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Zeitraffer / Fotos Downtown Houston 2022

Zeitraffer / Fotos Downtown Houston 2022

Bei unserem letzten Besuch in Houston habe ich einige abendliche Ausflüge in die Innenstadt von Houston gemacht, um Nachtaufnahmen zu probieren, aber in erster Linie um Zeitraffer aufzunehmen. Houston Hindu Tempel Housten ist riesig – die viertgrößte Stadt der USA (2,5 Mio. Einwohner Kernstadt, 7 Mio. Einwohner Metropolitin Region). Die Bevölkerung bestand laut dem Zensus von 2010 zu 25,6 Prozent aus Weißen und zu 23,7 Prozent aus Afroamerikanern; 43,7 Prozent der Bevölkerung waren Hispanics; 6,3 Prozent waren asiatischer Herkunft. So wundert es nicht, dass man hier Hindu Tempel findet, die sich vor denen in Myanmar nicht verstecken müssen.  

 

 

 

 

 

Hindu Tempel: BAPS Shri Swaminarayan Mandir Houston, sehr schön ausgeleuchtet in verschieden Farben, leider kein Stativ erlaubt ;-). Auch Verhandlungen mit den Security-Leuten hat nichts gebracht.

Schade, ansonsten waren alle Leute sehr freundlich und zuvorkommend – Hindus halt.

Natürlich ist alles hell erleuchtet und bunt in Downtown Houston.

Auf den Highways ist immer viel Verkehr, aber nachts läuft er natürlich besser als zur ‚rush hour‘, da steht man gern auf diesem Highway 288 ;-). Den ersten Zeitraffer habe ich von der Brücke am Buffalo Bayou Park gemacht. Hier ist es abends menschenleer, nur ein paar verrückte Fotografen laufen hier rum. Eine weitere Station der Zeitraffertour war der Discovery Green Park. Eine schöne Oase mitten in der Innenstadt. Grünflächen für Familien zum Spielen, Wasserflächen zum Planschen und Abkühlen im Sommer, und Eislaufbahn im Winter. Wechselnde Veranstaltungen von Yoga bis zu Filmabenden finden regelmäßig statt. Der Park ist sehr sauber und fühlte sich sicher an. In unmittelbarer Nähe ist das Convention Center mit bunten Farbspielen im Foyer. Das ist nun wirklich pur Downtown Houston ‚Main Ecke Texas‘. Hier sieht man, das die Innenstadt in der Woche abends praktisch ausgestorben ist. Houston ist eine reine Business-Stadt, man findet abends tatsächlich freie, kostenlose Parkplätze. Unterwegs sind Partygänger und kleine Gruppen von Geschäftsleuten die in den Bars ihre Erfolge feiern oder den Frust ertränken und leider sehr viele ‚homeless People‘ die es hier zu Hauf gibt (3000 allein in Houston). Bewusst habe ich auf Fotos verzichtet, bei den Menschen Mülleimer auskippen und alten Colabecher auslecken. Das ist einem zivilisierten, reichen Staat wie USA nicht würdig und natürlich erst Recht nicht den Menschen. Es gibt vielfältige Gründe dafür und wir Deutschen haben ja immer gute Ratschläge / Lösungern für andere, wie es besser geht. Bei unserem nächsten Besuch in Houston – wir könnten schon wieder losfahren und vermissen die kleine Maus schon jetzt – mache ich vielleicht mal einen Bericht über die ‚dunkle Seite‘ Amerikas. Hier nun der letzte Zeitraffer:

USA 2021 (New Mexico)

Geschrieben von: Conny Beckötter

Reisebericht USA 2021 (New Mexico)

Nach einer schönen Zeit mit der Familie in Houston starten wir unseren Roadtrip durch Texas und New Mexico.

15.11.2021 San Antonio

Unser erstes Ziel ist San Antonio. Wir fahren über die Interstate 10 an Weimar und Schulenburg (irgendwie hatten wir die Orte hier nicht erwartet) vorbei bis nach San Marcos. Einkaufen im Outlet Center – ich brauche unbedingt eine neue Handtasche 😊 Nach einem erfolgreichen Einkauf geht es weiter und wir erreichen nachmittags San Antonio.

New Mexico AlamoAls erstes möchten wir The Alamo anschauen, obwohl es um 17 Uhr schließt, dürfen wir kurz nach fünf noch rein. Man kann die Kirche besichtigen – keine Fotos – und durch den Garten bummeln. Schnell erledigt. The Alamo ist eine ehemalige Missionsstation, die zum Fort umgebaut wurde und bekannt wurde durch die Schlacht von Alamo des Texanischen Unabhängigkeitskrieges 1835/1836, als die Verteidiger des Forts schließlich von mexikanischen Truppen besiegt wurden.

 

New Mexico San AntonioIm Anschluss spazieren wir den River Walk lang. Der River Walk ist die Attraktion in San Antonio, eine Kombination aus Stadtpark und Fußgängerzone am San Antonio River entlang, voll mit Geschäften und Restaurants. Trotz Covid ist alles sehr gut besucht und kaum jemand trägt Masken. Wir hören mehr spanisch als englisch.   Zu Abend essen wir im Hard Rock Café wie vor 11 Jahren.   Auf dem Weg zurück zum Hotel kommen wir am Plaza de las Islas Canarias vorbei, der San Fernando Cathedral, dem Courthouse und dem Gründerdenkmal. 15 Familien, die von den Kanarischen Inseln kamen, stifteten hier 1731 den Platz.

New Mexico San Antonio New Mexico San Antonio

                   

 

 

 

 

 

 

 

16.11.2021 Fort Stockton

New Mexico San AntonioNew Mexico San AntonioNach dem Frühstück gehen wir zum Marketplace, um den mexikanischen Markt zu besichtigen. Es schläft noch vieles um zehn Uhr, mit deutscher Pünktlichkeit können die hier nichts anfangen, und wir nicht so viel mit mexikanischem Kitsch. Auch hier beginnt langsam die Weihnachtszeit. Das Banner mit „Dia de Los Muertos“ weicht heute dem Weihnachtsbanner.   Wir dachten in Deutschland noch, wenn wir einen SUV mieten, haben wir ein größeres Auto, aber unser Mitsubishi ist das kleinste Auto im Parkhaus in San Antonio. Wir beschließen genug von San Antonio gesehen zu haben und fahren weiter nach Westen. Zunächst müssen wir tanken und erleben eine unerwartete Überraschung. Wie öffnet man den Tankdeckel? Nach gefühlten 5 Minuten finden wir den Hebel. Dafür akzeptiert die Tanksäule unsere Kreditkarte sofort 😊 Beim Frühstück war zu entscheiden, ob wir deutsches Siedlertum oder Cowboys sehen wollen und dabei ist die Entscheidung gegen Fredericksburg und für Bandera gefallen. Bandera, „the Cowboy Capital of the World“, ist mal wieder ein kleines Glenn Innes (mein persönliches Synonym für einen Ort, der nichts bietet, aber ein super Marketing hat). Der Titel „Cowboy-Hauptstadt der Welt“ entstand, als Bandera Ende des 19. Jahrhunderts zum Schauplatz der letzten großen Viehtriebe wurde. Viele schöne Wandmalereien und Straßenschilder aus Metall gibt es allerdings. Wir schauen uns das historische Gefängnis (geschlossen) von außen an und gehen in den General Store – das war’s. Danach liegen gut 450 km Strecke vor uns über die Interstate 10 bis Fort Stockton. Die Kilometer ziehen sich ziemlich hin, da auf dem Weg nichts Interessantes zu sehen ist. Am Straßenrand stehen in regelmäßigen Abständen Schilder mit springenden Hirschen, die aber wenig nützlich sind, denn alle paar Kilometer liegt ein Roadkill am Straßenrand, vom Hasen bis zum Hirschen ist alles dabei. Nachdem wir im Hotel in Fort Stockton, der Stadt, die den Titel „the friendliest Town in Texas“ trägt, eingecheckt haben, fahren wir gleich in die City, um die drei Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Überschaubar! Als erstes schauen wir das Wandbild am Bella Terrazza an, prädestiniert für Selfies. Einige Fotos später suchen wir den „Giant Roadrunner“ oder „Paisano Pete“ auf. Das historische Eisenbahndepot, Sehenswürdigkeit Nr. 3, liegt gleich auf der anderen Straßenseite. Damit haben wir das wichtigste von Fort Stockton gesehen. Es soll aber keiner sagen, dass in Fort Stockton nichts los ist… am Eisenbahndepot parkt neben uns ein großer schwarzer Van und plötzlich halten hinter ihm zwei, dann drei Sheriff Fahrzeuge. Mir ist schon etwas mulmig. Haben wir etwas falsch gemacht? Nein, ein Sheriff zerrt vom Rücksitz des Vans eine Jugendliche, die anderen sichern ihn und dann legen sie tatsächlich dem Mädel Kabelbinder als Handschellen an. Wir verlassen lieber den Parkplatz, bevor wir auch noch durchsucht werden…. außerdem machen wir Platz für das vierte Sheriffs Fahrzeug. Beim anschließenden Tanken entsorge ich unser Tütchen Salz, dass wir für die gekochten Eier (unser Mittagessen die letzten zwei Tage) mitgenommen haben. Nicht, dass wir als Drogendealer angesehen werden. 😊 Hier scheint man schnell verhaftet zu werden und weißes Pulver in der Nähe Mexikos ist schnell verdächtig. Ich befürchte, wir kommen zu keiner Erklärung, bevor wir mit Kabelbindern fixiert auf dem Boden liegen. 😊 Zum Abendessen fahren wir in K Bob’s Steakhouse, eine sehr gute Entscheidung, denn dort isst halb Fort Stockton. Während wir auf unser Steak warten, betreibt Dieter Sozialstudien und amüsiert sich. Die Lady hinter uns wiegt ca. 200 kg zu viel, was kein Wunder ist, da sie zwei Portionen bestellt hat… Auf der anderen Seite sitzt ein Paar, das scheinbar nicht so oft mit Messer und Gabel isst – jedenfalls ist die Handhabung des Messers außergewöhnlich. Der Mann neben uns setzt auch zum Essen seinen Stetson nicht ab – ist aber auch ein schönes Exemplar. Am meisten amüsiert Dieter der Tisch mit den fünf jungen, kräftig gebauten Männern. Einer der Männer beschäftigt sich intensiv mit seinem Handy und den jungen leichtbekleideten Ladies darauf. Interessant! Nebenbei essen wir einen riesigen Salat, ein 6 bzw. 12 oz Sirloinsteak mit Pommes und trinken dazu einen halben Liter Cola/Bier. Kleinere Mengen Getränke gibt es nicht, wir sind ja in Texas und „every thing is bigger in Texas“. Auf dem Weg zurück zum Hotel springt uns noch fast ein Coyote auf die Kühlerhaube. Also, wer sagt, es ist nichts los in Fort Stockton? Schnell noch für die Carlsbad Caverns eine Reservierung buchen, dann können wir schlafen.

17.11.2021 Carlsbad Caverns

Das Frühstück ist wie gewohnt sehr amerikanisch. Gegen neun Uhr starten wir. Wieder liegen etliche Kilometer vor uns. Es geht über eintönige Straßen und durch viele Baustellen, die die Strecke nicht unbedingt interessanter machen, dafür aufhalten. Auf den Feldern neben der Straße liegen unzählige Gas- oder Ölfelder. Es begleiten uns ebenso eine Menge an Stromleitungen, kreuz und quer auf den Feldern und neben der Straße. Über Elektrosmog macht man sich hier keine Gedanken, ist wahrscheinlich nicht so gefährlich wie der Chip der COVID-Impfung.       Gestern hatten wir die letzte mögliche Reservierungszeit (13:30 Uhr) gebucht und nicht bedacht, dass wir für New Mexico die Uhren noch einmal eine Stunde zurückstellen. Trotz Baustellen erreichen wir um 11:40 Uhr das Visitorcenter der Carlsbad Caverns. Da es nicht sehr voll ist, können wir die Reservierung vorziehen und gleich hinein. Wegen COVID ist nur eine Self-guided Tour möglich, die 15$ kostet. Es besteht die Möglichkeit mit dem Fahrstuhl zu fahren oder zu laufen. Wir laufen runter und fahren mit dem Fahrstuhl wieder hoch. Die Carlsbad-Höhle hat einen der weltweit größten unterirdischen Räume und gehört zum UNESCO- Weltnaturerbe. Die Natural Entrance Tour führt uns über Serpentinen 229 m tief zum Eingang der Höhle. Es geht aber auch in der Höhle weiter bergab. Die Gesamttiefe der Höhle liegt bei 253 m. Unten ist es nur noch 13 Grad. Die Beleuchtung reicht zwar aus, um auf dem Weg ohne Taschenlampe zu gehen, aber für Fotos ist es fast etwas zu wenig. Und das Stativ liegt im Auto…. Einige bizarre Formationen, wie das Whale Mouth liegen schon auf dem Weg nach unten, aber die richtig beeindruckenden Stalagmiten und Stalaktiten stehen im Big Room. Die Ausmaße sind unbeschreiblich. Wir sind begeistert! Der Big Room ist 3,1 ha groß, mit einer Deckenhöhe von bis zu 78 m. Viele der Formationen haben Namen, wie Lion’s Tale, Chinese Theatre, Puppet Theatre…. Die Gesamtlänge der Wege im Big Room beträgt 1,6 km, man kann aber nach gut 300 m eine Abkürzung zum Elevator nehmen. Wir wollen die ganze Strecke sehen. Leider ist das hintere Stück nicht so attraktiv wie die vorderen Bereiche. Nach drei Stunden und mehr als hundert Fotos fahren wir mit dem Aufzug die 79 Stockwerke wieder hoch. Gefühlt sind wir einen Marathon gelaufen, es waren allerdings nur knapp 6 km, aber auf Beton und bis auf einige Stufen (6 Stockwerke sagt die App) fast nur abwärts. Wie gut, dass wir eher in die Höhle konnten, denn es sind noch zwei Stunden Fahrt zu unserem Hotel in Roswell und schon fast drei Uhr. Dieter hat heute Morgen entschieden, dass wir mal etwas Neues ausprobieren und das Quality Inn in Roswell gebucht. Es ist deutlich günstiger und reicht uns völlig aus. Roswell ist die UFO und Alien-Stadt. Die Straßenbeleuchtung in der Stadt sieht aus wie ein eiförmiger Kopf mit zwei Augen. Überall stehen grüne Männchen und Ufos.  

