Reisebericht Myanmar 2018

Geschrieben von: Conny Beckoetter

Mingalabar!

Mögen alle Lebewesen glücklich, zufrieden und gesund sein!

Der Urlaub der „Füße- waschen- Tücher“

 

Sonntag, 11.2.2018

Flug: Frankfurt – Bangkok 13:45 – 06:20   + 1Tag (Dauer h)

Montag 12.2.2018

Flug: Bangkok – Mandalay 09:50 – 11:15

Htet Htet, unsere Reiseführerin für die nächsten 17 Tage, empfängt uns am Flughafen.

Die 50 km Busfahrt bis zu unserem Hotel, dem Hilton Mandalay, dauert 1 Stunde. In den Randbezirken von Mandalay sieht es fast aus wie in Afrika und sehr staubig ist es.

Unsere Zimmer liegen alle zur Strasse mit Blick auf die Mauern und den Burggraben des alten Königspalastes. Diesen besuchen wir dann auch als erstes. Er wurde im 2. Weltkrieg zerstört bis auf die Außenmauern und den Burggraben. Der ist recht imposant, 52 m breit und 3 m tief flankiert er die 4 mal 2 km langen 8 m hohen Mauern. Von den über 100 Gebäuden auf dem Gelände hat man ca. 40 wieder aufgebaut. Im Zentrum steht der Mandalay Royal Palace, oder Mya Nan San Kyaw. Er beinhaltet einen nachgebauten Thronsaal mit Figuren eines Herrscherpaares. Der original Löwenthron steht im Nationalmuseum in Yangon. Überall laufen Mönche rum und lassen sich gerne fotografieren. Die Gebäude sich prachtvoll mit Schnitzereien und Spiegeln verziert und vieles ist mit goldener Farbe angemalt.

Danach geht es zum Shwenanadaw- Kloster, welches ganz aus Teakholz gebaut und kunstvoll geschnitzt ist. Das „Goldene Palast-Kloster“ ist das einzige Überbleibsel vom einstigen Königspalast, heute ist es ein Museum.

Im Anschluss spazieren wir zur Kuthodaw Pagode, zum „größten Buch der Welt“. Auf 729 Marmortafeln ist hier die buddhistische Lehre eingemeißelt. Jede steht in einer eigenen weißen Pagode. Legte man alle übereinander, so würde es das dickste Buch des Welt ergeben. 1900 hat man eine gedruckte Fassung der Weisheiten auf Papier erstellt, bestehend aus 38 Bänden mit je 400 Seiten (= 15.200 Seiten).

Die Tempel darf man nur barfuss betreten, auch nicht mit Socken oder Schuhüberzieher an den Füssen. Das wird wohl der Urlaub der schmutzigen Fußsohlen…

Nachdem ich letzte Nacht im Flieger nur etwa 1/2 Stunde geschlafen habe, bin ich ziemlich platt. Obwohl ich eigentlich zu Fuß auf den Mandalay Hill, 236 m hoch laufen wollte, entscheiden wir uns doch für den Transport mit dem Pickup, auf der Ladefläche. So kommen wir in 10 Minuten statt in 30 oder mehr den Hügel hinauf. Das letzte Stück fahren wir mit Rolltreppen, vor denen wir unsere Schuhe und Socken ausziehen müssen, da wir nun heiligen Boden betreten.

Auf dem Mandalay Hill wollen wir den Sonnenuntergang bestaunen, der fällt heute eher unspektakulär aus. Somit bestaunen wir nur die vier großen, geschmückten Buddhas und die Architektur. Die Menschen in Myanmar sind sehr gläubig.

Um 18 Uhr geht die Sonne unter und kurz danach fahren wir wieder den Hügel hinunter zum gemeinsamen Welcome-Dinner im Golden Duck. Auf dem runden Tisch ist die typische Drehplatte. Das Restaurant ist voll ausgebucht, die Kellner total überlastet, die Kinder und Erwachsenen an den anderen Tischen voll aufgedreht, so dass wir lange auf das Essen warten müssen und das Gefühl haben, wir sitzen in einer vollbesetzten Kantine. Genuss ist was anderes. Vielleicht sind wir auch einfach nur übermüdet.

 

Dienstag 13.2.2018

8 Uhr startet unser Bus. Als erstes geht es zum Bootsanleger in Mandalay am Ayeyarwaddy Fluss. Es ist diesig und der Verkehr zäh. Mit dem Boot schippern wir die 11 km nach Mingun, da Htet Htet meint, es sei besser am frühen Morgen den Ort zu besuchen, denn mittags wird es sehr heiß. Stimmt!

Am Bootsanleger in Mingun warten die Souvernirverkäufer schon auf uns und belagern uns. Nicht unbedingt unser Ding….

Durch die Gasse mit Lädchen laufen wir zur Mingun Pagode, der größten, unfertigen Pagode in Myanmar. Vom Boot sah es so aus, als sei es ein großer steinerner Berg, es ist jedoch ein aus vielen Ziegelsteinen hergestellter Tempel. Mit einer Höhe von 50 m und einer Seitenlänge von 72 m ist die Mingun-Pagode der größte Ziegelhaufen der Welt. Die mächtige Pagode stürzte 1838 zusammen und die Ruine wurde durch weitere Erdbeben beschädigt. Bis zur Hälfte kann man sie besteigen, aber Htet Htet warnt uns, möglicherweise gibt es ein Erdbeben und wir werden verschüttet – ich bin mir nicht sicher, ob sie es ernst meint.

Weiter geht es zur Mingun Glocke, der zweitgrößten funktionsfähigen Glocke der Welt, 3,70 m hoch und 5 m im Durchmesser (seit 2000 ist die „Good Luck Bell“ im chinesischen Pingding-Shan die größte). Man kann die Bronzeglocke mit einem Holzklöppel läuten, was ständig erfolgt und auch unter sie kriechen, dann riskiert man wahrscheinlich einen Hörsturz.

Ein paar Mädchen kommen mit ihrem Handy auf mich zu und ich denke, ich soll sie gemeinsam aufnehmen. Weit gefehlt, sie wollen Fotos mit mir, der hellhäutigen Riesin unter den kleinen Birmesen. Selten wurde ich so oft fotografiert:-)))

Etwas weiter besichtigen wir dann noch eine schneeweiße Stupa – fantastisch anzusehen vor tiefblauem Himmel. Es handelt sich um die Hsinbyume-Pagode. Man kann zwar nicht rein, aber auf sie drauf steigen. Sieben mit Wellen versehene Terrassen, die die sieben Weltmeere symbolisieren sollen, die den Berg Meru umschließen, führen zum Stupa hinauf. In den Nischen stehen unzählige Nats, Dämonen, zur Bewachung.

Einige aus unserer Gruppe fahren mit dem Taxi, einem Ochsenkarren zurück zum Boot.

Mittlerweile ist es 12 Uhr und das Boot bringt uns in einer knappen Stunde zurück nach Mandalay.

Nachdem wir wieder über eine schwankende Holzbohle das Schiff verlassen haben, gibt es Mittagessen in Buffetform. Kosten, 5000 Kjat pro Person, ungefähr 3 €.

Im Anschluss an das Mittagessen ist wieder die Besichtigung einer Pagode angesagt, die Mahamuni Pagode, die einen großen Bronzebuddha besitzt, eins der fünf Heiligtümer in Myanmar. Dieser ist bis auf das Gesicht dick mit Blattgoldplättchen beklebt. Dieses Blattgold dürfen nur Männer ankleben.

5 Blättchen gibt es für 2000 kjat zu kaufen. Jeder unserer 4 Männer bekommt also ein Plättchen und verschwindet hinter dem Buddha. Frauen ist der Zutritt verboten!

