen. Von morgens 4 bis 8 Uhr ist Rushhour und ein Wahnsinnsandrang. Eine Brücke würde sich anbieten, sie müsste aber sehr hoch sein, da diese wichtigste Hafeneinfahrt von vielen großen Schiffen befahren wird.

In Mombasa haben wir den ersten Punkt Moi Avenue (Elefantenstoßzähne über der Straße) angelaufen. Hier wurden die Deutschen in einer kleinen Gruppe zusammengefasst und wir wurden von einem sehr kompetenten und deutsch sprechenden Reiseleiter übernommen. Willy (war nicht sein vollständiger Name, aber auch nicht nur für uns Deutsche, er meldete sich auch an seinem Handy so). Nach den Stoßzähnen, die irgendwann von der Queen Elisabeth offiziell eröffnet wurden, ging es zum Markplatz. Rund um das Marktgebäude lagern viele Straßenverkäufer, die keine Steuern zahlen und bei Kontrollen hektisch mit Sack und Pack abziehen (wie in Rom, nur hier geht’s nicht um Sonnenbrillen, Stative …, sondern um Gemüse).

Marktfrauen 1

Marktfrauen 2

Drinnen, in einer richtigen Markhalle, sind die Profi-Gemüsehändler, die kleinste Einheit zum Verkauf ist 1 kg. (1 kg Gemüse 50 – 100 Kenia Schillinge). Bei einem Foto am Eingang gibt es etwas Stress mit einer ‚Lady’, weil sie auf einem Foto mit drauf ist und dies absolut nicht wollte (ich habe sie natürlich auch nicht gefragt, wie Willy es vorher empfohlen hatte). Einige einfache Leute glauben mit dem Foto hätten sie auch ihre Seele weg gegeben. Also ab jetzt fragten wir. An jedem Ausstiegspunkt unserer Tour warten die Straßenkinder und betteln, eine sehr traurige Seite Kenias in den großen Städten. Es sind meistens die Kinder von Prostituierten, die auf der Straße leben müssen. Die Frauen kommen in die Stadt um Arbeit zu suchen, haben aber keine andere Chance als ihren Körper anzubieten. Einige dieser ‚Fälle’ haben wir auch im Hotel beobachtet (Weißer, männlich, 50 Jahre, Geld, gutes Englisch mit Schwarze, weiblich, 20 Jahre, super Körper, heiß angezogen). Wie die das wohl mit dem Schutz vor Aids halten?

Holzschnitzer 1

Holzschnitzer 2

Weiter geht es zu einem ‚Künstlerdorf’, eine Art Betrieb, der als Kolchose betrieben wird. Eine große Anzahl Holzhandwerker fertigen die bekannten Holzprodukte, die in einem gemeinsamen Verkaufsraum vertrieben werden. Hier werden die verschiedenen Holzarten, die im wesentlichen den Preis bestimmen, ausgewiesen und man hält sich auch an die Regel: ‚Für jeden gefällten Baum, zwei neue zu pflanzen’. Wir besuchen die Handwerker und diskutieren mit unserem Reiseleiter über dieses Projekt. Dieses Konzept läuft wirklich gut, Willy glaubt, dass man es auf andere Bereiche z.B. die Landwirtschaft übertragen könnte. Ich habe meine Zweifel, da die Kunden hier von außen kommen und Geld in das System pumpen, das bei der Landwirtschaft zunächst mal aus Kenia kommen müsste. Attraktiv ist der Verkaufsraum auch für uns, weil es hier vernünftige Festpreise gibt und das ewige Feilschen entfällt (wenn man was kauft, kann man sicher sein zuviel bezahlt zu haben). Jedes Produkt hat einen Aufkleber mit Preis und ‚Künstlernummer’. 80% des Preises erhält der Handwerker, 20% bekommt das Projekt / die Gemeinschaft. Abends werden Listen mit Nummern ausgelegt und jeder Handwerker, von dem etwas verkauft wurde, kann sich im Büro das Geld abholen. Auch wir erstehen zwei Elefanten aus Ebenholz, einen unweigerlich für einen 'Elefantensammler'. Nach einer 1 stündigen Fahrt (Stau) kommen wir an der Festung Jesus an. Seit Vasco da Gama in Mombasa (1498) zwischengelandet ist, ist dieer Ort umkämpft (Portugiesen, Briten, Scheich von Oman ..). Den Namen hat die Festung weil alle Seefahrer speziell die Portugiesen, neben den wirtschaftlichen Aspekten, immer als Bekehrer unterwegs waren. Auf unseren Fahrten durch die Stadt gibt Willy uns unermüdlich Informationen über das Land, anders als unser schweigsamer Safari-Führer Katana.

Willy

Willys (Führer in Mombasa) sehr differenzierte Sichtweise zu Kenia

Einige seiner Ausführungen, frei übersetzt ins Deutsche:

Aufnahmen die auf der Fahrt durch Kenia entstanden sind (unkommentiert)