18.11.2021 White Sands Nationalpark

Morgens meint Dieter, das nächste Hotel dürfe doch etwas mehr kosten, dabei haben wir sehr gut geschlafen. Lediglich der Geruch ist gewöhnungsbedürftig. Wir sind in UFO City, deshalb möchte ich auch das UFO Museum besuchen. Da es erst um neun Uhr öffnet, haben wir reichlich Zeit, um das nächste Hotel zu buchen. Um ausreichend Zeit im White Sands NP zu haben, bleiben wir für die Nacht in Alamogordo, auch wenn die Hotelauswahl begrenzt ist. Das Holiday Inn ist uns mit 220€ zu teuer, 68€ für ein Quality Inn zu günstig, also nehmen wir Super 8 für 140€. Später stellt sich raus, dass es die falsche Wahl war. Das UFO Museum ist eher ein Witz. Es stehen ein paar Außerirdische rum und es werden Geschichten über Sichtungen von Ufos und Aliens beschrieben. 1947 hat hier ein Farmer eine fliegende Untertasse gesehen und auf seinem Feld Überreste davon gefunden. Ein Militärgeneral hat es zunächst bestätigt, dann aber widerrufen und als Wetterballon deklariert. Viele andere Menschen haben in den vergangenen Jahren in diesem Bereich UFOs gesichtet. Travis Walton wurde sogar 5 Tage von Aliens auf ein UFO entführt…. Ich bin mir fast sicher, dass die Aliens auch zu mir Kontakt aufgenommen haben. Meine Haare sind statisch so aufgeladen, da sie bei jeder Berührung waagerecht abstehen. Wenn das kein Zeichen ist. 😊 Das UFO Museum ist schnell erledigt und gegen zehn Uhr fahren wir weiter nach Alamogordo und zum White Sands Nationalpark. Kühl ist es geworden in Roswell, in der Nacht soll es sogar -2° C gewesen sein, dabei hatten wir in Carlsbad noch 30° C. Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt durch Nowhere Land. Mittags erreichen wir White Sands und sind wie vor elf Jahren begeistert von den weißen Dünen. Wie gut, dass wir viel Zeit haben, denn die Sonne steht noch viel zu hoch für gute Aufnahmen. Also zuerst ein Picknick in der Yucca Picknick Area mit anschließendem Fotoshooting des Autos. Unser Mittagessen fällt scheinbar immer sparsamer aus. Essen wird eh überbewertet.       Die strahlend weißen Dünen bestehen aus Gips. Über 712 km² erstrecken sich die Dünenfelder, davon liegen allerdings nur 297 km² innerhalb des Parks. Der Rest befindet sich auf militärischem Gebiet, das nicht öffentlich zugänglich ist, da dies die White Sands Raketenbasis ist, in der regelmäßig Raketentests durchgeführt werden. Der 13 Kilometer lange Dunes Drive führt in das Herz der Dünenfelder. Die ersten 6 1/2 Kilometer sind asphaltiert, danach folgt eine harte, gipshaltige Straße, die jedoch problemlos zu befahren ist. Wir suchen uns möglichst schöne Bereiche aus mit Gras oder Yuccas in den Dünen für Fotos. Die Zeit vergeht schnell und schon ist es vier Uhr, d.h. bald geht die Sonne unter. Wir laufen noch den Interdune Boardwalk lang und einen Teil des Dune Life Nature Trails. Sobald die Sonne hinter den Dünen verschwindet, wird es wieder kühler. Letzte Fotos um halb fünf, dann geht es zum Hotel, das am anderen Ende Alamogordos liegt.       Ich glaube, wir haben das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis ausgewählt, dass man finden konnte. An der Rezeption wartet schon jemand vor uns. Es piept ohrenbetäubend nervig. Nach einigen Minuten kommt jemand und auf unsere Bitte, das Piepen abzuschalten, kommt der Kommentar: Das geht nicht, irgendwann geht es von allein aus. Wo sind wir hier gelandet?   Das Zimmer ist … na ja, für 40 € wäre es okay gewesen. Wie immer riecht es seltsam und bei dem Versuch zu lüften, hält Dieter plötzlich den halben Fensterrahmen in der Hand. Schnell wieder reindrücken und ignorieren. Zunächst fahren wir zurück in die Stadt zum Abendessen, Pizza wäre gut und wir hatten einen Pizza Hut auf dem Weg zum Hotel entdeckt. Etwas erstaunt es schon, dass niemand drinsitzt. Erklärt sich schnell: No dine -in, just take away. Die Lady versucht uns noch zu motivieren etwas zu bestellen, aber wir wollen nicht auf unserer Bettkante essen und Pizza Hut hat kein Personal, um uns dort zu bedienen ☹ Nebenan ist ein Wendy’s, dann essen wir halt Burger. Das Essen ist genauso gut wie die Unterkunft.

19.11.2021 Albuquerque (Breaking Bad – Netflix Serie)

Frühstück gibt es nur bis neun und die Auswahl und Qualität entspricht dem Motel. Die gekochten Eier sind schon abgepellt, was ich bis jetzt seltsam fand, warum sollte das Personal die Eier pellen? Machen sie auch nicht, sie werden gekühlt in einer Plastiktüte zu 10 oder 20 geliefert und nur aus der Verpackung genommen ☹ Wie jeden Morgen müssen wir entscheiden, wo es hin gehen soll und wie weit wir fahren. Auf meinem Programm stehen die Very Large Array und dann Albuquerque. Da die Teleskopantennen einen „Umweg“ von zwei Stunden plus Besichtigung verursacht hätten, schlägt Dieter mir vor, ich könnte auch die Bilder von 2011 ansehen und wir verzichten auf den Besuch. Okay, sie waren zwar beeindruckend groß, aber vielleicht wirklich keinen Zeitaufwand von mindestens drei Stunden wert. Deshalb buchen wir ein Hotel in Farmington und haben heute einen etwas längeren Fahrtag, 390 Meilen, 6,5 Stunden Fahrt liegen vor uns. Das Hotel sollte etwas höheren Standard aufweisen. Da es nicht sehr gemütlich im Super 8 ist starten wir früh. Die Strecke ist auch auf diesem Stück sehr eintönig und die Kilometer ziehen sich hin. Um den Tag etwas aufzulockern, wollen wir in Albuquerque anhalten. Wir haben beide Breaking Bad gesehen und sind Walter White Fans. Für eine Breaking Bad Tour fehlt uns allerdings die Zeit, aber im Candy Lady Shop kann man Blue Crystal Meth à la Walter kaufen und da wollen wir hin.       Erstaunlicherweise finden wir einen kostenlosen Parkplatz an der San Felipe de Neri Kirche, direkt in Old Town, der historischen Altstadt, die seit über drei Jahrhunderten das Herz von Albuquerque ist.  Hier reiht sich ein malerisches Adobehaus an das andere, alle belegt mit Kunsthandwerk, Fotogalerien oder Souvenirshops. Wir schlendern daran entlang bis zum Candy Lady Shop und erstehen 5 kleine Päckchen Blue Candy. Essen würden wir auch gerne, denn es ist schön halb zwei und das Frühstück war doch sehr sparsam. Leider haben alle Restaurants im Umfeld geschlossen. Also geht es weiter nach Norden. Farmington liegt ganz im Nordwesten New Mexicos. Nach Albuquerque wird die Strecke interessanter. Sie führt durch die Jemez Berge und immer wieder sind tolle Felsformationen zu sehen. Gegen fünf Uhr erreichen wir unser Hotel in Farmington, es ist fast dunkel und war ein langer Fahrtag. Das Fairfield Inn war eine gute Wahl und ist sogar günstiger als das Super 8. Die Lady an der Rezeption empfiehlt uns zum Dinner die Three River Brewery, gleich um die Ecke, nur 6 Kilometer entfernt und wir folgen ihrem Rat. Das Essen war wirklich sehr gut. Das Googlen unserer morgigen Fahrt in die Bisti Wilderness und ins Valley of Dreams beunruhigt mich ein wenig. Bin ich so abenteuerlustig und wage ich mich in die Wildnis, ohne Trails, ohne GPS, ohne Handyempfang?  

20.11.2021 Bisti Wilderness

Beim Frühstück entscheiden wir, dass wir eine weitere Nacht hier verbringen. Es ist nur noch 1° C und sehr bewölkt. Gegen halb zehn starten wir das Abenteuer Wildnis. Das erste Stück, ca. 50 Meilen, über die 371 nach Süden ist noch asphaltiert. Dann biegen wir links ab in die San Juan County Road 7650, eine Schotterpiste, aber breit und gut befahrbar. Das Navi (Google Maps) lässt uns nach 7,8 m abbiegen auf die Echarlie Rd, die für uns nach wenigen Metern vor einem Zaun endet. Dann sagt das Handy „no Service“, jetzt fahren wir nach Gefühl 😊 durchs Niemandsland. Wir wussten ja, dass es weder Handyempfang, noch Hinweisschilder, noch befestigte Straßen in diesem Bereich gibt. Über die 7870, eine Sandpiste, geht es weiter. Am ersten Abzweig markieren wir die Richtung für die Rückfahrt mit einer geleerten Wasserflasche und einem Foto, auf dem wir in die richtige Richtung weisen. Die Is Rt 7022 haben wir nicht gefunden, bzw. den Pad wollten wir nicht fahren, also bleiben wir auf der 7870 bis wir vor einem Wash (Bodenauswaschung, Rinne) stehen, der uns zu hoch erscheint. Wir parken den Wagen und glauben noch, das letzte Stück zu Fuß gehen zu können. Wir laufen ins Nichts hinein, no Trails, aber ein paar verblichene Knochen in der Pampa. Nach einem Kilometer brechen wir ab, es muss einen anderen Weg geben, denn ein Fahrzeug hat uns überholt. Zurück am Auto erkunden wir die Gegend und finden einen Weg, an dem die Fahrt durch den Wash nicht ganz so tief ist. Aufsetzen wollen wir eigentlich nicht. Wenn Avis wüsste, wo ihr neues Auto rumfährt… Geschafft, weiter geht es zu den ersten Hoodoos. Um 12 Uhr haben wir die East Area des Valley of Dreams erreicht. Das Valley of Dreams liegt im Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness Study Area, ein Wildnis Gebiet der Superlative, eine zu Stein gewordene Urlandschaft mit Fossilien und versteinerten Baumstümpfen aus der Kreidezeit, aber auch ein gigantischer Skulpturengarten, dessen Form- und Farbenreichtum kaum zu übertreffen ist. Ein Märchengarten, der einfach nur bezaubert! Absolut fantastisch! Awesome! Wir sind total begeistert. Schade, dass der Himmel so bewölkt ist, da muss Photoshop wohl noch ran. Nach vielen Fotos fahren wir den Weg zurück und finden tatsächlich die Is Rt 7022 zum Valley of Dreams Trailhead, eigentlich nur eine kaum sichtbare Fahrspur ins Nichts. In der Ferne sehen wir drei Autos parken, also kann das nicht ganz falsch sein. Wir parken daneben und gehen zur Abbruchkante. Von dort können wir schon die ersten tollen Felsformationen sehen, nur den Hügel runter. Wir packen Wasser in den Rucksack und unsere Kameras und starten. Wieder geht es nach Sicht und Gefühl, Wege gibt es nicht. Ich werden mich nie wieder über die fehlenden Marker im Death Valley beschweren😊 Angekommen bei den Hoodoos wundern wir uns, wo die Leute aus den anderen Autos geblieben sind. Sehen kann man sie nicht, aber schon hören. Der Himmel hat sich leider noch mehr zugezogen. Als ein Paar auf uns zu kommt, fragen wir, ob es sich lohnt weiterzugehen und die Frau meint, es sei mindestens 10 x schöner und größer als hier. Das können wir uns nicht entgehen lassen, auch wenn es laut der Lady ca. eine Stunde Weg ist, um dort hinzukommen. Normalerweise nicht viel, aber ein Weg ist nicht zu sehen, nur in der Ferne die schwarzen Streifen und roten Hügel, auf die wir zugehen sollen. Immer wieder kreuzen Washs unseren Weg, es geht hoch und runter…. Schon nach 15 Minuten erreichen wir die ersten Felsformationen, die aber noch nicht unser endgültiges Ziel sind, also weiter. Nach 45 Minuten sind wir am Ziel, im Valley of Dreams. Man kann den ganzen Bereich mit einem Loop umwandern, das überlassen wir den halb so alten Besuchern. 😊

Das Wetter spricht auch nicht gerade für eine längere Verweildauer, obwohl es nicht wirklich kalt ist. Auf dem Rückweg ziehen sich die Wolken etwas zurück und der Himmel wechselt von grau zu blau. Wunderbar!

Die Rückfahrt kommt mir gar nicht mehr so holperig vor, aber wir wissen ja jetzt auch, was uns erwartet. Schneller als gedacht sind wir auf der Schotterpiste, sammeln unsere Wasserflaschen-Markierung wieder ein und fahren zurück ins Hotel. Siebeneinhalb Stunden waren wir unterwegs. In unserem Zimmer versuche ich die Strecke im Netz nachzuvollziehen und glaube nun, wenn wir vom East Parking etwas weitergefahren wären, hätte es einen kürzeren Weg zur anderen Seite des Valley of Dreams gegeben. Egal, wir haben die Fahrt in die Wildnis New Mexicos genossen. Zum Abendessen fahren wir wieder in die Three River Brewery, diesmal in die Pizzeria und ordern eine 16 inch Pizza namens Enzo Ferrari (mit Salami, Schinken, Peperoni…). Damit haben wir unseren Hunger total überschätzt, eine weitere Person wäre auch noch satt davon geworden.      