 

 

Über mehrere Bildschirme können wir zusehen. Mittlerweile sollen zwischen 3,5 und 12 kg Gold den Buddha zieren. Der Buddha ist die mit Abstand meistverehrte Figur Myanmars und zählt mit der Shwedagon-Pagode und dem goldenen Felsen zu den Hauptpilgerzielen des Landes.

In einer Teestube, die ich mir irgendwie nicht wie ein Fast Food Restaurant vorgestellt habe, testen wir später den typischen Tee, schwarzer Tee mit Milch und Zucker, ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit. Schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig… da ist der übliche grüne Tee, der überall kostenlos serviert wird, viel besser.

Da noch etwas Zeit ist bevor wir den Sonnenuntergang beobachten können, besichtigen wir eine Holzschnitzerei und Perlenstickerei und gehen an diversen Marmor – verarbeitenden Läden vorbei, in den Buddhas produziert werden. Ein paar Elefanten sind auch dabei.

Und dann besuchen wir die Seidenweberei Thein, die Schals und Longyis produziert.

Plötzlich ist kurz vor fünf und wir müssen los, wenn wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang an der U-Bein Brücke in der alten Königsstadt Amarapura sein wollen. Die U-Bein-Brücke ist mit 1,2 km die längste Teakholzbrücke der Welt und trägt den Namen des Bürgermeisters, der zur Zeit der Erbauung in Amarapura zuständig war.

Auf der Brücke wimmelt es von Menschen, nicht nur Touristen, auch sehr viele Einheimische sind hier. Wir laufen ein Stück oben auf ihr entlang, dann entscheiden wir aus dem Gedränge rauszugehen und von unten den Sonnenuntergang zu beobachten, ist auch viel beeindruckender.

Um sechs Uhr ist das Spektakel beendet und wir fahren zurück nach Mandalay ins Hotel.

Htet Htet empfiehlt uns noch ein Restaurant fürs Abendessen, das Unique Myanmar Restaurant liegt gleich um die Ecke vom Hotel, so dass wir nicht mehr weit laufen müssen.

Dieter nimmt dort das Lemon Chicken, ein chinesisches Gericht und ich Curry Beef, Myanmar kitchen. Dazu gibt es den obligatorischen Reis. Es schmeckt allen sehr gut und so sitzen wir bis kurz nach neun zusammen.

 

Mittwoch 14.2.2018

Htet Htet hat zu 5 Uhr den Weckruf für uns im Hotel bestellt damit wir nicht verschlafen, denn um 5:45 Uhr fährt der Bus ab. Der Busfahrer schätzt, dass wir ca. 1,5 Stunden für die 70 km über die Old Burma Road brauchen. Diese Straße besteht aus Staub und Baustellen. Gegen acht müssen wir in Pyin Oo Lwin sein, einem kühlen Ort in den Bergen, in dem sich die britischen Städter zu Kolonialzeiten gern erholt haben. Der Ort liegt auf fast 1000 m Höhe und hat ganzjährig ein angenehm mildes Klima und viel Grün.

Bevor wir losfahren, sagen wir alle zusammen unser tägliches Mantra auf: „Mögen alle Lebewesen glücklich, zufrieden und gesund sein“.

Wir haben es schneller geschafft und können noch den Morgenmarkt am Bahnhof besuchen.

Dann besorgt Htet Htet die Zugkarten, der Zug fährt kurz nach acht ein und wir suchen unseren reservierten Sitze.

Die ersten 1,5 Stunden der 4 Stunden dauernden Fährt sitzen wir eingezwängt in einer Viererecke und ich sehne die Ankunft herbei. Der Zug schaukelt heftig hin und her, so dass meine Wirbelsäule schon fast ein Schleudertrauma vermutet. Die Bänke sind aus Plastik, ungepolstert und auch bei ruhiger Fahrt sehr unbequem.

Gegen 11 Uhr, nach 2,5 Stunden Geschaukel erreichen wir das Gokhteik-Viadukt, eine fast 700 m lange Stahlbrücke, die eine 300 m tiefe Schlucht überspannt, die berühmteste Eisenbahnbrücke Myanmars.

Sie wird äußerst vorsichtig im Schritttempo überfahren, was sinnvoll ist, da sie mit Sicherheit renovierungsbedürftig ist. Ansonsten ist die Fahrt eher unspektakulär. Unser Ziel Naung Pein erreichen wir um viertel nach zwölf, wo uns der Bus schon erwartet.

Das Mittagessen nehmen wir dort im Ort in einem landestypischen Restaurant ein. Htet Htet hat schon vorbestellt damit es schneller geht und wir essen alle gebratene Nudeln mit Gemüse und Chicken. Wir wären niemals!!! alleine dort eingekehrt. Ein Blick in die Küche und die Toilette hätte mir gereicht……

In den eineinhalb Stunden wird Busfahrt zum Hotel in Hsipaw dauern. Bevor wir im Hotel landen, halten wir noch an der Pagode, die Inge, eine Österreicherin, die einen Shan-Prinzen geheiratet hat, immer aufgesucht hat und wandern dann eine Dreiviertelstunde durch ein typisches Shan-Dorf.

Zum Abendessen wollen wir alle zusammen in das Restaurant “Club Terrace“ auf der anderen Flussseite. Dazu müssen wir in kleinen Booten übersetzen – ganz schön wackelige Angelegenheit. Die Bootsführer nehmen nur 5 pro Boot mit, wahrscheinlich weil Europäer schwerer sind als Asiaten :-), die dürfen zu zehnt rein. Deshalb muss das Böötchen heute zweimal fahren um uns alle rüber zu schippern.

Es gibt wieder chinesische Küche und wir flaxen schon über Pizza. Trotzdem schmeckt es uns. Auf der Rückfahrt zeigt uns der Skipper, dass man die Sitzlehnen hochklappen kann und schon ist die Fahrt viel bequemer.

 

Donnerstag 15.2.2018

Um 8 startet unser gemeinsamer Tagesausflug. Hier in Hsipaw begleitet uns eine lokale Reiseleiterin, Sun. Als erstes geht es mit dem Boot rüber zur anderen Flussseite. Wir steigen schon etwas sicherer ein als gestern Abend. Programmpunkt eins ist heute der Morgenmarkt – sehr interessant! Es gibt viele verschiedene Chilisorten, Gemüse, Fisch, Hühner, Blumen aber auch Kitsch.

Htet Htet erklärt uns die Herstellung der „tausendjährigen Eier“, die wir sicher nie probieren werden:-) dabei werden rohe Eier mit einer Mischung aus Kalk, Asche und Pferdeurin (Pipi von Pferd) eingeschmiert und in einem glasierten Topf in der Erde liegen gelassen…..

Fast eine Stunde schlendern wir durch die engen Gassen, blockieren oft den Weg für die wirklichen Einkäufer und können uns kaum losreißen.

Auf der Straße ist viel los, ein Gewimmel aus Mopeds und Tuktuks. Letztere sind oft als mobiler Marktstand unterwegs.

Um neun Uhr besteigen wir wieder die Boote und fahren 45 Minuten über den Dokthawaddy- Fluss zum Ausgangspunkt einer Treckingtour zu einem alten Kloster. Htet Htet lassen wir nach dem Anlegen bei einer alten Frau (65, keine Zähne) zurück, da es zu anstrengend für ihre Gesundheit ist.

Wie wandern also mit Sun zuerst einen recht steilen Hügel hinauf, vorbei an Bananenstauden, Papayabäumen und Ananasfeldern zur Lonyonmonestry, ein 150 Jahre altes Shan-Kloster. Irgendwie hatten wir etwas anderes erwartet. Keine goldglänzende Pagode, nur Holzhütten. Die kleinen Mönche haben gerade Mittagspause und bekommen „hotpot“ zu essen. Sie werden in diesem Kloster in Buddhismus und der Shan-Sprache unterrichtet.