 

 

21.11.2021 Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness Study Area

Die Sonne scheint wieder 😊 bei 4° C. Super! Wie üblich erfolgt beim Frühstück die Tagesplanung. Ich würde gerne die Wings of Kings sehen und evtl. in die Bisti Badlands. Dort muss man allerdings weite Strecken gehen. Also versuchen wir die Wings zu finden.   Auschecken und los geht es, erst die 371 nach Süden und dann links in die 7650 abbiegen. Die Schotterpiste sollte uns fast an die Wings of Kings ranführen, nur ein kurzer Abzweig in eine Sandpiste, bzw. Fahrspur. Wir sind etwas verunsichert, folgen aber der recht schlechten Fahrspur, immer am Zaun lang. Irgendwann sagt Google Maps wird sind da, parken und zu Fuß weiter. Aber es geht nicht wirklich weiter, wir stehen vor einem Zaun, vor uns, vor dem Zaun, noch einige Kühe….  Das ist uns alles zu unsicher, wir sind im absoluten Nichts gelandet. Dieter möchte Walter White spielen und wir verteilen das Blue Chrystal Meth (Candy) auf der Motorhaube.😊 Also wieder zurück auf die 7650, die auch Is Rt 7022 heißt und jetzt weiß ich auch, dass das für Indian Service Route steht. Wir fahren den bekannten, mit Schlaglöchern versetzten Sandweg bis zur East Area.   Heute liegen die Hoodoos voll im Sonnenschein, der Himmel ist strahlend blau und kein Wölkchen zusehen. T-Shirt-Wetter! Wir haben in den letzten drei Stunden keine Menschen gesehen. Auf einer Karte im Netz (es handelt sich um google Maps Karten, auf denen Besucher ungefähre Routen eingetragen haben) hatte ich gesehen, dass man von hier nur einen kurzen Weg fahren muss, um dann relativ nahe ans Valley of Dreams zu kommen. Wir finden und nehmen den Weg, auch wenn es immer holpriger wird. Zum Abschluss geht es einen steilen Hang hoch und man kann nicht sehen, was dann kommt. Ich finde es sehr unheimlich. Oben angekommen steht schon ein Auto und nachdem wir geparkt haben, kommen keuchend drei junge Leute den Berg von unten hoch. Sie berichten, dass es gar nicht weit ist bis zu den Felsen, nur 1/2 Stunde zu laufen, einfach querfeldein. Uns erscheint es viel weiter weg als ein 30 Minuten Gang. Trotzdem machen wir uns bepackt mit Kamera und Wasser auf den Weg. Es geht zunächst den Hügel runter durch pieksiges Gestrüpp, dessen Widerhaken in der Jeans steckenbleiben. Dann gehen wir eine Zeit lang durch einen Wash, können aber nicht sehen, ob wir in die richtige Richtung laufen. Also hochkraxeln und in der Ebene weiterlaufen. Mehrere Washs überqueren wir und sind tatsächlich nach einer halben Stunde am Valley of Dreams angekommen, diesmal nicht unten, sondern weiter oben bei den Hoodoos. Wunderbar! Es ist kaum beschreibbar, was für tolle Felsformationen die Natur hervorbringen kann. Es klettern zwischen den Hoodoos durch und finden tatsächlich etwas, das aussieht wie der Alien Thron. Ich bin begeistert. Gestern haben wir ihn schon von unten gesehen, aber nicht registriert, jetzt stehen wir daneben. Ziel erreicht!   Dann kann es zurück gehen, wir haben auch noch eine größere Strecke zum Hotel vor uns als gestern. Um drei Uhr erreichen wir wieder unser Auto. Nun muss uns nur noch Google ohne Netz durch die Pampa zur 550 in Nageezi führen. Es klappt, 45 Minuten brauchen wir, nachdem wir die 7650 erreicht haben. Die gesamte Strecke ist Schotterpiste, durch die einige Querfurten von Wasserabflüssen laufen, so dass man langsamer fahren muss als Dieter möchte. Nachdem wir zweimal fast mit dem Auto gesprungen sind, sieht auch er es ein 😊 dabei hat er vorher noch gesagt, er fährt jetzt wie Godfrey (unser Fahrer in Tansania), immer schön besonnen und langsam. Die Fahrt über die 550 zieht sich zwar hin, 175 km, aber sie ist sehr scenic, da uns die Jemez Mountains den größten Teil begleiten. Halb sechs erreichen wir das Holiday Inn in Bernalillo, einem Randbezirk von Albuquerque. Zum Dinner folgen wir der Empfehlung der Rezeptions Lady ins Range Café zu homemade cooking. Dort trinke ich die erste Margarita dieses Urlaubs, ein Muss in New Mexico, eine Prickly Pear Margarita (El Jimador Blanco tequila, triple sec. prickly pear puree and lime juice), Frozen – muss ich nicht noch einmal bestellen😊        

 

 

 

22.11.2021 Santa Fe

Frühstücken in amerikanischen Hotels ist immer wieder spannend. Was gibt es wohl heute außer Pancakes? Toast, aber nur vorgefertigte Omeletts, kein Rührei für Dieter☹

 

Wir lassen es langsam angehen, denn unser heutiges Ziel ist Santa Fe, nur 70 km entfernt, mal wieder Stadtluft schnuppern und vielleicht etwas in Kultur machen. Die Parkplatzsuche gestaltet sich schwieriger als in Albuquerque, aber an der Kathedrale finden wir einen öffentlichen Platz, 10$ für 4 Stunden parken. Die Kathedrale Franz von Assisi ist montags geschlossen, welch Pech. Dann schauen wir uns gleich das Georgia o’ Keefe Museum an. Online waren leider keine Karten mehr bestellbar.   Vor dem Museum steht schon ein Schild – ausgebucht☹ Möglicherweise liegt es daran, dass die Thanksgiving Woche für viele Ferienzeit und Urlaub ist… jedenfalls ist es ziemlich voll hier. Wir bummeln noch etwas durch die Stadt bis zur Loretta Chapel. 5$ Eintritt sind uns aber diesmal zu viel, zumal sehr viele Personen in der Kirche sind und Abstände nicht eingehalten werden können – sind wir schon Corona-geschädigt? Stattdessen gehen wir ins La Fonda Hotel zum Mittagessen. Wird vielleicht eine neue Tradition, immer wenn wir in Santa Fe sind dort zu essen. Das historische, 100 Jahre alte Hotel „La Fonda on the Plaza“ ist das einzige Hotel am Santa Fe Plaza. La Fonda heißt eigentlich nur „The Inn“ in Spanisch, aber das Hotel wird beschrieben als „the grand dame of Santa Fe’s hotels“ und “living room of Santa Fe“. Trotz Mittagszeit bestelle ich mir einen House Margarita, denn das La Fonda ist berühmt für seine Margaritas. Gefühlt besteht sie nur aus Tequila und trotz des Preises (12$) verzichte ich nach der Hälfte. Mein dritter und definitiv letzter Versuch in diesem Leben Geschmack an Margaritas zu finden. Später erweist sich noch, dass die Margarita mir gar nicht gut tut, mein Magen-Darm-Trakt rebelliert und mir ist richtig schlecht. Eine Sehenswürdigkeit, die bei Tripadvisor für Santa Fe ganz oben steht, ist das Meow Wolf, ein Museum der besonderen Art. Dort kann man online noch Karten für diverse Uhrzeiten bestellen. Vielleicht liegt es am Preis von 40$ each. Auf dem Parkplatz stellt Dieter fest: Wenn Schwarmintelligenz für die Qualität spricht, sind wir hier richtig. Aber Schwarmintelligenz hat nicht immer recht. Die Homepage sagt: Meow Wolf’s House of Eternal Return is a mind-bending, explorable art experience for people of all ages. Meow Wolf ist eine immersive, permanente Kunstinstallation mit einer erstaunlichen Form des nichtlinearen Geschichtenerzählens. Dieser einzigartige und explorative Raum entstand aus einer Zusammenarbeit von über 100 Künstlern, was zu einem wilden, fantasievollen, interaktiven Ergebnis führte. Unsere Mission ist es, Kreativität durch Kunst, Erforschung und Spiel zu inspirieren, damit Fantasie die Welt verändern wird. Meow Wolf ist eine Kombination aus Dschungel -Fitnessstudio, Kindermuseum, Kunstausstellung und Spukhaus – das können wir bestätigen. Ansonsten verstehen wir wohl nicht so richtig, was das alles soll. Kunst liegt halt im Auge des Betrachters. Die Kids sind hier begeistert. Es beginnt mit dem Betreten eines ganz normalen Hauses aus dem Jahr 2016. – ich finde es sieht eher nach 50er Jahre Haus aus. Und dann geht das Abenteuer los. Man kann durch Kamine in neue Räume kriechen oder durch einen Kühlschrank klettern, immer wieder eröffnen sich neue Möglichkeiten in einen anderen verrückten Raum zu gelangen. Und verrückte Räume gibt es reichlich.     Nach einer Stunde haben wir von dem psychedelischen Wahnsinn der Künstler genug und wir verlassen das Haus. Dieter ist überzeugt, dass nur wir das nicht verstanden haben – Sprachschwierigkeiten ??? Kunstverständnisschwierigkeiten ??? oder beides ??? Heute Mittag habe ich die Margarita noch für teuer befunden, aber im Hinblick darauf, dass ich auf das Abendessen verzichten kann, war sie glatt ein Schnapper. Dieter macht es wie die Amerikaner, er bestellt telefonisch die Wings und isst auf dem Zimmer. Die Toiletten werden übrigens immer niedriger, jetzt sind wir ungefähr auf der Höhe einer deutschen Kindergarten-Toilette angekommen.  

23.11.2021 Rückweg auf der Route 66

Unser Rückweg nach Houston beginnt mit einem Fahrtag nach Amarillo. Wo es sinnvoll möglich ist, fahren wir die historische Route 66, die Mutter aller Straßen. In Tucumcari steht das Black Swallow Motel an der Route 66, ein pinkfarbenes Motel, gebaut in den frühen 40er Jahren, mit zwei Oldtimern davor. Das Motel wird heute noch betrieben und jeder Raum hat seine eigene Garage oder einen Carport. Unser nächster Fotostopp ist in Adrian am Midpoint Café, eines der ältesten Cafés an der Route 66.  Dort ist genau die Hälfte der Route 66, die von Chicago nach Los Angeles quer durch die USA verläuft. In Adrian sind es genau 1139 Meilen nach Chicago und Los Angeles. Auch hier stehen dekorativ Oldtimer vor den Motels.   Weiter geht es auf der Route 66 Richtung Amalillo. Die Cadillac Ranch kurz vor Amarillo ist ein Kunstprojekt der Gruppe „The Ant Farm“, initiiert von Stanley Marsh. 10 Cadillacs wurden im Boden verankert, mit der Motorhaube voran, so dass der Kofferraum nach oben zeigt. Es ist Tradition mit einer Spraydose dort hinzugehen und die Cadillacs mit Graffiti zu besprühen, das ist Teil des Kunstobjektes. Regelmäßig werden sie mit einer neuen Basisfarbschicht lackiert, damit sie neu besprüht werden können. Wir kommen kurz vor Sonnenuntergang an und es sind schon einige Sprayer am Werk. Alle Cadillacs sind dick mit Farbe beschichtet.     Auch wir hatten uns zuvor im Home Depot mit einer Spraydose eingedeckt, in Neon Orange, und besprühen kräftig zwei Cadillacs. Um etwas von unseren Schriftzügen zu sehen, müssen sie mehrfach übersprüht werden, sonst gehen sie unter. Die Sonne geht unter und schnell ist es dunkel, deshalb fahren wir statt in die City gleich zum Hotel, das ein wenig außerhalb liegt. Hoffentlich gibt es dort Restaurants in der Nähe… ja, direkt neben dem Holiday Inn liegt das Texas Rose Steakhouse, in dem wir fantastisch zubereitete Steaks bekommen.  

24.11.2021 Caprock Canyons State Park

Ein weiterer Fahrtag mit einer kleinen Auflockerung im Caprock Canyons State Park, insgesamt 270 Meilen zu fahren. Die Strecke führt uns durch Baumwoll-Anbaugebiete, die wir hier eher nicht erwartet hätten. In Quitaque geht es ab zum State Park, den wir gegen 12 Uhr erreichen, wir zahlen 5$ Eintritt pro Person und können für einen Tag den Park besuchen. Caprock Canyons SP ist die Heimat der „Offical Texas State Bison Herd“. Passt, gleich nach der Einfahrt stehen die ersten Schilder Bison Crossing und die ersten Bisons laufen vor uns über die Straße. Der State Park ist in erster Linie ein Wander- und Mountainbike-Paradies. Mit dem Wagen kann man nur eine Straße befahren. Da wir nur wenig Zeit haben, fahren wir einmal durch und wieder zurück. Im hinteren Teil sind die Berge und Canyons zu bewundern. Außerdem leben viele Präriehunde im Park. Für einen kurzen Überblick reicht eine Stunde. Nach dem Park ist nur noch relativ langweilige Straße zu bewältigen. In einigen kleinen Orten stehen verfallene Häuser oder alte Gebäude, die urig aussehen, aber zeigen, dass hier nicht gerade das Leben tobt. Um 17 Uhr kommen wir an unserem Ziel in Wichita Falls an. Hin und wieder muss ich zwischendurch auf die Bestätigungsmails der Hotels schauen, wenn ich die Adresse erneut eingeben will, da ich teilweise nicht mehr weiß, ist es nun ein Best Western, ein Holdiday Inn oder…. Bis auf Farmington haben wir jeden Tag die Unterkunft gewechselt.  

25.11.2021 Rückfahrt nach Houston

Geplant war heute Dallas oder Fort Worth, da aber Thanksgiving ist, einer der höchsten Feiertage in den USA, ist alles geschlossen. Deshalb fahren wir auf direktem Weg nach Pearland für die letzten Tage. Wir sind fast 5000 km gefahren! – Halt ein Radtrip 😉

 

Freitag 26.11.2021 – Samstag 27.11.2021

Family – time bis zum Abflug Da die Crew nicht pünktlich ist und ein Koffer wieder rausgeholt werden muss, da ein Passagier die Maschine krankheitsbegingt verlassen muss, starten wir mit fast zwei Stunden Verspätung. Unsere Umsteigezeit in Frankfurt beträgt nur 1:40 Stunde….

Sonntag 28.11.2021

Ankunft Frankfurt, statt 11:40 landen wir um 12:30 Uhr. Im Netz checken wir schon im Flieger die weitere Verbindung und stellen fest, dass der Flug Frankfurt – Hannover 13:20 – 14:10 annulliert wurde. Wir wurden umgebucht auf 21:10 Uhr. Unakzeptabel denken wir erst noch. Eine Wartezeit am Serviceschalter von gut zwei Stunden und kein wirklicher Service – Bahnfahrt selber buchen und zahlen… Koffer auschecken ca. 1 Stunde….  3 x Umsteigen bei der Bahn in Zügen mit hoher Auslastung…. lassen mich umdenken und wir akzeptieren die Umbuchung.   PS: Gern Euer Feedback als Kommentar (siehe unten). Wer mehr Bilder sehen möchte, hier der Link zur Fotogalerie https://www.beckoetter.de/galerie-new-mexico-2021/

Bretagne 2021

Geschrieben von: Conny Beckötter

Reisebericht Bretagne

9.9.2021 Anreise in die Bretagne

Start in Hildesheim zu unserer Bretagne Rundreise zu dritt. Diese Reise ist zwar keine Zonta-Reise, aber eine Reise von Zontians. Wir reisen auf den Spuren von Commissar Dupin. Mit nur einer Toilettenpause (5 Minuten) und dem Tanken vor der belgischen Grenze brausen wir durch bis Pontorson. Trotz Corona gibt es keine wirklichen Grenzkontrollen. Nach elf Stunden erreichen wir das Hotel mit Blick auf den Mont-Saint-Michel. Wahnsinn, die Lage ist grandios, haben wir sehr gut gewählt. Unterkunft:  Hotel Vent des Grèves, Pontorson          

10.9.2021 Mont-Saint-Michel

Um Zeit zu sparen, fahren wir mit dem Auto zum offiziellen Parkplatz und gehen von dort zu Fuß zum Mont-Saint-Michel. Es ist gerade Hochwasser/Flut und nur die Stegbrücke schaut aus dem Wasser. Klasse! Auf dem Rückweg mittags ist ablaufendes Wasser und das Watt zu sehen, was längst nicht so beeindruckend ist.