Auch der Klosterraum, Gebetsraum ist anders, fast hat man das Gefühl, es ist ein riesiges Wohn- Ess – und Schlafzimmer. In einer Ecke liegen unzählige Kissen und Decken, in der anderen sind Tische und Stühle. Und wir dürfen mit Socken rein!!!

Den Rückmarsch erledigen wir statt in 40 Minuten schon in 20.

Weiter geht es zum Zusammenfluss von zwei Flüssen, an dem man im ruhigen Gewässer baden kann. Bei unserer Gruppe besteht kein Interesse daran, wir setzen uns lieber ins daneben liegende Restaurant und pausieren. Htet Htet versorgt uns mit Teeblättersalat und Reiswaffeln, dazu gibt es Bier, Cola und den obligatorischen grünen Tee. Das spätere Aufstehen von den Kinder-Plastikstühlchen fällt schwer.

Mit dem Boot geht es dann in ein Shan-Dorf zum Mittagessen. Das Ein- und Aussteigen ins Boot wird immer sicherer und weniger wackelig.

Das Restaurant in dem kleinen, alten Shan-Dorf ist schon sehr landestypisch und traditionell….. wir bekommen Shan-Nudeln mit getrockneten Schweinehautchips. Auf Letzteres verzichten wir dankend. Die Nudeln schmecken echt gut. Anschließend führt uns Sun durch dieses 300 Einwohnerdorf und erklärt uns die Lebensweise der Shan.

Kurz nach drei brechen wir wieder auf. Das Haus, in dem die Österreicherin Inge Sargent, die den Shan-Fürsten Sao Kya Seng geheiratet hat, steht als nächstes auf dem Programm. Ihr Leben wurde im Buch und Film „Dämmerung über Burma“ beschrieben. Eine Nichte des Fürsten lebt noch in dem Haus und soll anschaulich aus alten Zeiten erzählen. Leider ist das Eingangstor verschlossenen und Htet Htet meint, sie wird wohl meditieren und ihre Ruhe habe wollen.

Sun und Htet Htet bieten uns ein Ersatzprogramm, „Nudelarbeit“, eine Nudelfabrik, in der Shan-Nudeln hergestellt werden. Shan-Nudeln bestehen nur aus aufgekochtem, ausgewalztem Klebereis.

Die „Fabrik“ liegt in einer kleinen Gasse in einem gemauerten Häuschen…. und es ist viel interessanter als die Fürstengeschichte – ich fand das Buch schon etwas langatmig.

Danach setzen wir Sun ab und halten an einem Supermarkt, die Gruppe braucht Bier 🙂

Kurz nach fünf heißt es mal wieder „Zack Zack“ und auf geht’s zum Sundowner Hill. Das letzte Stück fahren wir mit einem Tuktuk, aber nur maximal 5 pro Gefährt, wir sind ja große Europäer.

Da auch auf dem Hügel ein Tempel steht, müssen wir wieder Schuhe und Socken ausziehen. Der Tempel beeindruckt nicht so sehr, aber der Sonnenuntergang ist wunderschön.

Das gemeinsame Abendessen findet diesmal im Hotel statt. Es gibt, zumindest auf der Karte, auch Burger, Pizza und andere Gerichte. Pizza dauert 45 Minuten, davon rät der Kellner ab, Burger ist out….. ich nehme das Steak medium gegrillt und Dieter pork ribs – also Schuhsohle und etwas Undefinierbares. Wir hätten asiatisch essen sollen! Das Essen wird peu à peu serviert, die ersten sind fertig, da bekommen die nächsten ihr Essen.

 

Freitag 16.2.2018

Htet Htet erlaubt uns auszuschlafen, der Bus startet erst um 8 🙂

Ein Fahrtag liegt vor uns. Bis nach Mandalay über die Old Burma Road soll es ca. 10 Stunden dauern.

Im Shan-Gebiet kaufen wir noch grünen Tee, da er besonders gut sein soll, dann geht es über abenteuerliche Serpentinen bis Pyin Oo Lwin, zum Mittagessen mit einem Umweg zu alten Kolonialhäusern der Stadt.

Die Old Burma Road ist tatsächlich alt und wird an vielen Stellen repariert. An einem Aussichtspunkt halten wir, um den Blick auf die sieben Serpentinen zu genießen und ein Gruppenfoto zu machen.

Die Fahrt über die Serpentinen ist schon abenteuerlich….

In Pyin Oo Lwin (Maymo) essen wir in einem System – Gastronomiebetriebe zu Mittag, Nudelsuppe mit Stäbchen, aber Hähnchencurry mit Gabel 😉 In diesem Restaurant gibt es auch eine kleine Erdbeerplantage, leider sind wir alleine nicht in der Lage Erdbeeren zu kaufen. Wie gut, dass wir uns für eine organisierte Tour in Myanmar entschieden haben.

Früher als erwartet, erreichen wir um 16 Uhr unser Hotel, wieder das Hilton.

Einige wollen noch etwas sehen, andere shoppen und wir laufen einfach mal los. Es ist so viel Verkehr, dass es schon schwierig ist die Straßen zu überqueren und die Feinstaubbelastung liegt deutlich über der der Schuhstrasse in Hildesheim.

Gesund ist das spazieren gehen hier bestimmt nicht. Deshalb laufen wir nur um zwei Blocks rum. Wenig erfolgreich, aber eine Apotheke habe ich gefunden.

 

Samstag 17.2.2018

Mit dem Schiff nach Bagan

Htet Htet möchte um 5:30 Uhr am Hotel starten, damit wir gute Plätze auf dem Schiff nach Bagan bekommen. Das heißt, der Weckruf des Hotels wird um 4:45 Uhr erfolgen. Es gibt statt Frühstück wieder eine Box vom Hotel.

Pünktlich starten wir und fahren zum Bootsanleger. In Europa würde man diese Boote sicher Seelenverkäufer nennen. Wie gut, dass die Gepäckträger unsere Koffer die ungleichmäßigen Stufen runter und über die schwankende Planke zum Boot tragen. Wären wir alleine unterwegs, hätten wir niemals dieses Schiff betreten… Während dieser Reise erleben wir immer wieder Neues und Interessantes, das wir uns allein nie zugetraut hätten. Wir sind die ersten an Bord.

Es ist frisch, obwohl wir uns warm angezogen haben. Um 6:30 Uhr heißt es „Leinen los“ und das Boot legt ab. Es wird noch frischer als das Schiff losfährt.

In der Beschreibung steht, wir erleben den Zauber Burmas am Morgen wenn die Sonne den Nebel über dem Ayeyarwaddy-Fluss vertreibt. Nebel haben wir nicht gesehen, aber der Sonnenaufgang hatte was. Wie in Panama empfinde ich die Bootstour als langweilig. Der Küstenstreifen ist bis auf die Strecke um Sagaing eher trist. Man könnte auch sagen: „Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Entschleunigung“.

Ich bin schon um 11 total entschleunigt 😉

12:15 Uhr, wir legen an, da die Schifffahrtsgesellschaft eine Dorfbesichtigung anbietet. Der Ort Yandabo besteht aus einer großen Töpferei und wir vermuten, dass man uns zum Kaufen anregen will. Weit gefehlt, wir werden 40 Minuten durch das Dorf geführt und landen um 13 Uhr wieder auf dem Schiff. Den Sinn dieses Ausfluges können wir nicht nachvollziehen, vielleicht sind wir das Unterhaltungsprogramm des Dorfes :-))

Gegen halb sechs erreichen wir in Bagan . Um heute noch einen Sonnenuntergang zu sehen sind wir zu spät dran, deshalb bringt uns der Bus gleich ins Bagan River View Hotel.

Im Bus sollen wir noch entscheiden, ob wir morgen mit dem Fahrrad oder dem E-Bike die Besichtigung machen wollen. Fast alle wollen E-Bikes, bis wir sehen, was man in Myanmar darunter versteht. Vor dem Hotel stehen einige Elektro-Roller (Vespas), die uns als E-Bikes verkauft werden. Das wird spannend werden.