Die Insel, benannt nach dem Erzengel Michael, ist etwa einen Kilometer von der Küste entfernt. Sowohl der Berg, als auch die Abtei gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs.

Der Mont-Saint-Michel ist für Frankreich das, was die Pyramide für Ägypten ist. (Victor Hugo) Um 9 Uhr ist es noch relativ leer. Zuerst besteigen wir den Berg und besichtigen die Abtei. Die Abtei dominiert die kleine Insel und ist im normannischen Stil gebaut (Beginn um 1022). Im Kloster leben seit 2001 Ordensleute der Gemeinschaften von Jerusalem. Die Gewölbe der Abtei sind beeindruckend, besonders der Kreuzgang von 1228 und das Laufrad, das den mittelalterliche Schrägaufzug antreibt mit dem das Baumaterial und Werkzeuge hochgezogen wurden. Schnell ist die Zeit verflogen und die Uhr zeigt 12 Uhr an. Wir wollen weiter. Zurück nehmen wir den kostenlosen Shuttlebus „Le Passeur“ zum Parkplatz.   Mit dem Auto geht es, möglichst an der Küste lang, nach Cancale, der Austernzuchtstadt an der Côte d’Émeraude, der Smaragdküste. In Cancale werden in der Gezeitenzone auf einer Fläche von 400 Hektar Austern gezüchtet, die Pazifische Felsenauster und die seltenere Europäische Auster.

Am Hafen essen wir unseren ersten herzhaften Crêpe, eine Galette. Anschließend schlendern wir am Leuchtturm vorbei zu den Austern-Verkaufsständen. Teuer sind sie nicht, wenn man sie direkt beim Erzeuger kauft. 12 Stück gibt es schon für 6,50€.

Unser nächstes Ziel ist Rothéneuf, wo der Abt Fouré, nachdem er krankheitsbedingt sein Priesteramt nicht mehr ausführen konnte, 300 Skulpturen von Dämonen, Piraten und Fantasiewesen in den Felsen am Strand geschlagen hat. Für 2,50€ kann man sie besichtigen und zwischen/auf ihnen herumlaufen. Beeindruckend. Man nennt es auch das Angkor Wat der Bretagne. Saint-Malo und unsere Unterkunft im „Demeure de Louise“ ist unser nächster Stopp. Das B & B ist eine sehr persönliche Unterkunft. Wir werden nicht nur vom Besitzer und seiner Frau begrüßt, sie wohnen auch dort. Unsere zwei Zimmer liegen im 2. Stock. Das ganze Haus ist mit Parkett ausgelegt und es knarrt bei jedem Schritt. Da der Strand nur wenige Schritte entfernt ist, wir wohnen praktisch in der zweiten Reihe, gehen wir auf dem Strand zur Altstadt und dem Fort du Grand Bé, das auf einer vorgelagerten Insel gegenüber der Stadtmauer liegt. Da Ebbe ist, können wir es zu Fuß erreichen.  Man hat von dort einen tollen Blick auf die Stadt. Einst war Saint- Malo die Heimat berüchtigter Korsaren. Die „Ville Close“, die von drei Seiten vom Wasser umspülte Altstadt innerhalb der Festungsmauer (Remparts) bildet das Herz Saint-Malos. Die Remparts mit den emporragenden Fassaden und Türmen verleihen der Stadt eine einzigartige Silhouette. Nach dem Strandbesuch ersteigen wir die Stadtmauer, auf der einen Seite liegt das Fort im Meer, auf der anderen die engen Straßen der Stadt. Toll! Unterkunft: Demeure de Louise, St. Malo

11.9.2021 Auf dem Weg nach Yaudet

Von Saint-Malo geht es heute weiter Richtung Westen. Unser erster Stopp ist das auf dem Felsen „Goyon“ liegende Fort-la-Latte, kurz vor Cap Fréhel. Nachdem wir 6,50€ (jede) bezahlt haben, es ist im Privatbesitz, dürfen wir über zwei Ziehbrücken gehen und das Fort besichtigen. Vom Donjon, einem mächtigen Wehrturm sieht man die ganze Burganlage, die hoch über einer zerklüfteten Bucht liegt, und die weite Steilküste der Smaragdküste einschließlich Cap Fréhel. Einige Treppen im Turm und ein Gang auf halber Höhe um den Turm finde ich etwas bedenklich, aber der Blick war atemberaubend. Danach fahren wir zum Cap Fréhel, eine Landzunge an der Côte d’Émeraude, und den dortigen zwei Leuchttürmen. Ein kleinerer ist aus dem 17. Jh., vom Baumeister Vauban erbaut, der andere aus dem Jahr 1950. Dieser ist ca. 33 m hoch und kann bestiegen werden.  Leider/zum Glück (zu viele Stufen 😊) wird er erst ab 14 Uhr geöffnet… da waren wir mal etwas zu früh. Im Netz hatte ich von Erquy gelesen, einem kleinen bretonischen Ort, in dem Uderzo als Kind seine Ferien verbrachte. Er soll ihn so inspiriert haben, dass er es als Vorlage für das gallische Dorf von Asterix und Obelix nahm. Da müssen wir hin. Wir sehen allerdings keine Parallelen, nutzen den Stopp aber zu einem Picknick am Strand mit anschließendem Cappuccino bzw. Schokolade in einem interessanten Café nahe dem Rathaus. Wir hatten das Gefühl, dass der Besitzer und die Bedienung mit ihren Gästen schon das eine oder andere alkoholische Getränk geleert hatten. Im Anschluss daran fahren wir nach Yaudet in unsere nächste Unterkunft. Unsere Gastgeberin empfiehlt uns noch einen Spaziergang zum Strand. Er wäre sehr lohnenswert. Wir folgen dem Tipp. Es ist gerade Ebbe und viele der Boote liegen auf dem Trockenen. Oben im Ort besuchen wir die alte Kapelle „Notre Dame de Le-Yaudet“, mit der im Bett liegenden Jungfrau Maria („La Vièrge couchée“). Von der Decke baumeln diverse Schiffe und über dem Alter hängt tatsächlich das Bett mit der schlafenden Jungfrau, neben ihr auf dem Kopfkissen liegt das Christuskind. Zu ihren Seiten sind Figuren der Eltern, Anna und Joachim angebracht, zu ihren Füßen thront Gottvater, und über ihr schwebt in Gestalt einer Taube der Heilige Geist.

Das Abendessen nehmen wir in dem angeschlossenen Restaurant unseres Hotels ein. Große Auswahl an Restaurants hätten wir eh nicht. Man merkt schon sehr, dass Nachsaison ist.

Selbstverständlich gibt es Cidre! Unterkunft: Le Yaudet, Ploulec’h

12.9.2021 Ploumanac’h und die rosa Granitküste

Heute überrascht uns das Frühstück etwas. Wir bekommen alles auf einem Tablett serviert, wie angekündigt, coronaconform, aber ohne Teller. Das irritiert uns etwas und wir fragen nach. Im Nachhinein sind wir die einzigen, die einen Teller nutzen…. Beim Frühstück haben wir uns entschieden, zunächst einen Teil der Strecke zurück zu fahren, um Ploumanac’h und die rosa Granitküste, die Côte de Granit Rose zu sehen. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Da wir wieder relativ früh dran sind, sind nur wenige Touristen unterwegs. Wir erlaufen einen Teil des Küstenwanderwegs GR34 (Zöllnerpfad, Sentier des Douarniers), der um die Bretonische Küste führt. Die gigantischen Granitfelsen, die dem Küstenabschnitt den Namen gaben, leuchten tatsächlich rosa. In den Steinformationen kann man diverse Fantasiegestalten entdecken, wie Kaninchen, Wal, Delfin, Fisch…. An diesem Teil der Granitküste steht auch der Leuchtturm Phare de Ploumanac’h oder Phare de Mean Ruz, der die Einfahrt in den Hafen von Ploumanac’h markiert. Mean Ruz bedeutet im Bretonischen “der rote Stein”. Hinauf kann man nicht – überhaupt nicht schlimm. Die Zeit verfliegt wieder und schnell ist es elf Uhr. Statt weiter nach Roscoff an die Küste, entscheiden wir uns über Morlaix auf der ‚Route des enclos paroissaux‘ zu den umfriedeten Pfarrhöfen zu fahren. In Morlaix selbst interessiert uns nur das Viadukt in der Altstadt. Das von weitem sichtbare Eisenbahnviadukt überragt die Altstadt mit einer Höhe von ca. 60 m und einer Länge von ca. 290 m. Es wurde 1861 errichtet, um die Bahnstrecke Paris–Brest fertigzustellen und ist mittlerweile Symbol der Stadt. Bevor wir Morlaix erreichen, entdecken wir bei der Durchfahrt des Ortes Plestin-les-Greves einen Markt, den wir erkunden wollen. Im Lebensmittelbereich erstehen wir 30 Saucisettes (kleine harte Würste), etwas Käse von der Kuh (kein Ziegenkäse) und ein Baguette. Den Strand, an dem wir es vertilgen wollen, finden wir nicht, aber eine Ciderie, die leider geschlossen hat. Auf dem Podest vor dem Eingang breiten wir die Picknickdecke aus und essen das Sammelsurium an verschiedenen gut schmeckenden Sachen zusammen mit einem Rest Cidre. Gestärkt geht es weiter zu den Pfarrhöfen. Zu einem umfriedeten Pfarrhof gehören ein Beinhaus, einen mit Figuren geschmückten Kalvarienberg, eine Kapelle und eine Triumphpforte an einem abgegrenzten Raum. Saint-Thégonnec, Guimiliau und Lampaul-Guimiliau liefern sich mit ihren Pfarrhöfen einen wahren Konkurrenzkampf.     Der erste der Pfarrhöfe ist der in Saint-Thégonnec mit einem Kalvarienberg mit drei Kreuzen und einer total mit Ornamenten überladenen Kirche. In einem extra Gebäude, dem Beinhaus, war im unteren Bereich die Grablegung dargestellt. Etwas gruselig. Als zweiten leitet uns das Navi fälschlicherweise nach Lampaul-Guimiliau, den Pfarrhof, den wir uns sparen wollten. Die Kirche ist gefühlt noch überladener mit Heiligenfiguren und Altarbildern. Überall glitzert es golden. Besondere Darstellungen sind die Geburt der Jungfrau Maria und das Abendmal mit Fußwaschung. Zur Vollständigkeit wird der dritte Pfarrhof in Guimiliau auch noch besucht, der, der besonders viele Figuren auf dem Kalvarienberg hat. Über 200 Figuren stellen auf ausdrucksvolle Weise religiöse Szenen nach. Die Kirche innen erschreckt etwas, denn die ersten tragenden Säulen, die zu sehen sind, stehen total schief und werden schon von einem Gerüst gestützt. Anschließend hätten wir gerne einen Cappuccino im Café getrunken, leider war es schon geschlossen und man verwies uns auf die Bar gegenüber. Die dort sitzenden Männer machten wohl Späße über uns, denn sie tuschelten und gackerten während sie zu uns rüberschauten. Alkohol war sicher mit im Spiel. Wir verzichten und fahren ohne Kaffee weiter. Brest erreichen wir kurz nach vier und finden schnell die Wohnung, die über airbnb gebucht war. In der Straße gibt es sogar einen freien Parkplatz. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und wir ächzen ganz schön, als wir die Koffer oben haben. Kurze Pause mit Besprechung wie es weitergehen soll, bis wir um sechs aufbrechen zum Abendessen. Für französische Verhältnisse viel zu früh. Wir haben schon an den vergangenen Tagen feststellen können, dass viele Geschäfte und Restaurants geschlossen sind und die Städtchen teilweise verschlafen und ausgestorben wirken. Nachsaison??? In Brest, einer größeren Stadt hätten wir es nicht vermutet. Unterkunft: Bel Appartement vue mer, Brest

13.9. Locronan und Halbinsel Crozon

Bei einer erneuten Planung dieser Reise würden wir nur durch Brest durchfahren. Etwas Pech war sicher, dass das Océanopolis, ein in Europa einzigartiger Meereszoo, heute geschlossen ist, aber viel Sehenswertes bietet Brest sonst nicht. Deshalb steht mehr Autofahrt als vielleicht nötig auf unserem heutigen Plan. Es geht nach Süden ins Finistère auf die Halbinsel Crozon, knapp zwei Stunden Fahrt. Das Finistère trägt mit Recht seinen Namen. Die Erde endet mit einer Reihe von Kaps und Felsvorsprüngen, die sich dem offenen Meer widersetzen. Ein Höhepunkt dieser Küste ist die legendäre Landspitze Pointe du Raz. Etwa 70 Meter ragt die schroffe Klippe hoch über dem stürmischen Meer. Gegenüber thront der viereckige Leuchtturm auf dem Inselchen La Vieille. Locronan ist unser nächster Anlaufpunkt. Der Ort ist laut Reiseführer das „schönste Dorf“ der Bretagne. Gut gelöst ist das Parkplatzproblem. Vor dem Ort ist ein großer Parkplatz, der 4€ Gebühr kostet. Der Ort ist quasi ein autofreies Museumsdorf und touristisch total überlaufen. Wie gut, dass im September deutlich weniger Touristen unterwegs sind als im August. In den meisten der alten Häuser sind Geschäfte mit traditionellen Ladenschildern oder Restaurants, Bars untergebracht. Gleich am Dorfeingang suchen wir eine Creperie auf, der anschließende Spaziergang durch den Ort ist relativ kurz, uns sind zu viele andere Menschen dort, wir sind entwöhnt oder verwöhnt.

Die Halbinsel Crozon ist wunderschön, viel Natur, kleine Orte und eine Menge Klippen. Mitten drin liegt die Ciderie de Rozavern in der Nähe des Ortes Telgruc-sur-mer, in der wir eine Cidre-Verkostung eingeplant haben. Die Dame, die uns bedient, ist sehr freundlich und erklärt uns die unterschiedlichen Cridrearten, die sie produzieren und wir könnten alle probieren. Die Apfelbrände und hochprozentigen Getränke lassen wir aus, wir wollen ja noch fahren und aus Klippen wandern können, aber die unterschiedlichen Cidres testen wir und kaufen anschließend auch einige Kisten ein.