Unser Zimmer, Nr 1402, ist ein „Tanzsaal“.

Zum Abendessen treffen wir uns alle im Gartenrestaurant des Hotels. Später erweist sich die Wahl als Fehler, keiner von uns war zufrieden mit dem Essen. Dieter und ich haben Chicken Curry traditionel gewählt, explodiertes Huhn samt Knochenfragmenten…. keine weiteren Details, ich habe Reis mit Soße und etwas Gemüse gegessen und das Huhn liegen gelassen.

 

Sonntag 18.2.2018

Das grandiose Tempelmeer gemeinsam entdecken.

Wir dürfen ausschlafen, es geht erst um acht Uhr los!

Bagan ist eines der Top-Highlights Myanmars und mit dem Inle See ein Höhepunkt dieser Reise. Htet Htet zeigt uns heute die aus ihrer Sicht schönsten Tempel in Bagan.

Als erstes trainieren wir etwas Roller fahren. Wenn er erst einmal rollt, ist es gar nicht so schwierig und es macht enormen Spaß.

In Bagan befinden sich mehr als 2000 Tempel und Pagode verstreut in einer weiten, trockenen Ebene von 40 km². Die vielen Pagoden und Klöster bezeugen, wie tief die birmanische Kultur vom Buddhismus durchdrungen ist. Die Blütezeit Bagans liegt zwischen dem 10. und der 13. Jahrhundert. Leider hat ein Erdbeben 2016 über 700 Pagodenspitzen zerstört, so dass man jetzt aus Sicherheitsgründen keine mehr besteigen darf.

Schon nach ca 15 Min Rollerfahrt stoppen wir, da uns eine Prozession entgegenkommt. Es sind einige Jungen und Mädchen, die festlich geschmückt mit viel Brimborium ins Kloster geleitet werden. Die Jungen sitzen auf Pferden, die Mädels in Kutschen, begleitet werden sie von ihren Eltern und Familien. Feierlicher als manche Hochzeit bei uns. Ein paar der Kinder sind noch sehr jung. Htet Htet meint, sie wären alle mindestens 5 Jahre alt – kaum vorstellbar.

Um 9 Uhr erreichen wir die Shwezigon Pagode, ein goldener Traum aus dem Jahr 1090. Von den vier Eingängen zur Pagode sind nur die südlichen und westlichen Eingänge in Gebrauch.

 

Danach „radeln“ wir weiter zum Gubyaukkgyi- Tempel aus dem 13. Jahrhundert. 700 Jahre überstanden die Wandmalerei Verfall und Zerstörung, bis der Deutsche Dr. Thomann 1899 große Teile mit einer Säge entfernte und das auch noch mit Unterschrift dokumentierte. Um den Rest, der teilweise übertüncht wurde, zu schützen, ist fotografieren verboten. Die Buddhas können wir aber von außen durch die Gitterlöcher aufnehmen.

Ein weiterer Stopp ist an einem Feld mit vielen kleineren Pagoden, dann rollen wir zum Ananada-Tempel. Dort müssen wir auch schon unsere Roller abgeben, später geht es mit dem Bus weiter.

Der Ananada-Tempel ist aus Htet Htet Sicht der schönste Tempel in Bagan. Er ist aus dem Jahr 1090 und die Legende seines Ursprungs wird im Buch „Der Glaspalast“ erzählt. In zwei Korridoren kann man um den kubischen Bau herumlaufen. In allen vier Himmelsrichtungen steht jeweils ein 19 m hoher goldener Buddha. Die Figuren sind aus Holz, mit Lack überzogen und vergoldet. Nur die nördliche und südliche Figur sind noch im Original erhalten. Wenn man das Gesicht der Original Buddhas betrachtet, so verändert sich der Ausdruck. Aus einiger Entfernung lächelt er, aber je näher man ihm kommt, desto trauriger wird der Gesichtsausdruck- unbeschreiblich, Wahnsinn!!!

Alle brauchen eine Pause – Mittagessen im Sarabha Restaurant.

Nach eineinhalb Stunden brechen wir wieder auf, mit dem Bus fahren wir Richtung Neu-Bagan und besuchen zuerst ein ursprüngliches Dorf. Da mit uns der Eismann eintrifft, möchte Htet Htet allen Kindern ein Eis ausgeben. Tatsächlich finden sich nach und nach viele Kinder ein und stellen sich brav hintereinander an. In Deutschland sähe das bestimmt ganz anders aus.

Die letzten zwei Pagoden für heute sind angesagt. Da sie dicht nebeneinander liegen, lassen wir gleich die Schuhe im Bus.

Der Nanpaya Tempel ist ein Hindu-Tempel mit den vierköpfigen Brahmas an den Wänden und im Manuhaund Tempel soll man „Knastfeeling“ bekommen – stimmt.

 

 

Die Buddhas sind richtig eingepfercht in Wände und wir schlängeln uns an ihnen vorbei. Der letzte liegt in Nirwanaposition auf der Seite mit geschlossenen Füßen.

Damit beenden wir die Tempeltour. Es reicht auch irgendwie.

Wir fahren im Bus zu einer Manufaktur für Lackarbeiten und erfahren alles über die Herstellung. Grundlage ist entweder ein Stück aus Holz, geflochtenem Bambus und Rosshaar. Diese Teile werden sechsmal mit Lack überzogen, zwischendurch müssen sie immer wieder trocknen, dann werden sie geschliffen und graviert, Farbe auf die Gravuren aufgetragen….. evtl. noch vergoldet. Ein sehr langwieriger Prozess. Wir erstehen im angeschlossenen Shop ein paar Teile bevor wir zum Sonnenuntergang zu einem Hügel fahren, denn die Pagoden dürfen wir ja nicht mehr besteigen.

Auf den Straßen Bagans ist es nachts stockdunkel!

 

Montag 19.2.2018

Bagan für Sie!

Entspannen oder Entdecken – oder beides! Dieser Tag in Bagan gehört uns.

Da wir eine Ballonfahrt gebucht haben, heißt es früh aufstehen. Um 5:30 Uhr werden wir an der Rezeption abgeholt. Ein abenteuerlicher Bus bringt uns irgendwo nach Süden, noch südlicher als Neu-Bagan.

Es gibt Kaffee, Tee und eine Instruktion.

Das Aufblasen des Ballons dauert knapp 9 Minuten, dann dürfen wir reinklettern und Shawn, unser Pilot und Australier, steigt mit uns auf. Zunächst geht es über bewohntes Gebiet. Als wir das Tempelfeld erreichen, sind wir relativ hoch oben und ich bin etwas enttäuscht, das hatte ich mir anders vorgestellt. Shawn erklärt noch, dass er zwar die Höhe vorgeben kann, aber nicht die Richtung, die wird durch die Thermik bestimmt.

Schon nach zwanzig Minuten verlassen wir den Pagodenbereich und fliegen nur noch über den Ayeyarwaddy. Schön anzusehen sind die anderen Ballons und die Spiegelungen im Wasser. Wir sind ganz im Norden gelandet, denn wir sehen die Shwezigon Pagode vom Fluss aus. Der Nebel oder Smog wabbert um die Pagoden herum und es sieht etwas surreal aus.

Nach einer Stunde ist unsere Fahrt beendet und wir landen auf einer Sandbank im Fluss. Zur Belohnung gibt es Sekt, Croissants und Kuchen und eine Urkunde.

Ein Schiff bringt uns dann zurück nach Neu-Bagan, wo die Busse auf uns warten. Gegen neun sind wir wieder im Hotel, so dass wir noch in Ruhe frühstücken können.

11:15 Uhr: Zack Zack – auf geht’s zur privaten Rollertour. Mit Peter, Sabine und Susi erkunden wir jetzt die Tempel. Gar nicht so einfach ohne richtigen Plan zurechtkommen.

Als erstes schauen wir uns den „Eiertempel“ an, die Bu Paya Pagode in Alt-Bagan, die malerisch am Fluss liegt und etwas eiförmig aussieht. Bupaya heißt Flaschenkürbis und so erklärt sich auch Form und Namen der Pagode.

Danach rollen wir zum Thatbyinnyu Phaya, in dem viele goldene Buddhas stehen. Und immer wieder Schuhe ausziehen…..

In die Shwe San Daw Pagode gehen wir dann nicht mehr rein…bis 2016 konnte man auf ihr den Sonnenuntergang beobachten. Jetzt ist der Aufstieg gesperrt da unsicher.

Wir rollern weiter durch den strahlenden Sonnenschein und genießen die Fahrt sehr. Zwischenzeitlich drehen wir Videos von uns a la „EasyRider“.

Am „enlightend Buddha“ ziehen wir ein letztes Mal die Schuhe aus und besichtigen einen ziemlich schief aussehenden Tempel, in dem ein Buddha in Nirvana Position liegt.

Danach brauchen wir eine Pause und landen wieder in Sarabha in Alt-Bagan. Zwei Tempel hätte ich noch gerne gesehen, den Dhammayangyi und die Dhamma-ya-za-ka Pagode, aber trotz mehrfacher Versuche in diversen Gassen finden wir sie nicht :-((

Dieter und ich trennen uns dann von Peter, Sabine und Susi, fahren zurück zum Hotel und geben unseren Roller nach vier Stunden zurück.

 

Dienstag 20.2.2018

Wein und schwimmende Gärten

Und wieder dürfen wir früh aufstehen. Der Wecker klingelt um 5 Uhr.

Um sechs startet der Bus, der uns zum Flughafen Bagan bringt. Mit den Golden Myanmar Airlines fliegen wir nach Heho, an den Inle See im südlichen Shan-Gebiet. Es gibt keine festen Sitzplätze auf der Bordkarte – freie Sitzplatzwahl beim Einsteigen. 40 Minuten dauert es, dann landen wir in Heho, knapp 900 m über dem Meeresspiegel.

Htet Htet managt alles hervorragend. Wir müssen nicht mal den Pass vorzeigen, alles wird von ihr erledigt.

Mit dem Bus fahren wir zunächst zu einem Kloster, was sonst….Dieter verweigert die Besichtigung…. Das Shwe Yan Pyay Kloster liegt 2 km nördlich von Nyaungshwe und wurde von einem Shan-Fürsten erbaut. Das Kloster ist aus Teakholz gebaut, während das Heiligtum ein Ziegelbau ist. Im Kloster werden auch heute einige Novizen unterrichtet, ein Schild weist uns daraufhin, dass wir sie nicht vom Unterricht abhalten sollen um für uns zu posen.

Danach geht es zum „Red Mountain“- Weingut, einem von zwei Weingütern in Myanmar. Burmesen, die Pa O produzieren den Wein. Es gibt vier verschiedene Weine, zwei weiße und zwei rote, und wir haben die Möglichkeit alle vier zu testen. Im Anschluss bekommen wir eine schnelle Führung, ca. 10 Minuten, dann hatte man allerdings auch schon alles gesehen. Da keiner von uns Wein kauft, scheint er nicht besonders geschmeckt zu haben….

 

Weiter geht es mit dem Bus nach Nyaung Shwe, wo wir in kleine Boote umsteigen, die hier am Inle See das Hauptverkehrsmittel sind. Die Boote sind deutlich komfortabler und bequemer als die in Hsipaw. Insgesamt dauert es eine Stunde mit dem Bus und eine Stunde mit dem Boot, bis wir auf dem Inle See unser Hotel erreichen.

Unterwegs sehen wir die ersten Einbein-Ruderer.

 

Unser erster Stopp ist an der Phaung Daw U-Pagode, dem wichtigsten Heiligtum der Region. So langsam reicht es mit Pagoden und wir sind gar nicht mehr richtig bei der Sache. Wieder darf das „Heiligtum“ in der Mitte des Tempels nicht von Frauen betreten werden. Dort stehen auf einem Tisch fünf Goldgebilde, die wie Nüsse aussehen. Ursprünglich waren es Buddhafiguren, die jedoch so dick mit Goldplättchen beklebt wurden, dass ihre Form nicht mehr erkennbar ist.

Htet Htet zeigt uns noch die königlichen Barken neben dem Tempel, aber sie sind so eingezäunt, dass es nicht wirklich interessant ist.

Nun haben alle genug für heute vom Besichtigungsprogramm. Die Boote bringen uns zum Mittagessen ins Inn Thar Lay Restaurant, einem typischen Touristenlokal. Für die meisten gibt es Fischcurry, ein lokales Gericht, das wir ein gegrillter Fisch mit Tomatensoße aussieht. Nach dem Essen erklärt uns Htet Htet, dass das Fischfilet zerkleinert, gekocht, gewürzt wird und anschließend wieder in die Fischhaut gefüllt wird – also Fisch ohne Gräten…

Dieter und ich nehmen lieber die obligatorische Nudelsuppe.

Nach dem Essen ist das Ausflugsprogramm für heute beendet. Die Boote bringen uns zu unserem Hotel Golden Island Cottages und wir werden dort um 14 Uhr vom Personal mit Musik empfangen – ach, wie lieben wir das.

Das Hotel liegt mitten auf dem See auf Pfählen. Der natürliche Pool ist ein abgeteiltes Areal des Sees. Ich bin mir schon sicher, egal wie heiß es wird, das ist nicht mein Pool.

Unser Zimmer, Bungalow Nr. 409 ist noch größer als gestern.

Der Inle-See ist unser zweites Highlight der Tour. Er ist der zweitgrößte See Myanmars mit einer Länge von 22 km und einer Breite von 11 km. Weltweit bekannt sind seine schwimmenden Gärten und die Einbein – Ruderer.

 

Mittwoch 21.2.2018

Mitten auf dem See

Nachts war es schon recht kalt…. und auch etwas laut, die Boote fahren gefühlt die ganze Nacht und früh morgens beginnen die Vögel unterm Dach zu zwitschern.

Direkt vor unserem Bungalow post ein Einbein-Ruderer mit seiner Fischreuse vor der aufgehenden Sonne.

Wir durften ausschlafen, die Tagestour beginnt erst um 7:45 Uhr.

An der Pagode Phaung Daw U ist heute Markt und wir dürfen eine Stunde darüber schlendern. Es werden nicht nur Obst, Gemüse und Fleisch angeboten, auch Klamotten (unsere Kleidersammlung finden wir auch), Souvenirs, Drogerieartikel…. und wir entdecken eine Apotheke. Man kann die Blister einzeln kaufen (z.B. die Pille) oder auch einzelne Tabletten in ein Tütchen abgepackt bekommen – sieht alles sehr hygienisch aus 😉

 

 

9:15 Uhr müssen wir wieder am Bootsanleger sein und es geht weiter nach Indein, um das dortige Pagodenfeld mit seinen mehr als 1.000 Stupas zu erkunden. Der Ort ist über einen Seitenarm des Sees erreichbar und bietet ebenfalls einen riesigen Souvenirmarkt an mit recht aggressiven Marketingmethoden. Die Fahrt durch den Seitenarm, oder Kanal, ist sehr zügig und interessant, immer wieder fährt das Boot über Staustufen, bzw. durch relativ enge Durchlässe der Staustufen.

Der Weg zu den Pagoden und Stupas führt an vielen Shops vorbei und Htet Htet kauft uns frisches Gebäck, Romeo – und Julia – Kuchen heißt es, da es aus zwei Hätten besteht und eigentlich geteilt wird… ich staune über mich selbst, aber da mein Magen bisher durchgehalten hat, nehme ich auch einen Kuchen.