              Danach fahren wir wieder an die Atlantikküste zum Pointe de Pen-Hir, wo die Felsen sich wieder ins Meer stürzen. Vor den Klippen liegen 4 Inselchen im Meer, die „Tas de pois“ (Erbsenhaufen) genannt werden. Mit einer Höhe von 70 Metern ist die Pointe de Pen-Hir schon eindrucksvoll. Auch wenn es einen Punkt gibt, der noch westlicher ist, fühlen wir uns wie am westlichen Ende der Bretagne. Ganz in der Nähe sind ca. 100 Menhire mit einer Höhe von bis zu 3m zu sehen, die Steinreihen von Lagatjar, bei denen wir einen kurzen Fotostopp einlegen. Ein weiterer Ausflug geht an den Strand, den wir vom Pointe de Pen-Hir im Sonnenlicht gesehen haben. Leider ist Baden dort untersagt. Deshalb können wir rasch weiterfahren in den äußersten Westen der Halbinsel nach Camaret-sur-Mer, eine typische Hafenstadt. Hier wollen wir den Vauban-Turm anschauen, der aufgrund seines Ockertons auch „Goldener Turm“ genannt wird und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Da es nach 17 Uhr ist, können wir uns die Anlage nur von außen ansehen.   Unterkunft: Bel Appartement vue mer, Brest

14.9. Concarneau und Pont-Aven

Erstmalig schlafen wir fast aus und stehen erst um halb acht auf. Frühstücken, abwaschen, aufräumen, Koffer packen, dann kann es weitergehen. Die Koffer müssen nun die drei Stockwerke wieder runter geschleppt werden. Zunächst muss der Kofferraum neu organisiert werden. Die Cidre- Kisten kommen hinter den Fahrersitz und die Koffer in den Kofferraum. Passt! Weiter geht es über Plougastrel-Daoulas, ein letzter Kalvarienberg wartet darauf von uns besichtigt zu werden. Interessant, was man darauf alles entdecken kann. Next Stopp ist Bénodet. Hier fahren bis zum 19.9. die Fähren zu den Glénan Inseln, Concarneau stellt den Fährbetrieb schon am 12.9. ein. Wir buchen die Tour für den nächsten Tag um 15:30 Uhr, die Morgentour gibt es zu dieser Jahreszeit nicht mehr. Im Anschluss fahren wir nach Concarneau und besuchen die “Ville Close”, die Altstadt, die auf einer 350 m langen und 100 m breiten Insel liegt. Über zwei kleine Brücken kommt man zu den Toren der Stadtmauern. Die Rue Vauban, die Hauptverkehrsader, wird von Touristenshops und Cafés gesäumt. Von ihr gehen gepflasterte Gassen ab, die sich zum Fischereihafen hin öffnen. Hatten wir uns anders vorgestellt. Erinnert stark an Locronan. Einmal durch die Touristen-Straße durch und über die Stadtmauer zurück reicht. Danach stärken wir uns im Hafen mit einem Eis, bzw. Crêpe, bevor es weitergeht nach Pont-Aven, ein Mühlen-Ort am gleichnamigen Fluss Aven. Bekannt geworden ist der Ort, weil Paul Gauguin hier im 19. Jh. dreimal die Sommermonate verbrachte und viele seiner berühmtesten Werke genau hier entstanden. Gauguin, der die Leitung der Künstlergruppe „Schule von Pont-Aven“ übernahm, nächtigte in der kleinen Pension Gloanec, in der heute ein Buchladen untergebracht ist. Auch Pont-Aven entpuppt sich als touristisch gut erschlossenes Städtchen. Zahlreiche Galerien und Giftshops wechseln sich ab und bestimmen das Stadtbild. Schnell sind wir damit fertig. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das im August aussieht, denn jetzt sind schon reichlich Leute unterwegs. Gegen fünf erreichen wir unser Hotel Ar Men Du. Bevor wir zum Abendessen aufbrechen machen wir noch einen Strandspaziergang. Das Restaurant im Hotel ist leider fully booked für beide Tage. Unterkunft: Ar Men Du, Névez

15.9. Ein Tag zum Entspannen auf einer Glénan Insel

Ein ganz entspannter Tag ohne großes Programm soll es heute werden. Wir treffen uns zum Frühstück um halb neun, nur eine von uns springt vorher noch ins Meer. Das Frühstück, das im Hotel angeboten wird, ist aus regionalen Produkten hergestellt und sicher auch super frisch, aber mit 16 € auch gut bezahlt. Gemütlich sitzen wir bis halb elf an unserem Tisch mit Meerblick und genießen die Zeit. Da es noch etwas früh ist, um nach Bénodet zu fahren, legen wir einen kleinen Spaziergang am Strand ein, bevor wir aufbrechen. Circa eine Stunde Fahrt ist es bis zum Hafen von Bénodet, aber die einzige Möglichkeit auf die Glénan Inseln zu kommen. Pünktlich erreichen wir kurz vor eins den Hafen. Parken ist umsonst und die Reederei „Vedettes a l‘Odet‘ hat einen großen Parkplatz in der Nähe der Anlegestelle. 13 Uhr sollen wir um Einsteigen bereit sein. Schon vorher bildet sich eine Schlange. Das wird voll werden. Es ist mehr als voll, aber wir haben einen sehr guten Platz oben an Deck bekommen. Eine gute Stunde später legen wir in Saint-Nicolas an, die einzige der vielen Glénan Inseln, die man besuchen kann. Der Archipel mit sieben Inseln ist ein Naturschutzgebiet, Hotels oder Campingplätze gibt es hier nicht. Auf der anderen Seite der Insel, die sehr überschaubar ist, liegt der erste der wunderschönen Strände, die sehr an die Karibik erinnern mit fast weißem Sand und türkis-blau-grünem Meer. Die Sonne scheint und wir lassen uns zu einem Picknick im warmen Sand nieder. Fantastisch! Meine Begleiterinnen testen noch ganzkörpermäßig die Wassertemperatur, ich nur mit den Füßen. Ist schon noch frisch der Atlantik, also doch nicht ganz Karibik. Außerdem fehlen die Palmen und der Schatten darunter. Wir umrunden danach fast die ganze Insel – ein Teil ist Vogelschutzgebiet- und wandern auf die neben liegende Insel Île de Bananec, die je nach Gezeit mit der Île de Saint Nicolas über eine Sandbank verbunden ist. Es bleibt gerade noch Zeit für einen Kaffee/Cola, dann dürfen wir schon wieder anstehen, denn um 17 Uhr fährt die Rivage zurück nach Bénodet. In Concarneau suchen wir uns im Hafen ein Restaurant zum Abendessen. Große Auswahl gibt es nicht, aber das „Le Chantier“ bietet einen tollen Blick auf die Stadtmauer der “Ville Close” und das Essen ist gut.

Da wir uns vorgenommen haben Austern zu essen und bisher noch keine Gelegenheit genutzt haben, wird es Zeit. Deshalb gibt es als Vorspeise 6 Austern, eine für mich und der Rest für die anderen 😊. Es wird die erste und letzte Auster sein, die ich gegessen habe. Das Entrecote danach schmeckt mir um Längen besser, aber über Geschmack soll man ja nicht streiten.

Wir haben uns ein straffes Programm vorgenommen und sehen tatsächlich so viele verschiedene, sehr schöne Orte, dass wir teilweise überlegen „wann war das noch mal“ und „was haben wir eigentlich gestern gesehen“. 😊 Unterkunft: Ar Men Du, Névez

16.9. Auf nach Carnac

Heute frühstücken/picknicken wir an der kleinen Kapelle in Trémalo, deren Kreuz Gauguin zu dem Bild mit dem gelben Christus inspiriert hat. Das Gebäude trägt ein asymmetrisches Dach, dessen Nordhang fast den Boden berührt. Eigentlich steht heute nur Carnac auf dem Programm. In Erdeven entdecken wir schon die ersten Menhire, die Alignements von Kerzerho, wir sind ja auch auf der Straße der Menhire unterwegs. Die Steinreihen wurden durch die Errichtung der D781 schwer beschädigt. Zuvor bildeten sie ein Ensemble aus ca. 1100 Steinen, zwei km lang und 65 m breit. Trotzdem sind wir begeistert. Toll, wenig Leute und man kann direkt zwischen den Hinkelsteinen durchgehen. Nächster Stopp ist dann Carnac. Die Tour mit der Bimbelbahn interessiert uns nicht, wir gehen lieber zu Fuß an den Menhire- Feldern lang. Beeindruckend, wie viele Steine in Carnac liegen. 3.000 dieser Gebilde erheben sich aus der Heide über etwa 1 km Länge, eine der weltweit außergewöhnlichsten Konzentrationen an aufgerichteten Steinen.

Einen Teil der 4 km langen Felder fahren wir mit dem Auto ab und kommen so auch zum großen Menhir, dem Manio, ein Menhir von 6,50 m Höhe mitten im Wald. Ob Obelix den hier abgelegt hat?

Irgendwann reichen uns die Steinreihen und zum Mittagessen geht es nach La Trinité- sur- mer in den Hafen. Im Hafen steht ein wahrer Mastenwald, Segelboote ohne Ende…. Nachdem wir gestärkt sind, fahren wir weiter nach Locmariaquer und den Pointe de Kerpenhir, wo der Atlantik in den Golf von Morbihan strömt. Der Grand Menhir Brisé, einen riesigen Granitstein von 20,60 m Länge und 280 Tonnen Gewicht, der in 4 Teile zerbrochen ist, verpassen wir, da die Stätte schon um 16:45 Uhr schließt. Aber wir dürfen noch von der Terrasse einen Blick drauf werfen. Langsam neigt sich das Programm dem Ende zu und es geht zum Hotel nach Vannes. Unterkunft: Best Western Plus Vannes

17.9. Über Vannes nach Versailles

So langsam kommen wir im Urlaubsmodus an. Oder haben wir unser Programm erledigt? Vielleicht sind wir auch erschöpft, da wir schon so viel gesehen haben. Wie auch immer, wir stellen keinen Wecker mehr und stehen erst um 8 Uhr auf. Auf das Frühstück im Hotel (14€ pP) verzichten wir, packen unsere Koffer ins Auto und laufen in die Stadt. Auf dem Place de Lices finden wir eine nette Bar, in der wir einkehren. Wir sitzen in der Sonne und freuen uns über das schöne Wetter. Gesättigt erkunden wir danach die Innenstadt und den Altstadtbereich. Vannes gefällt uns deutlich besser als Brest. Morgens um halb zehn schläft die Stadt zwar noch, dafür ist sie allerdings auch fast frei von Touristen. Viele nette Ecken entdecken wir, besichtigen die Kathedrale, entdecken Monsieur und Madame Vanne, sehen Fachwerkhäuser neben Stadtvillen, dicht gedrängt aneinander und gehen ein Stück an der Stadtmauer und den daran liegenden Gärten lang. Gegen 12 kaufen wir in der Hall de Lices, einer Markthalle mit interessantem Angebot unser Mittagessen. Wir haben die Wahl zwischen süßen Sachen, wie Macarons und Schokolade, frischem Fisch, Austern, viel Fleisch und Wurst, aber auch gekochten Gerichten. Es erscheint uns so, als ob viele Franzosen hier ihr Mittagessen einkaufen. Damit ist unsere Bretagne Rundreise fast abgeschlossen. Wir gehen zurück zum Auto, packen die Einkäufe ein und fahren ein letztes Mal an den Golf von Morbihan, wo wir uns eine Quiche mit Blick aufs Meer schmecken lassen. 14 Uhr, Start nach Versailles, inklusive einer 5- minütigen Pause brauchen wir 5 Stunden bis zum Hotel des Lys in Versailles. Unterkunft: Hotel des Lys, Versailles

18.9. Versailles, Paris

Endlich ein Hotel mit gebuchtem Frühstück und einem sehr gut ausgestatteten Buffet. Gegen neun verlassen wir das Hotel, denn wir haben Karten für das Schloss Versailles um 9:30 Uhr gekauft und müssen ca. eine Viertelstunde dahinlaufen. Das Schloss glitzert schon von weitem in der Sonne. Die Schlange vor dem Eingang ist erstaunlich kurz. Als erstes werden die Rucksäcke kontrolliert, bevor wir bis zum Eingang bzw. zum goldenen Eingangstor des Vorhofes vorgehen dürfen. Am Eingang heißt es dann Pass sanitaire (Impfausweis) und Eintrittskarte vorzeigen. Einen Ticketschalter gibt es dort nicht. Außerdem wird noch einmal der Rucksack, die Taschen geröntgt und wir gehen durch einen Metallscanner wie beim Flughafen. Wir sind drin 😊 und laden per QR Code einen Guide runter, der einiges an Datenvolumen zieht und den wir nachher gar nicht nutzen, da ein Audioguide im Eintritt inkludiert ist. Die Tour beginnt mit einem Blick in die Kapelle. Danach wird man in verschiedene Wohnräume geleitet, die wenig möbliert sind und mehr als Bildergalerie dienen. Ganz schön voll ist, trotz Corona. Überall stehen Hinweisschilder, dass man 2 m Abstand halten soll, klappt aber nicht. Etwas beruhigt uns, dass alle zweifach geimpft sind. Leider sind Kinder/Jugendliche unter 18 nicht verpflichtet einen Pass sanitaire vorzuzeigen und somit möglicherweise auch nicht geimpft oder getestet. Egal, wir schieben uns durch und erhalten viele interessante Informationen zum Hofleben in Versailles. Die letzten Räume durchlaufen wir schon etwas schneller, da sicher einige der anderen Touristen auch gesättigt sind mit Informationen und nur noch durchgehen, ohne den Audioguide abzuhören. Im Spiegelsaal sammeln sich dann noch einmal die Massen und viele Fotos und Selfies werden geschossen. Immer mal wieder nehmen die Leute auch die Maske ab für ein Foto, was ja nun gar nicht im Sinne von Einschränkung des Aerosolausstosses ist.   Nach zwei Stunden beenden wir die Schlossbesichtigung und erkunden die Gartenanlagen. Es ist deutlich weitläufiger, als man sich vorstellt. Kleine Golf Cars kann man mieten, die schnell ausgebucht sind. Aber wir wollten ja eh die Gärten zu Fuß ansehen. Erstaunlicherweise sitzen in den Golf Cars nicht die älteren Leute mit Gehproblemen, sondern vorwiegend junge Leute oder übergewichtige Personen, die besser laufen sollten.

Was wir vorher nicht wussten, morgens sind nur wenige Brunnen am Sprudeln und dann ist Mittagspause. Ab zwei Uhr gibt es dann regelmäßige Wassershows an den unterschiedlichsten Brunnen, teilweise sogar mit Musik unterlegt. Zwei Stunden später haben wir alle Brunnen gesehen und verlassen das Schloss und die Gärten. Fast sieben Stunden waren wir innerhalb des Geländes. Auf dem Rückweg zum Hotel legen wir an den Markthallen eine Kaffeepause ein, bevor wir im Hotel die Beine hochlegen.   Und dann starten die großen Überlegungen und Abwägungen. Fahren wir nach Paris rein und sehen uns das letzte Werk/Vermächtnis Christos an, den verhüllten Triumphbogen? Wenn ja, fahren wir heute oder morgen, mit dem Auto oder der Bahn? Schwierige Entscheidungen! Kurz nach sechs entscheiden wir uns für: jetzt und Auto. An der Rezeption wollen wir uns eigentlich nur Tipps holen. Wir glauben noch, wir können mit dem Auto im Kreis um den Triumphbogen rumfahren und gegebenenfalls aussteigen für die Fotos. Geht nicht, das Gebiet ist weiträumig für Autos abgesperrt und der Rezeptionist rät uns mit dem Zug zu fahren, da Parkplätze in Paris Mangelware sind und der Zug bis zum Eifelturm durchfährt. Unsere Entscheidung wir geändert und wir nehmen die gelbe Linie Cime nach Paris. Relativ schnellen Schrittes laufen wir bis zur Bahnstation, um den Zug um 18:55 Uhr zu erreichen. Schaffen wir! Am Champs de Mars steigen wir aus. Kaum raus aus dem Bahnhof stehen wir neben dem Eifelturm – fantastisch! Zeit für Bilder bleibt nicht, denn es ist fast eine halbe Stunde zu laufen zum Triumphbogen. Um noch die letzten Sonnenstrahlen mitzunehmen, geht es im Schweinsgalopp weiter. So brauchen wir keine 25 Minuten😊 Ich versuche immer wieder ein Foto vom Eifelturm zu machen. Und dann liegt er vor uns, der Arc de Triomphe und wir alle staunen nur noch. Noch ist es hell, auch wenn die Sonne langsam untergeht.    

Wir umrunden den Bogen, fassen den silbrigen Stoff an und können uns kaum losreißen. Mit Beleuchtung sieht es noch atemberaubender aus. Das Kunstwerk ist begehbar, und wenn man darunter steht und nach oben sieht, schaut man in den künstlichen Himmel aus recycelbarem, von einer Lübecker Firma hergestelltem Polypropylen. 25.000 m² Stoff und drei km rotes Seil begeistern auch uns.

     

Da wir noch nichts Richtiges heute gegessen haben, müssen wir uns um halb neun losreißen und landen in Frankreich in einem typischen englischen Pub namens „Sir Winston“. Was isst man im Pub? Fish and Chips 😊

Relativ schnell sind wir fertig, da wir den Zug um 22 Uhr erreichen wollen und wieder „rennen“ wir durch die Straßen von Paris. Gegen elf Uhr erreichen wir unser Hotel und sind alle ziemlich erschöpft. Wir haben die Schrittzahl und Kilometer vom ersten Bretagne Tag locker überschritten. 28.260 Schritte, 18,9 km (6 Stockwerke) sind wir heute marschiert.      

Es war eine wundervolle Reise mit einem super aufeinander abgestimmten Team.

Schade, dass die zehn Tage so schnell verflogen sind.

PS: Wir freuen uns auf Eure Kommentare (siehe unten). Für diejenigen die weitere Bilder sehen möchten, hier der Link zur Fotogalerie https://www.beckoetter.de/galerie-bretagne-2021/

Kroatien 2021

Geschrieben von: Conny Beckötter

Wohnmobil-Reise Kroatien 2021,

eigentlich sollte es nach Norwegen gehen

Anfang des Jahres haben wir bereits ein Wohnmobil vorgebucht, da uns diese Reisevariante (aus Corona-Gesichtspunkten) die größte Flexibilität und Sicherheit bot. Eigentlich sollte es nach Norwegen gehen, aber ‚die‘ ließen uns noch nicht einreisen, so haben wir uns in Richtung Süden aufgemacht. Wohnmobil-Urlaube haben wir schon oft gemacht (Kanada, Neuseeland …), aber noch nie in Europa – eine neue Erfahrung. Wir haben uns für ein kleines Modell entschieden, nur 6 m lang, für uns völlig ausreichend. Unser Zuhause für 3 Wochen.  

 

 

 

 

 

 

Dienstag 29.6.2021

Fahrt bis Regensburg Übernachtung: Azur Campingplatz Regensburg 

Mittwoch 30.6.2021

Zweite Etappe bis nach Mureck an der österreichischen Grenze zu Slowenien. Der Reisemobilstellplatz Mureck ist ganz schön abgelegen… aber sauber und ordentlich. Einchecken gibt es momentan nicht, man packt 21€ pro Nacht in eine Tüte und schreibt Ankunft, Stellplatz- und Autonummer drauf. Kurz nach fünf packt Dieter der Tatendrang und wir unternehmen eine kurze Fahrradtour zum Murturm. Übernachtung: Reisemobilstellplatz Mureck

Donnerstag 1.7.2021

Weiterfahrt durch Slowenien nach Kroatien. Kurz hinter Mureck ist schon die Grenze nach Slowenien und der Grenzübertritt geht relativ schnell. An der Grenze nach Kroatien stehen wir eine gute Stunde im Stau, die online Reiseanmeldung ist nicht erforderlich gewesen. Kroatien Campingplatz ZadarKroatien Campingplatz ZadarIn Zadar dürfen wir uns einen Stellplatz aussuchen und entscheiden uns für Nr. 185, da er nachmittags teilweise im Schatten liegt. Der Platz hat großzügige Stellplätze, mit Hecken abgetrennt und es gibt reichlich freie Plätze. Insgesamt kommt es uns mehr wie Club-Urlaub als Campen vor, halt Premium.       Übernachtung: Falkensteiner Premium Campingplatz, Zadar

Freitag 2.7.2021

Pooltime – ab zehn Uhr sind alle Liegen mit Handtüchern belegt, bis auf die am Babypool – dabei sind hier kaum Deutsche, fast nur Kroaten, Serben…. Kroatien Campingplatz Zadar Pool Seit unserem letzten Fuerteventura Urlaub mit den Kindern – war glaube ich 2007, haben wir nicht mehr zusammen längere Zeit am Pool verbracht. Gegen 18 Uhr radeln wir nach Zadar, es sind nur 4-6 km, je nach Route. Am Neuen Tor parken wir die Räder und gehen zu Fuß in die Altstadt, wir wollen zur Meeresorgel. Die Meeresorgel ist eine steinerne Treppe mit Spalten an den Treppenabsätzen, die zum Meer hin führt. Das Meerwasser dringt durch unterschiedlich weiten Röhren ein, die zu verschieden geformten Hohlräumen führen. Durch die Spalten dringt der Ton nach außen. Beeindruckend! Kroatien Zadar MeeresorgelKroatien Zadar SonnengrußIn der Altstadt ist alles überschaubar, den Sonnengruß hatte ich mir ganz anders vorgestellt, aber lesen hätte geholfen. “Gruß an die Sonne” ist eine aus 300 Einzelteilen (Solarzellen) bestehende Glasscheibe von 22 m Durchmesser auf dem Boden des Kais. Abends beginnt sie zu leuchten. Die vielen Menschen, die begeistert auf ihr laufen, stören etwas das Gesamtbild. Wir laufen trotzdem noch einmal auf der Uferpromenade entlang. Voll ist es hier, als ob es nie Corona gegeben hätte. Auch wenn die Inzidenzen gering sind, ist es mir etwas zu voll und wir gehen zurück zu den Rädern. Im Dunkeln auf dem Rad zurück zwischen den Autos und den engen Straßen ist nicht so toll. Ich vertraue auch nicht so ganz den südländischen Fahrern…. und wir sind die einzigen Radler. Kroatien Zadar Sonnenuntergang22:15 Uhr erreichen wir den Campingplatz, ganz schön spät für unsere Verhältnisse. Es ist Stimmung hier, erst um Mitternacht wird es ruhiger. Übernachtung: Zadar

Samstag 3.7.2021

Warm ist es in Kroatien. Wenn wir die Fenster geöffnet lassen, kann man es aushalten im WoMo, obwohl es abends noch locker 26 °C ist. Ein ganz ungewöhnlicher Urlaub, wir chillen wieder vor dem WoMo im Schatten. Das Leben auf dem Campingplatz ist wie ein Cluburlaub organisiert, zu bestimmten Zeiten gibt es Animation, ständig dudelt irgendwelche Musik am Pool und Kinderbetreuung gibt es auch. Kroatien Zadar Fünf BrunnenKroatien Kroatische HochzeitKroatien Zadar HafenGegen halb sechs radeln wir wieder zur Altstadt von Zadar. Heute wollen wir etwas mehr Kultur ansehen 😊 wir parken wieder beim Neuen Tor und gehen diesmal in Richtung Landtor mit dem Venezianischen Löwen, vorbei an den fünf Brunnen. Danach bummeln wir wieder zur Meeresorgel. Es ist heute deutlich leerer in der Altstadt, nur an der Uferpromenade ist wieder der Bär los. Übernachtung: Zadar 

 

 

Sonntag 4.7.2021

Gefühlt wird es immer wärmer! Dieter erprobt morgens die GoPro im Meer. Wir vertrödeln den Tag auf dem Campingplatz und am Pool. Halb fünf geht unsere nachmittägliche Radtour los nach Nin, zur Kirche St. Nikolaus, ein beliebtes Fotografen Ziel. Mein persönliches Glenn Innes (nichts zu sehen, aber super Marketing) hier. 30 km retour bei 29 °C, aber fast überall ein Radweg, wenn auch größtenteils an der Hauptstraße lang. Einige Fotos an der Kirche, dann geht es wieder zurück. Übernachtung: Zadar

Montag 5.7.2021

Unsere Zeit in Zadar ist abgelaufen und wir packen zusammen. Auschecken, bezahlen und Abwasser ablassen – braucht seine Zeit. Gegen elf starten wir dann zum nächsten Campingplatz, dem Camp Krka am gleichnamigen Nationalpark. Entlang der Küste fahren wir bis Šibenik und dann hoch ins Gebirge. Kroatien Krka CampingplatzGegen Mittag kommen wir an, es sind auch nur 87 km Fahrt gewesen. Dieser Campingplatz ist ganz anders als der Falkensteiner, persönlich, familiär geführt und überschaubar. Wir bekommen einen tollen Schattenplatz unter Pinien mit Blick auf die Krka bei Skradin. Es ist deutlich angenehmer als in Zadar, niedrigere Temperaturen und ein leichter Wind. Hier lässt es sich aushalten. Außerdem kosten drei Nächte weniger als eine in Zadar…. Nebenan guggeln die Puter und die Grillen zirpen über uns – Ruhe, so hatte ich mir Camping vorgestellt. Kurze Pause, dann radeln wir nach Skradin zum Eingang des Nationalparks. Die Lady am Eingang des Campingplatzes fragt noch, ob wir Elektrik an den Rädern haben…. Ohne wären wir wahrscheinlich nicht wieder zurück gekommen. Hin geht es in Serpentinen den Berg runter…. Wir gönnen uns eine Dreitageskarte, da es günstiger ist als zwei Tage zu bezahlen. Der Krka fließt dort durch einen Canyon, der durch viele Travertinablagerungen unterbrochen ist, so dass dort kaskadenartige Wasserfälle entstehen. Kroatien Krka NationalparkMit dem Rad können wir rein und bis fast zum Skradinski buk Wasserfall fahren, dem höchsten und schönsten Fall im Krka NP. Über 17 Stufen, in einer Höhe von fast 46 m und einer Breite von 100 m donnert das Wasser in das Tal.  Auf der Brücke mit dem besten Blick ist es noch recht voll, aber es leert sich langsam, um 17 Uhr sind nicht mehr ganz so viele im Park. Holzbrücken und Stege führen uns immer wieder an den Fluss und die Fälle heran. Über unzählige Stufen geht es hoch zum oberen Ende des Wasserfalls. Danach wandern wir über den Lehrpfad wieder zurück zum Eingang. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir wieder die Räder, jetzt zurück, zuerst die 4 km durch den Park, dann 4 km bergauf. Mit voller Unterstützung und teilweise im zweiten Gang geht es. Übernachtung: Camp Krka

Dienstag 6.7.2021

Heute fahren mit dem WoMo verschiedene Wasserfälle des Krka NPs an. Erster Stopp, die Insel Visovac mit dem Franziskaner Kloster, allerdings nur von Land aus. Danach geht es zu den Roški Slap, auch ein Winnetou Filmort – hatte ich mir spektakulärer vorgestellt. Die Fahrt dahin, über eine gelbe Brücke, zugelassen bis 2,20 m breite Fahrzeuge war dagegen spektakulär genug für meine Verhältnisse. Danach fahren wir auf der anderen Seite der Schlucht durch viele verschlafene Orte/Dörfer nach Süden, um die Insel aus der Vogelperspektive zu sehen. Drohnen sind absolut verboten seit Januar 2021 in Kroatien. Eine Genehmigung ist kaum zu bekommen. Schade! Kroatien Krka NationalparkDie Straßen sind relativ leer, nur selten kommt uns ein anderes Auto entgegen. Kroatien Krka NationalparkAls letzten Wasserfall hatten wir uns den höchsten, den Manojlovac ausgesucht. Über 60 m stürzt sich der Krka in mehreren Stufen in die Schlucht.   Übernachtung: Camp Krka            