Das Pagodenfeld ist grandios und ganz anders als Bagan. Tausende Stupas stehen dicht an dicht, renovierte neben halb und ganz zerfallenen. Fantastisch!

1,5 Stunden haben wir insgesamt für den Weg dorthin und die Besichtigung, danach sind wir Stupa- übersättigt.

Heute ist „Frauen-Shoppingtag“, nach den Stupas fahren wir zu Hnin Thitsar, einer Papierschirm-Manufaktur. Am Eingang haben sie zwei Frauen mit Hals – und Fußringen als Fotomotiv hingesetzt – schon sehr tourimässig :-(( aber auch wir schießen ein paar Fotos.

Wie schon bei den Nudeln, fertigt auch hier eine Familie die Schirme per Hand an. Da ich eh einen wollte, kaufen wir gleich hier einen, rot gab es leider nicht mehr, deshalb ist es grün geworden.

Nach den Schirmen besichtigen wir eine Silbermanufaktur, Mya Hin Tha. Die Schmuckstücke entsprechen nicht meinem Geschmack und sind überteuert.

Dann sind wir hungrig und durstig. Im Dragon Kite ist für uns ein Tisch reserviert, die Spezialität ist Pizza und Nudeln. Nach fast zwei Wochen Reis genießen wir Schinken- bzw. Salamipizza.

Shopping 2, die Lotus – und Seidenweberei ist nicht nur interessant, wir werden auch alle fündig, jedenfalls die Frauen… Mit uns besichtigt eine Gruppe Chinesen die Fabrik und unsere Meinung der drängelnden, rücksichtslosen Asiaten bestätigt sich leider wieder.

Im Anschluss werden die Männer besänftigt, die Zigarrenfabrik Ngwe Zin Yaw steht auf dem Programm. Fabrik und Manufaktur hört sich so industriell an, es handelt sich immer um Familienbetriebe, die in kleinen Häusern ihr Handwerk ausüben. Die Zigarren werden von Frauen gerollt, Jungfrauen sind es sicher nicht mehr und auf ihren Schenkeln wird auch nicht gerollt…… Die Deckblätter sind überwiegend grün, nicht braun und viele Zigarren sind aromatisiert, mit Anis, Kirsche, Blaubeeren…..

Nach dem Einkauf begeben wir uns zurück auf den See und besuchen die schwimmenden Gärten.

Am späten Nachmittag, sind wir zurück in unserer Oase auf dem See, dem Golden Island Cottage. Hier wären wir gerne etwas länger geblieben.

Htet Htet hat zu 19 Uhr für die Gruppe einen Tisch im Restaurant bestellt. Leider haben wir keine Auswahl, wo wir essen wollen. Das Restaurant hat absolutes Alleinstellungsmerkmal und so ist auch die Qualität und der Service. Von anderen Restaurants kennen wir ja schon, dass wir nie alle zusammen essen, der letzte bekommt sein Gericht wenn die ersten den Nachtisch schon verzehrt haben. Das Golden Island Cottage Restaurant toppt alle anderen. Da bekommt man die Vorspeise auch schon mal als Nachtisch. Über Geschmack kann man ja streiten, aber hier schmeckt nichts und das auch noch für viel Geld.

 

Donnerstag 22.2.2018

Über den Yangon-Fluss

Auch heute zeigt der Wecker eine 4 im Stundenbereich als wir aufstehen. Schnelles Frühstück um halb sechs, denn um sechs legt das Boot ab, das uns zum Airport bringt. Kalt ist es, sehr kalt. Auch wenn die App sagt, es sei 13 Grad kommt es uns eher wie 0 vor.

Insbesondere auf der einstündigen Bootsfahrt frieren wir, trotz Decken. Der Fahrtwind dringt bis in die letzte Pore und die Nasen glühen rot nach dem Trip.

In Nyaung Shwe steigen wir um in den Bus und fahren zum Flughafen in Heho, dort wärmen uns in der Sonne auf. Htet Htet checkt uns auch dieses Mal ein und die Kofferträger bringen die Koffer zum Schalter. Comfort plus!

So ein Inlandsflug ist schon witzig. Auf den Bordkarten steht zwar eine Gatenummer, es gibt allerdings immer nur eine Ausgangstür, dafür keine Sitzplatznummer.

Erneut freie Sitzplatzwahl. Um 9:20 Uhr hebt ein Flughafenangestellter ein Schild mit der Flugnummer, und nur diese, kein Ziel, hoch und alle stürmen zum Ausgang. Schon etwas chaotisch. Draußen geht es zu Fuß zum Flugzeug, wieder Golden Myanmar Airline. Nach und nach steigen wir ein und die Stewardessen treiben uns an schneller durchzugehen und uns zu setzen. Tatsächlich sind nach knapp 10 Minuten alle drin und sitzen auf den Plätzen. Wahnsinn, kaum vorstellbar, aber es funktioniert.

Eine Stunde nach dem Abheben landen wir in Yangon. Bis wir unser Gepäck haben und im Bus sitzen, vergeht eine weitere Stunde. Htet Htet veranschlagt 1,5 Stunden Fahrt zum Hotel, es sind 16 km. Wir schaffen es schneller, heute ist nicht so viel Stau auf den Straßen, und erreichen 12:10 Uhr das Sule Shangri-la Hotel. Wenn wir dem Personal glauben, sind sie so ausgebucht, dass unsere 5 Zimmer noch gereinigt werden müssen, da die vorherigen Gäste alle erst um zwölf die Zimmer geräumt haben :-((( wenig glaubhaft!!!

Eine Stunde später haben wir als letzte dann auch einen Zimmerschlüssel in der Hand.

Warm ist es in Yangon, ca. 30 Grad.

Wir treffen uns um 15 Uhr in der Lobby wieder und fahren mit dem Bus in die Nähe des Fähranlegers. Die öffentliche Fähre schippert uns mit Hunderten Einheimischen über den Yangon – Fluss nach Dalah, einen Ortsteil von Yangon, in dem die „nicht vom Glück geküssten“ leben.

 

Htet Htet hat für uns eine Rundfahrt mit Rikschas organisiert und wir sind alle etwas erstaunt, als wir diese dann vor uns sehen. Ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt und auch verzichtet, wenn wir es gewusst hätten. Es handelt sich um uralte Fahrräder mit Seitenteil, auf dem wir großen, schweren Ausländer von kleinen, schmächtigen Birmesen durch die Gegend gefahren werden.

Mein Fahrer Dada muss ganz schön in die Pedale treten, größtenteils im Stehen, um das Fahrrad auf den unebenen Wegen in Gang zu setzen. Neben dem schlechten Gefühl kommt auch noch der sehr unbequeme Sitz hinzu, so dass ich befürchte nachher einige blaue Flecken zu haben.

An einem Café Chu Chu halten wir an, hier werden Objekte aus verschiedenen recycelten Materialien hergestellt, z.B. Taschen aus Kaffeetüten oder Säcken.

Der nächste Stopp ist an einer Wasser-Tankstelle an einem Teich. In erster Linie Kinder holen in 10 l Kanistern Wasser aus den See und tragen jeweils zwei auf den Schultern nach Hause – das ganze mehrmals hintereinander. Unbeschreiblich, was die körperlich leisten müssen.

Nach einer Stunde ist unsere Rundfahrt beendet und wir nehmen die Fähre zurück nach Yangon City. Vom Anleger gehen wir zu Fuß zum Hotel, dabei sehen wir einige Kolonialgebäude, wie das alte Gericht, und einen Park, in dem sich abends die Jugend trifft. Vom Park können wir die Sule Pagode und das neue Amtsgericht sehen.

Gegen sechs Uhr ist unser Ausflugsprogramm beendet.