Mittwoch 7.7.2021

Eigentlich wollten wir heute morgen mit dem Boot zum Skradinski Buk fahren, aber die Bewertungen bei Tripadvisor und die Erinnerung an die Panama Kanalfahrt, lassen uns das Ganze noch einmal überlegen. Außerdem sind die Boote meist sehr voll, die Passagiere tragen keine Masken und Corona gibt es auch hier… Kroatien Krka NationalparkDeshalb packen wir alle unsere Sachen zusammen und fahren mit dem WoMo bis kurz vor die Brücke über die Krka, dort gibt es einen Schotterplatz, auf dem wir das Auto abstellen können. Mit den Rädern machen wir uns ein letztes Mal auf den Weg und fahren bis zum Wasserfall. Es ist auch morgens schon recht voll hier und Abstandsregeln vergisst man in Kroatien leider schnell. Wir versuchen wenigstens 1 m Abstand zu halten und schießen noch einige Fotos. Nach eineinhalb Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Nun heißt es Navi an und zum nächsten Ziel. Split und andere Städte in diesem Bereich haben wir gestern ausgeschlossen, zu voll, schlecht Parkplätze zu finden…..und Stadtlaufen ist eh nicht so unser Ding. Deshalb heißt unser nächstes Ziel Plitvicer Seen, durchs Landesinnere ohne Mautstrassen zu benutzen. Wir sind bis kurz vor den Seen ziemlich alleine unterwegs. An den Hotspots sammeln sich die Camper dann wieder 😊 Da wir keinen Campingplatz vorgebucht haben, wir wollten uns erst die Plätze ansehen, landen wir zunächst auf dem Autocamp Korana. Es gibt reichlich Platz, keine Parzellen, jeder parkt wie er will, aber auch kein Pool. 40€ pro Nacht erscheinen uns da zu viel. Nach einem kurzen Blick auf dem Platz entscheiden wir: Der ist es nicht, da schauen wir noch mal weiter. Auch wenn das Plitvice Holiday Resort weiter vom NP entfernt ist, buchen wir uns dort ein. Die Komfortplätze würden reichen, denken wir, aber Schatten gibt es nur auf den Exclusivplätzen, also wählen wir E 10 unter einem schönen Baum. Mittlerweile ist es auch schon nach vier. Wir bauen alles auf, springen kurz in den Pool, denn es ist mal wieder locker 36 °C, kühlen uns ab und planen die Ausflüge für die nächsten zwei Tage. Der Platz verfügt über ein Restaurant, das an der Straße liegt und das Essen ist bezahlbar und recht gut. Übernachtung: Plitvice Holiday Resort

Donnerstag 8.7.2021

Obwohl wir die Straße nicht sehen, hören wir sie und es ist reichlich Verkehr. Heute stehen wir etwas eher auf, damit wir vor den Bussen aus Zadar und Split im NP Plitvicer Seen ankommen. Wir haben uns entschieden mit den Rädern hinzufahren und Dieter hat bei Komod eine Tour ausgearbeitet. 8 Uhr starten wir am Campingplatz und fahren zunächst ein Stück an der Hauptstraße lang – vom Verkehr geht es halbwegs. Bei Korana biegen wir ab auf eine ruhigere Straße, das bedeutet allerdings auch einen Umweg und es geht nur bergauf. Das letzte Stück ist so steil, dass wir selbst mit voller Unterstützung und im ersten Gang nicht weiterkommen, schieben ist angesagt. Wer schon mal ein 30 kg (mit Gepäck) schweres E Bike einen Berg hochgeschoben hat, weiß, dass das enorm anstrengend ist und uns viel Zeit kostet. Das letzte Stück auf der Hauptstraße ist zwar auch bergauf, aber locker zu fahren. Wir brauchen fast 50 Minuten für die Fahrt zum Eingang 1, davon mindestens 10 Minuten für die Schieberei. Da wir morgen einen anderen Teil des Nationalparks sehen wollen, kaufen wir für 300 Kuna each ein 2-Tagestickett. Der NP Plitvicer Seen ist der älteste und größte NP in Kroatien, berühmt für seine türkisgrünen Senn und Wasserfälle in einem artenreichen Wald- und Wiesengebiet. Mehrere ausgearbeitete Wanderrouten führen durch den NP. Kroatien Nationalpark Plitvicer SeenGleich nach Eingang ist eines der Highlights zu sehen, das Panorama mit dem höchsten Wasserfall, dem 87 m hohen Veliki slap. Hier seilten sich die Apachen im „Schatz im Silbersee“ ab – Wahnsinn, es sieht noch genauso aus wie im Film. Kroatien Nationalpark Plitvicer SeenWir gehen hinunter an eine Stufe des Falls (bei 52 m Fallhöhe). Dazu überquert man auf Brücken und Holzwegen einen der unteren Seen. Überall hatten wir gelesen, dass es in der Hochsaison rappelvoll ist und man im Gänsemarsch über die Holzstege läuft. Corona sei Dank fallen die Reisegruppen der Asiaten weg und wir haben teilweise die Stege für uns alleine. Heute wandern wir die Route B, 4 km laufen, Gesamtdauer 3-4 Stunden veranschlagt. Zwischendurch fährt man mit dem Boot über den Kozjak See und mit dem Shuttlebus ein Stück. Es lohnt sich! Besonders schön sind die vielen Grüntöne des Wassers und der Bäume. Fantastisch! Uns gefällt es deutlich besser als der Krka NP. Nachdem wir das letzte Stück zum Eingang gegangen sind und noch einige Panoramaaufnahmen gemacht haben, wäre ich gerne in ein klimatisiertes WoMo gestiegen, denn wir sind nassgeschwitzt bei Temperaturen um die 35 °C, gefühlt mindestens 40 😊 Erst bei der Rückfahrt merke ich, dass wir hin nur bergauf gefahren sind. Die ersten 4 km müssen wir bremsen, da das Rad locker 50 km/h den Hügel runterrollt. Geschätzt waren es 95% rollen und nur wenige km leichter Anstieg bzw. Geradeaus. Den Rückweg schaffen wir in 20 Minuten. Wir sehen bei Netflix nochmals „Der Schatz im Silbersee“ an. 😊 Übernachtung: Plitvice Holiday Resort

Freitag 9.7.2021

Unser zweiter Tag im Nationalpark. Da wir Tour E laufen wollen und diese bei Eingang 2 startet, fahren wir mit dem WoMo hin, denn es sind noch einige Kilometer mehr zu fahren. Die Parkgebühren sind horrend, 100 Kuna pro Tag. Vom Parkplatz geht es zunächst nur runter – da müssen wir später wieder rauf. Die Tour beginnt am Kozjaksee mit einer Bootstour, ein ganz kurzes Stück. Danach geht es zu den oberen Seen und wie der Name schon sagt, sie liegen oben, das heißt unzählige Stufen geht es bergauf durch wunderschöne Wälder. Die Seen überqueren wir über Holzstege, toll angelegt. Heute konzentrieren wir uns auf die kleinen Dinge und es gibt am Wegrand immer viel zu sehen. Im oberen Bereich gibt es sehr viele Wasserfälle, mehr als unten, bzw. mehr höhere als bei den unteren Seen. Der zweithöchste, der Veliki Prstavac (28 m), der in den Gradinsko Lake fließt, ist einer der ersten. Es folgen Mali Prstavac (18 m) und Galovacki Buk (16 m) und viele mehr. Knapp 6 km Wanderung sind es gewesen und 10 Stockwerke Höhenunterschied, sagt meine Health App. Den Rückweg fahren wir mit der Bahn bis zum Eingang 2. Mittlerweile ist es 12 Uhr und wir überlegen noch bis zum Eingang 1 zu wandern, verschieben das aber auf den Nachmittag nach einer Pause. Die Lady am Infocenter sagt uns, wir können auch nach 17 Uhr noch in den NP, wenn wir bis 17 Uhr die Tickets kaufen. Die haben wir ja schon. Die Beine sind schon etwas lahm. Aber wir können ja im klimatisierten WoMo die 10 km zum Campingplatz zurückfahren. Dieter lädt vorsichtshalber die Batterien der Räder und um 16:45 Uhr starten wir. In der Nähe gibt es einen Adrenalinpark, den braucht man nicht besuchen, eine Radtour im Feierabendverkehr auf der D42 schafft auch reichlich Adrenalinausstoss. 😊 Wir sind uns nicht mal sicher, ob wir die überhaupt mit den Rädern befahren dürfen, außer uns macht das niemand und einige Autofahrer hupen uns an. Da wir den Umweg über Korana vermeiden und auf der Hauptstraße bleiben, erreichen wir nach 30 Minuten den Eingang 1. Das Panorama mit dem Veliki Slap ist abends enttäuschend, denn es liegt fast alles im Schatten. Trotzdem gehen wir runter zu den Fällen. Dieter bleibt auf dem Holzsteg über dem See hängen, die blauen Libellen wollte er heute Morgen schon fotografieren. Jetzt klappt es. Insgesamt sind wir heute 8 km gelaufen, 12 Stockwerke hoch und 20 km geradelt – es artet zu einem sportlichen Urlaub aus 😊 und das alles bei 34 °C. Übernachtung: Plitvice Holiday Resort

Samstag 10.7.2021

Kühl ist es geworden, Dieter trägt sogar wieder Pullover und das Auto zeigt nur noch 23 °C an. Wir verlassen die Plitvicer Seen und begeben uns Richtung Westen an die Küste. In Smiljann ein kleiner Ort in Zentralkroatien, wollen wir uns das Nikola Tesla Memorial mit Geburtshaus ansehen. Die Fahrt geht wieder über die Berge und ist sehr kurvenreich. Das Tesla Museum hat leider nur Parkplätze für PKWs, und Dieter parkt recht sportlich ein auf einem der letzten Plätze. Der Eintritt kostet normalerweise 50 Kuna pro Person, aber heute dürfen wir umsonst rein, denn es ist der Geburtstag von Nikola Tesla – super abgepasst. Nikola Tesla, geboren 1856, Erfinder und Physiker, war einer der bedeutendsten Elektrotechniker seiner Zeit. Man kann die Kirche, in der Nikolas Vater als Pastor arbeite, besichtigen und sein Geburtshaus. Darin sind im Erdgeschoss ein Zeitstrahl seines Lebens und im Dachgeschoss einige seiner wichtigsten Erfindungen als interactive Exponate zu sehen. Interessant! In einem weiteren Gebäude sehen wir uns einen Film über sein Leben an – mit vielen schweren Erkrankungen und einem Burn out war das bestimmt kein schönes Leben. Nach einer guten Stunde hat man alles gesehen und es geht weiter über das Karstgebirge, den Velebit NP an die Adriaküste. An einem Viewpoint mit Blick auf die Insel Pag halten wir. Zwischen 16 und 17 Uhr kommen wir an dem vorher ausgesuchten Camp Kozica an. Der Platz ist recht groß, liegt direkt am Meer auf einer Klippe und ist nicht parzelliert. Wir sollen erst einmal schauen und haben uns schnell einen Platz ausgesucht. Nach den Formalitäten, wie Pass abgeben und Anmeldung, fahren wir runter zum Platz und sind baff erstaunt. Da hat doch glatt eine Deutsche mit ihrem Handtuch reserviert .…. Nein, sie steht da und hält den Platz frei ☹ Da wir nur eine Nacht bleiben, nehmen wir den Platz daneben, auch wenn er nicht so schattig und leicht schräg ist. Wir bleiben ja nur eine Nacht, da wird es schon gehen. Strand gibt es nicht, aber man kann über Steine ins Meer steigen. Übernachtung: Camp Kozica

Sonntag 11.7.2021

Halb zehn sind wir auf der Piste, Ziel Pula. Die Strecke sollte wie immer ohne Mautstrassen sein, denn Maut ist hier beachtlich. Das erste Stück bis Rijeka verlief ganz gut und schnell. Dann haben wir uns entgegen die 8 entschieden und wollen an der Küste lang. Das bedeutet auch, dass wir durch viele Städtchen, von Opatija bis Labin, fahren müssen. Die Straßen sind eng, viele Leute unterwegs und so einige Zebrastreifen, an denen wir halten dürfen. Mit uns sind einige lebensmüde Motorradfahrer auf den Straßen, die es nie abwarten können, bis sie gute Sicht haben und uns meistens sogar in den Kurven überholen. In den Orten stehen viele alte Villen zum Meer hin, die irgendwann mal prachtvoll waren. Ein Fixer-Upper-Team könnte da sicher viel rausholen. An den Straßen stehen immer wieder Säulenzypressen und erinnern stark an die Toscana. Nach Labin geht es dann wieder etwas schneller. Um zum Arena Stoja Campingplatz zu kommen, fahren wir schon einmal durch Pula durch und an der Arena vorbei. Der Campingplatz ist zwar parzelliert, aber riesig. Wir dürfen uns wieder einen Platz aussuchen und entscheiden uns für einen Schattenplatz der zweithöchsten Kategorie. Teurer ist nur direkte Meerlage. Und teuer ist der Platz- wie heißt es so schön: Lage, Lage, Lage! Nachmittags starten wir mit den Rädern in die City, es sind nur 4 km und wir erreichen die Arena nach 15 Minuten über ruhige, wenig befahrene Straßen. Das Amphitheater ist gut erhalten und erinnert uns an das Colosseum. Kroatien PulaKroatien Pula Kroatien PulaEs ist Pulas größte Sehenswürdigkeit und auch das größte Gebäude in der Stadt. Bis zu 20 000 Besucher fasste es ursprünglich. Heute gibt es Bestuhlung für 5000. In den unteren Räumen, dort wo ehemals die Gefangenen, Gladiatoren und Löwen warteten, ist eine Ausstellung über Ölgewinnung in Kroatien, denn das Land war schon vor Jahrtausenden bekannt für sein Olivenöl und seine Weine. Die Arena in Pula ist ein Eventtheater und es werden im Sommer täglich Opern aufgeführt, zur Zeit gibt es Tosca. Im Anschluss gehen wir zum Hafen und dann zum Augustustempel, ein weiteres Zeugnis der Römer. In ihm ist heute ein Museum römischer Skulpturen. Den Triumphbogen der Sergier möchte ich noch sehen und so machen wir einen weiteren Schlenker durch die Altstadt. Er stammt aus dem Jahr 30 v.Chr. und steht am Eingang zur Altstadt. Mit dem Fahrrad sind wir schnell wieder auf dem Campingplatz. Ohne Räder wäre so manche Stadtbesichtigung schwierig geworden, denn, obwohl wir ein kleines Wohnmobil haben, ist es doch sehr hoch und breit und die schmalen Gassen wären teilweise schlecht damit zu befahren, ganz abgesehen von der Parkplatzsuche. Übernachtung: Arena Stoja Pula