 

Freitag 23.2.2018

Faszination „Goldener Felsen“

Nach dem Frühstück, Htet Htet hat uns heute Zeit bis 7:15 Uhr gegeben, verlassen wir Yangon, der „Fels ruft!“ und so fahren wir nach Kin Pun. Unterwegs halten wir zu einem kurzen Fotostopp an einem Friedhof, auf dem Gefallene des zweiten Weltkriegs begraben sind.

In Bago, der historischen Hauptstadt der Mon, stoppen wir an der Straße und besuchen einen der typischen Morgenmärkte. Wir können uns mal wieder kaum losreißen und viele Fotos werden geschossen. Eine halbe Stunde hatte Htet Htet vorgesehen und sie treibt uns an, denn es liegt noch eine lange Strecke vor uns.

Nächster Besichtigungspunkt ist die Shwemawdaw-Pagode. Es heißt mal wieder „Schuhe ausziehen“. Wir sind alle schon ziemlich verschwitzt, denn wir haben uns alle warm angezogen auf Anraten von Htet Htet. Es soll kalt sein abends am Felsen und da wir am Inle-See schon Kälte gespürt haben, haben wir vorgebeugt und uns mit langer Hose, Socken und festen Schuhen bekleidet.

Nach dem Besuch der Pagode sind es noch zwei Stunden Fahrt zum Mountain View Restaurant, in dem wir Mittagessen bestellt haben. Damit es schneller geht, hat Htet Htet es telefonisch vorbestellt, Reis mit Gemüse und Chicken – eine riesige Portion. Dazu gibt es frisch gepressten Pomelo – Saft, da die in diesem Gebiet wachsen.

Ein kurzer Gang durch die Gartenanlage und wir fahren gestärkt zur Abfahrtsstation der Trucks, die uns das letzte Stück zum „Goldenen Felsen“ transportieren. In der Beschreibung steht: „ vergessen Sie hier an Bord jeden Komfort, Seite an Seite mit Einheimischen gedrängt, quetschen wir uns auf die Ladebank eines Lasters, der uns in etwa 60 Minuten den steilen Berg hinauffährt.“ Zuerst denken wir noch: ist doch gar nicht so schlimm. Auf den Strucks sind hinten Sitzbänke montiert, die sogar leicht gepolstert sind. Dann müssen wir aber an eigenem Laib erfahren wie eng es wird. In jeder der sechs Reihen sollen sechs Personen passen. Das funktioniert nur mit Burmesen oder Kindern. Ausländer haben etwas mehr Platz, fünf pro Reihe, deshalb hat Htet Htet die zwei letzten Reihen für uns reservieren lassen.

Es ist heiß und wir wissen nicht, wo wir unsere Knie lassen sollen. Gefühlt ist der Truck voll, aber wir starten noch nicht. Es sollen noch fünf weitere Personen rein – wo?????? Dann erfahren wir, dass wir das mit 10000 kjat beschleunigen können und sind sofort damit einverstanden. Los geht es!

Unser Fahrer ist sehr engagiert und will uns schnell den Berg hochbringen. Es ruckelt und holpert und eine scharfe Kurve folgt der nächsten.. .. Abenteuer pur! Aber: Es gibt keine bessere Alternative den „Goldenen Felsen“ zu erreichen. Und irgendwie hat es auch Spaß gemacht. Als wir aussteigen, schwanke ich so, als wenn ich ein schaukelndes Schiff verlassen hätte.

Unsere Unterkunft, das Mountain Top Hotel, liegt unweit des Heiligtums – nach dem Einchecken besichtigen wir es zunächst gemeinsam. Es sind nur knappe 15 Minuten bis zum Goldenen Felsen, einem der fünf buddhistischen Heiligtümer. Am Felsen wollen wir den Sonnenuntergang beobachten. 50000 Pilger sollen hier täglich auflaufen und wir sind noch der Meinung, es verteilt sich ganz gut. Da es nur zwei Hotels gibt und die einheimischen Pilger sich diese nicht leisten können, übernachten sehr vielen auf der Pagodenanlage. Es ist wie ein großes Happening.

Wir schauen uns den Felsen von allen Seiten an, um die beste Position für den Sonnenuntergang zu finden. Die Sonne geht leider relativ weit entfernt vom Felsen unten – da muss Photoshop nachhelfen…

Fast zwei Stunden verbringen wir hier und sind einfach nur begeistert. Der Anblick ist traumhaft. Nachdem die Sonne untergegangen ist, wurde der Felsen angestrahlt und leuchtet dann noch goldener.

Als wir uns bereit machen zum Abstieg wird Dieter von den kleinen Burmesinnen als Fotomodell entdeckt. Alle wollen mit ihm und teilweise uns Frauen aufs Bild, sogar die Mönche wünschen sich ein Bild mit den großen Ausländern. Noch nie wurden so viele Fotos von uns gemacht und dann auch noch von wildfremden Menschen. Aber warum sollten sie uns nicht auch genauso interessant finden wie wir sie.

Um halb acht haben wir uns alle in der Hotellobby wieder eingefunden zum Bier/Cola und zur Kommunikation mit der Welt. Es gibt Wifi, wenn auch nur bedingt langsam.

 

Samstag 24.2.2018

Der Felsen im Morgengrauen

Unser Wecker klingelt um halb sechs, denn wir wollen nicht nur den Sonnenaufgang sehen, auch noch einmal zum Felsen hochlaufen.

Unvorstellbar, wie viele Menschen da sind und dort übernachtet haben. Auf dem Weg zur Pagode begegnen wir vielen Mönchen, die mit ihren Töpfen auf Betteltour sind. Unten hinein kommt der gekochte Reis, denn Mönche dürfen nicht kochen, oben drauf lag Geld. Hin und wieder kam einer vorbei und nahm den Mönchen das Geld ab, d.h. er öffnete einen Plastikbeutel und die Mönche schütteten es hinein. Wir sind begeistert und müssen uns richtig von den Mönchskolonnen losreißen, denn bis sieben Uhr sollten wir wieder am Hotel sein.

Auf dem Gebiet der Pagode ist mächtig was los und es kommen immer mehr Menschen.

Der Rückweg zum Hotel ist schon etwas schwierig, der Gegenstrom ist einfach zu stark, so dass wir uns durch die Menschenmassen durchschlängeln müssen.

Aufbruch zu den Trucks: Es ist gar nicht so einfach einen Platz zu ergattern. Alle Trucks, die dort stehen, sind schon relativ voll besetzt. Htet Htet organisiert einen Truck mit einem anderen Reiseführer und wir bekommen drei zusammenhängende Reihen für 15 Personen. Also wird es wieder sehr eng. Um acht Uhr startet der vollbesetzte Truck. Der jetzige Fahrer ist etwas defensiver und wir rasen nicht ganz so schnell den Berg hinab wie hinauf. Ständig kommen uns Trucks entgegen. Heute wird es voller am Felsen sein als gestern.

Um 8:45 Uhr erreichen wir unserem Charterbus und damit geht es wieder nach Bago. Unterwegs besichtigen wir eine Kautschukplantage und lernen einiges über die Herstellung von Kautschuk. Zwei kurze Stopps an einem Pomelostand und einem Stand mit getrockneten Fischen, dann erreichen wir zur Mittagszeit Bago und das HanthaWaddy Restaurant.

Ein letzter Programmpunkt ist der liegende Buddha „Shwe Tha Lyaung“, der drittgrößte des Landes mit 55 m Länge und 16 m Höhe. Leider liegt er unter einem Dach, das uns zwar vor Sonne schützt, aber auch durch viele Stützen den Blick auf den gesamten Buddha stört.

 

Zwei Stunden Fahrtzeit sind es noch bis Yangon und dem Sule Shangri – La Hotel. Auch dieses Mal dauert das Einchecken länger als erwartet.

 

Sonntag 25.2.2018

Zentrum mit kolonialem Charme

Ausschlafen! Htet Htet holt uns erst um 8:45 Uhr zur Stadtbesichtigung Yangons ab. Yangon ist die alte und noch immer die heimliche Hauptstadt Myanmars!

Zuerst fahren wir mit dem Bus zur Chauk Htat Gyi- Pagode. In der in einer offenen Halle eine der größten Buddhafiguren Myanmars liegt, 72 m lang. Es handelt sich um eine Nachbildung aus verputzen Ziegelsteinen aus dem Jahr 1957, der Original Buddha von 1907 war schon total verwittert.

Der Buddha liegt wieder in einer Erholungsposition, d. h., die Füße liegen nicht zusammen und er hat die Augen geöffnet (geschlossene Augen und Füße parallel = Nirwana Position). Nach einer ausreichend langen Besichtigung und Wässerung des Buddhas, bringt uns der Bus zum Royal Lake, auf dem eine aus Beton gebildete königliche Barke, die Karaweik liegt, ein Veranstaltungszentrum. Wie wandern kurz durch den schattigen Park und werfen von hier einen ersten Blick auf die Shwedagon Pagode und das im Oktober 2017 abgebrannte Hotel, in dem wir eigentlich hätten übernachten sollen. Am Ufer posieren einige Ladys, die für ein Werbeshooting engagiert wurden.

 

 

Weiter geht es zum Nationalmuseum, etwas Kultur und Landesgeschichte muss nach all den Buddhas und Pagoden sein. Im Erdgeschoss erklärt uns Htet Htet die burmesische Sprache, die wir wohl nie lernen werden. Auf den ersten Blick sieht es aus wie aneinander gereihte Kreise – schön, rund, ästhetisch. Danach sehen wir den original Löwenthron aus Mandalay (dort ist eine Kopie aufgebaut), eine goldene Schriftrolle (das Original liegt in Hannover im Museum) und im vierten Stock die traditionelle Kleidung der Burmesen.

Um halb eins treffen wir uns alle wieder am Bus und fahren zum Mittagessen ins Padonmar Restaurant, ein typisches Touristen-Lokal, in dem alle Reisegruppen anhalten.

Gestärkt machen wir uns auf den Weg in den Bogyoke Markt, in dem man alle Souvenirs kaufen kann, die man unterwegs vergessen hat. Der Bogyoke hieß früher Scott Market, da ein Mr. Scott ihn 1920 gegründet hat. Es erschlägt einen fast. Im Hauptgang liegt ein Juweliergeschäft neben dem anderen. Mehr als 100 Geschäfte verkaufen Schmuck, Mode, Kunst, Kunsthandwerk und Essen. Wir finden nach einiger Zeit einen Laden mit ansprechenden Schals und ich bin schon nach kurzer Verhandlung genervt über die Preispolitik. 1,5 Stunden laufen wir kreuz und quer durch den Markt, der stark an einen türkischen Basar erinnert.

Nachdem wir uns wieder alle gesammelt haben, starten wir um 16:15 Uhr zur Shwegadon Pagode. Wie in jeder Pagode heißt es Schuhe ausziehen. Mir bindet man zusätzlich einen Longyi um, da mein Rock zwar fast bodenlang ist, aber geschlitzt. Ich habe das Gefühl, man hat wir einen luftdichten Plastiksack umgebunden und schwitze sofort aus allen Poren…. Aber der Buddhas soll ja nicht gereizt werden und möglicherweise lösen sich die vier Haare Buddhas in der Stupa auf, wenn man mein Bein sieht.

Die Shwegadon Pagode ist das größte Heiligtum Myanmars und das Wahrzeichen des Landes. Sie ist über 2500 Jahre alt und fast 60.000 qm groß. Es herrscht von morgens bis abends Betrieb und Touristen laufen zwischen den knienden, betenden Buddhisten rum. Blumen und Schirmchen werden den Buddhas als Gaben gebracht.

18:30 Uhr: wir sammeln wieder unsere Schuhe ein und der Bus bringt uns zurück zum Hotel. 15 Minuten frisch machen und Mückenspray auftragen, dann wandern wir ins chinesische Viertel zum Abendessen mit Peter, Sabine und Susi. Gut 20 Minuten dauert es bis wir die 19. Straße erreichen, in der viele Restaurants liegen. Die anderen drei haben es gestern schon getestet und waren begeistert. Da gerade kein Tisch draußen frei ist und wir lange warten müssen, kommen erneut Zweifel auf, ob wir das Essen vertragen werden. Dieter entscheidet, dass wir uns ein „richtiges“ Restaurant suchen und wir laufen zurück zum Hotel. Im Untergeschoss gibt es für uns dann drei Slides Pizza.

 

Montag 26.2.2018

„Sie genießen einen ganzen freien Tag in Yangon.“ – sagt die Reisebeschreibung, aber eigentlich haben wir schon alles gesehen.

Schon um sieben sind wir beim Frühstück, ausgeschlafen, und verabschieden uns um acht von Sabine und Peter, die weiterfliegen zu 5 Tagen Strandurlaub.

Wir begeben uns nach dem Frühstück auf den Weg nach China town, um zu sehen, was tagsüber dort los ist. Die Straßen sind voll mit Ständen, überall sitzen Frauen, auch einige Männer, die ihre Waren anbieten. Wer soll das nur alles kaufen? In der 17. Straße kehren wir um und laufen zurück. Unterwegs besuchen wir noch kurz den größten chinesischen Tempel in Yangon, den Kheng Hock Keong Tempel – man darf die Schuhe anlassen:-)) Vor dem Tempel sitzt eine Frau, die lebendige Vögel verkauft. Das Freilassen soll Glück bringen. Fotografiert werden will sie aber nicht. Ob der Verkauf erlaubt ist?

Im Park mit dem Unabhängigkeits – Obelisk schauen wir noch die Fotoausstellung von World press an, dann wollen wir uns nur noch im Hotel abkühlen.

Mittags nehmen wir uns ein Taxi zum HRC. 4000 Kjat (nicht mal 3€) kostet die viertelstündige Fahrt zum Myanmar Plaza. Das Hard Rock Café kannte der Taxifahrer nicht. Im HRC kaufen wir ein überteuertes T-Shirt (wie Jutta sagt) und teilen uns ein Club Sandwich. Danach bringt uns ein anderes Taxi zurück zum Hotel.

Warm ist es wieder, 37 Grad sagt die App, und es war den ganzen Tag diesig.

Abends stellt sich wieder die Frage: Wo und was essen wir? Junction City, die Food Street, da sind wir auf der sicheren Seite und es ist nicht so weit zu laufen. Um acht Uhr durch die Straßen von Yangon zu laufen, strapaziert die Geruchsnerven sehr. Ich wünsche mir fast einen Mundschutz wie die Chinesen ihn oft tragen..   Ab 21 Uhr kommt die Müllabfuhr und holt den Dreck ab sagt Htet Htet. Und da ist was dran, denn morgens sind die Straßen längst nicht so zugemüllt wie abends.

 

Dienstag 27.2.2018

Flug Yangon – Deutschland
Morgens kaufen wir noch einige Souvenirs im Bogyoke Markt, dann erholen wir uns am Pool, bis wir um 15 Uhr die Zimmer räumen müssen und von Htet Htet zum Flughafen begleitet werden. Ab jetzt müssen wir wieder selbst auf unsere Koffer achten!
Flug: Yangon – Bangkok 19:50 – 21:45, Bangkok – Frankfurt 23:40 – 05:50 + 1Tag

 

Mittwoch 28.2.2018

Eine traumhafte Reise ist zu Ende gegangen.

Von + 38°C in Yangoon sind wir im – 9°C kalten Frankfurt gelandet und lassen uns von der DB nach Hildesheim befördern – mit nur 25 Minuten Verspätung!

1 KOMMENTAR

  1. Exzellente Bilder dabei. Insbesondere bei den Fischern und das Eröffnungsbild.
    Hier habe ich jetzt direkt Lust auf das Land bekommen. :o)

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