Montag 12.7.2021

Gestern haben wir beschlossen heute weiterzufahren in Richtung Poreč, an die Westküste Istriens. Es ist schon etwas aufwändiger alles zusammenzupacken – Koffer und Auto packen geht deutlich schneller. Um halb zehn verlassen wir den Campingplatz. Die Duschen waren morgens sehr kalt …. Die Toiletten waren gut, hatten aber noch einen oben angebrachten Spülkasten mit Schnur zum Ziehen – ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt 😊 habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Um Datenvolumen zu sparen, fahren wir seit dem zweiten Tag mit Here im offline Modus. Heute schickt es uns in Straßen, die wir gerne vermieden hätten. Plötzlich landen wir in Peroj in Bereiche, die eigentlich nicht Wohnmobil geeignet sind. Man kann das vielleicht als Gassen bezeichnen. Am Rand stehen Bäume, häufig Olivenbäume, die an unserem WoMo vorbeiratschen. Das wollten wir eigentlich vermeiden! Zurück können wir nicht, wenden ist unmöglich, also müssen wir da durch. Nach gefühlt einer Stunde, es waren wohl nur 15 Minuten, haben wir es geschafft.  Jetzt sollten die Straßen etwas breiter sein…., sind sie. Zu Mittag erreichen wir den schon in Hildesheim ausgesuchten Campingplatz, Polidor Family Camping Resort. Warm ist es, wieder locker 35 °C. Gegen halb vier wollen wir mal den Strand besuchen, der leider nicht direkt am Platz liegt. Die Bimmelbahn fährt im Stundenrythmus hin… wir versuchen es mit dem Fahrrad und folgen ihr. Der Strand ist so gar nicht meins! Er ist voll, natürlich Kies, und die Liegen stehen dicht an dicht. Kristallklares Wasser sieht auch anders aus. Der Ausflug ist schnell beendet und wir (ich) kühlen uns lieber im Pool ab. Es gibt sogar freie Liegen. Übernachtung: Polidor Family Resort

Dienstag 13.7.2021

Das Wetter ist heute eher durchwachsen, zwar immer noch warm mit 27 °C, aber drückend und schwül. Es regnet immer mal wieder ein paar Tropfen und ist windig. Funtana, ein ehemaliger, kleiner Fischerort, liegt 6 km von Poreč entfernt. Im Zentrum liegt die weiße Pfarrkirche St. Bernhard, die wir kurz besichtigen. In Poreč sind wir bei unserer nächsten Radtour vom Hafen in die Fußgängerzone geleitet worden, in eine relativ enge Straße mit viel zu vielen Menschen. Auch wenn ich nicht besonders ängstlich bezüglich einer COVID-19 Infektion bin – habe schließlich 15 Monate in der Apotheke ständig mit der Gefahr gelebt – und vollständig geimpft bin, war mir das zu wuselig und voll. So entstehen neue Ischgls…. Beim Abendessen im Nando Grill empfiehlt man uns schon drinnen zu essen, da Regen und Gewitter drohen. Wir nehmen es nicht ganz so ernst. Am Pitch wieder angekommen, wird es schon etwas windiger und um 21:15 Uhr beginnt es richtig stark zu regnen und gewittern. Obwohl es drückend und warm ist, müssen wir die Tür heute schließen. Übernachtung: Polidor Family Resort   Mittwoch 14.7.2021 So langsam beginnt unsere Rückreise. Einzupacken ist nur wenig, da wir gestern schon einiges sichern mussten. Um 9 Uhr checken wir aus, auch dieser Campingplatz kostet ca. 40€ die Nacht. Zuvor haben wir gecheckt, welche Route wir nehmen und uns diesmal für die Mautstrassen entschieden. Die alternativen Straßen dauern 2 Stunden länger. Als das Motovun Schild auftaucht und wir eine Stadt auf einem Hügel in der Ferne sehen, entscheiden wir spontan, den Umweg zu machen und Motovun zu besuchen. Das Städtchen, das wir von der Autobahn gesehen haben, war aber nicht Motovun, sondern Višnjan und hat sehr enge Gassen, durch die unser WoMo so gerade passt. Motovun ist noch 20 Minuten entfernt. Als wir auf der Straße einen guten Viewpoint finden, schießen wir ein paar Fotos von Motovun und beschließen, es kostet zu viel Zeit, es zu besichtigen. Wir müssen einen Parkplatz finden und dann hoch in die autofreie Stadt laufen. Alles in allem rechnen wir mit 1-2 Stunden Aufenthalt. Da wir den Stau an der Grenze nicht einschätzen können – die Verkehrsnachrichten der letzten Tage sagten immer mehrere Stunden vorher – fahren wir weiter und betrachten den Ort nur von unten. Auch schön! Obwohl wir nicht mehr auf Mautstrassen fahren und durch die Berge fahren, geht es erstaunlich schnell voran. Die letzten 230 Kuna wollen wir an der nächsten Tankstelle ausgeben, denn in Slowenien gilt der Euro als Währung. Doch plötzlich sind wir an der Grenze, keine Möglichkeit mehr unser Geld loszuwerden…. Und überhaupt kein Stau, nur drei Autos vor uns, möglicherweise weil wir nicht die Mautstrasse genommen haben und an einem kleinen Grenzübergang Butzek nach Slowenien einreisen. An der eigentlichen Grenze werden wieder die Pässe geprüft, zweimal sogar und die Durchfahrten sind so eng, dass der Beifahrerspiegel eingeklappt werden muss. Es ist erst elf Uhr und wir sind in Slowenien. Gegen ein Uhr erreichen wir den Campingplatz in Bled am See und die Lady an der Rezeption findet noch einen Platz für uns, Nr. 41 mit Strom. Bled ist ein Luftkurort und liegt an den Ausläufern der Julischen Alpen, am gleichnamigen Gletschersee. Slowenien Bled am See Slowenien Bled am SeeZu Mittag teilen wir uns eine Salamipizza im Restaurant vor dem Platz, machen die ersten Fotos vom See und gehen zurück zum WoMo. Es ist halb drei und am Eingang des Platzes steht ein Schild „fully booked“ und tatsächlich müssen die ersten umdrehen. Da haben wir noch mal Schwein gehabt. Der Platz ist nicht wirklich voll, aber durch Corona dürfen nur 70% der Plätze belegt werden. Das Wetter in Bled ist bewölkt und deutlich kühler als in Istrien. Heute Nacht werden wir sicher nicht schwitzen müssen. Da wir nicht im See baden wollen, umrunden wir ihn mit dem Rad. Es sind nur acht Kilometer und man hat immer wieder schöne Ausblicke auf die Insel und die Burg. Die neugotische Kirche St. Martin liegt etwas erhoben am See und wir halten kurz an, um sie zu besichtigen. Abends ist es schon recht kühl und wir ziehen zum ersten Mal in diesem Urlaub eine lange Hose an. Übernachtung: Camp Bled  

 

 

Donnerstag 15.7.2021

Die Wettervorhersage gibt heute noch bewölkt mit etwas Sonne und morgen Regen an, deshalb unternehmen wir heute die „wichtigeren“ Touren. Mit dem Fahrrad radeln wir die 5 km zur Vintgar Klamm im Triglav Nationalpark. Die Schlange an der Kasse ist etwas länger, aber es gibt eine weitere Kasse für Wanderer, diejenigen, die nicht mit dem Bus den Rückweg antreten. Dort ist nichts los und schnell halten wir unsere Tickets, 10€ pro Person, in der Hand. Die Vintgar Klamm ist eine 1,6 km lange und bis zu 250 m tiefe Schlucht, die 4 km nordwestlich von Bled am östlichen Rand des Triglav Nationalparks liegt. Bis 1891 war die Schlucht völlig unbekannt und unpassierbar. Bereits zwei Jahre später wurden mehr als 500 m Brücken und Galerien gebaut und sie für touristische Besuche zugänglich gemacht. Beeindruckend ist auch die Steinbogenbrücke, die die Schlucht 35 m über dem Weg überquert. Slowenien Vintgar Klamm Slowenien Vintgar KlammDie Tour durch die Schlucht verläuft ausschließlich in eine Richtung. Im Anschluss kann man zwei unterschiedliche Wanderwege zurück zum Eingang gehen, oder mit dem Bus fahren. Die Touristen verteilen sich einigermaßen in der Schlucht, trotz Hauptsaison sind auch hier coronabedingt viel weniger unterwegs. Einige Male überquert man den Fluss und manchmal geht es sehr eng an den Felsen vorbei. Zusammengefasst war es ein sehr schöner Weg, nur die Sonne fehlte uns etwas. Zurück zum Rad haben wir uns für den Rundwanderweg Vintgar-St. Katharina (5,7 km) entschieden. Dazu geht man am Ende der Schlucht rechts ab in den Wald. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, lediglich der leichte Aufstieg entpuppt sich als ganz schön lang und höher als erwartet. Die St. Katharina Kirche ist leider geschlossen, aber man hat einen schöne Aussicht in die Umgebung. Nach einer kleinen Pause mit Apfelstrudel gestärkt, wandern wir weiter durch Wiesen den Berg runter zum Parkplatz. Alles in allem waren wir drei Stunden unterwegs, haben aber zumindest in der Schlucht viele Fotostopps gemacht. Bei den Radfahrten merkt man schon, dass wir im Gebirge sind, es geht immer wieder hoch bzw. runter. Wie gut, dass wir Unterstützung haben! Allzu viele Vorschläge hat Komod nicht für weitere Touren, bzw. es sind immer sehr ähnliche. Wir fahren deshalb noch einmal um den See herum, denn die Sonne scheint etwas zwischen den Wolken durch. Es ist trotzdem recht frisch und die langen Hosen sind nach der Tour unverzichtbar. Übernachtung: Camp Bled  

Freitag 16.7.2021

Heute ist Regen angesagt, ab 14 Uhr, also müssen wir morgens etwas unternehmen. Ich würde gerne die Burg Bled besichtigen und „Here“ sagt, man ist mit dem Rad in 20 Minuten oben. Stimmt, ist man, aber die Strecke geht fast nur bergauf – die Burg liegt ja auch auf einem Berg 139 m über dem See – und das letzte Stück fordert unsere ganze Kraft trotz voller Unterstützung und im ersten Gang. Mit uns kommt ein Bus an und verstopft den Eingang zur Kasse….. Der Eintritt ist mit 13€ pro Person ist im Nachhinein überbezahlt. Mit einem QR Code kann man einen Audioguide laden, so dass wir unsere eigene Führung starten können. Der Blick von oben auf den See ist toll, aber der Himmel ist grau-dunkelgrau bewölkt. Die Burg selbst ist eigentlich nur ein Museum mit Vitrinen und Tafeln. Der Regen setzt schon um halb zwölf ein, als wir noch auf der Burg sind, das heißt, wir werden nass. Nachdem wir die Druckerei, sehr ähnlich der alten Druckerei unter dem Tempelhaus in Hildesheim, besichtigt haben, verlassen wir das Gelände. Zurück geht etwas schneller, da der größte Teil der Strecke bergab ist. Wie gut, dass es unser erster Regentag ist, im WoMo ist es auf Dauer schon ziemlich eng. Übernachtung: Camp Bled    

Samstag 17.7.2021

Das Wetter ist nicht besser geworden und wir verlassen deshalb früh die Gegend. Es geht heimwärts. Schnell, ohne beachtliche Staus durchqueren wir Österreich, auf der Gegenseite gibt es 20 km Stau. Kurz vor Regensburg entschließen wir uns bis Hildesheim ohne weitere Übernachtung durchzufahren. Von dem Hochwasser und den Extremwetterlagen an denen wir ohne etwas zu ahnen vorbeigefahren sind, bekommen wir erst später in den Nachrichten was mit. So endet ein schöner Urlaub um Mitternacht vor unserer Haustür.  

Fazit:

  • Selbst mit einem kleinen, nur 6 m langen WoMo hat man Probleme in die kleinen Städtchen an der Küste zu kommen, die Straßen sind oft zu eng, unser WoMo breit und hoch und Parkplätze gibt es eh nicht. Fahrrad mitzunehmen ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein Muss.
  • Fahrradfahren in Kroatien ist anders! Oder wir haben nicht die richtigen Strecken gefunden. Wir mussten uns entweder auf ruhigeren Nebenwegen durch die Fußgänger hindurchschlängeln, bzw. schieben, oder sind auf Hauptverkehrsstraße gefahren, an denen die Autos mit 80 km/h an uns vorbeigefahren sind, obwohl Gegenverkehr kam und die Straße von der Breite nicht dafür ausgelegt war zu überholen.
  • Mein ganz persönliches Fazit der Kroatienreise im WoMo: einmal okay, da Corona noch die Welt beherrscht und vieles nicht möglich war. Nächstes Mal vielleicht mit Ferienwohnung, auf jedem Campingplatz gibt es Hütten zu mieten.
  • Der Krka Nationalpark und die Plitvicer Seen waren die Highlights unserer Reise.
  • WoMo Stellplätze in Europa sind ganz anders als sonst auf der Welt. Uns war das alles zu eng und gedrängt, die Weite der Natur und die Einsamkeit haben uns in Amerika, Kanada besser gefallen. Vielleicht versuchen wir es nochmal Richtung Norden (Norwegen / Schweden).

Namibia 2021

Geschrieben von: Conny Beckötter

Reisebericht Namibia 2021

„Niemand kann dem Reiz Afrikas widerstehen.“ – Rudyard Kipling, britischer Schriftsteller und Dichter. Mehrfach haben wir diese Reise geschoben, nun geht es endlich wieder los. Wir haben das Risiko abgewogen und uns für die Reise entschieden (7-Tage Inzidenzen Namibia unter 30, 1 mal geimpft, ganz allein unterwegs, alles versichert was möglich ist, Namibia können wir einschätzen, kennen wir gut …). Wir haben ein gutes Gefühl und das wurde mehr als bestätigt. Es war unser bester Namibia-Trip überhaubt. Ausgewählt haben wir bekannte Highlights, aber auch Orte die wir noch nie besucht haben und wir haben uns Zeit gelassen. Hier die Route:
Namibia Reiseroute
Namibia Reiseroute

Freitag 7.5.2021

Heute starten wir nach einem Jahr und drei Monaten erstmalig wieder in den Urlaub. Um 13:35 Uhr beginnt das Abenteuer Urlaub zu Coronazeiten mit der Autofahrt zum Flughafen Frankfurt. 17 Uhr haben wir unser Gepäck abgegeben und einige Fragen beantwortet, die es vor einem Jahr noch nicht gab.
  • Haben Sie einen negativen PCR Test?
  • Haben Sie eine Versicherung abgeschlossen?
  • Haben Sie die Gesundheitsabfrage beantwortet?
Ja, haben wir alles.             Jetzt warten wir, alle sind maskiert, die meisten Schalter sind unbesetzt. Der Flughafen wirkt fast verlassen. Dafür laufen erstaunlich viele Polizisten und Sicherheitskräfte durch das Terminal.   Ich ertappe mich, dass ich jeden „Nichtmaskierten“, der die Maske unter dem Kinn trägt, unwirsch mustere. Gut, dass man meine Mimik unter der Maske nicht sieht 🙂 Flug: Frankfurt-Windhoek 20:20 – 6:50 mit Eurowings Relativ pünktlich heben wir von deutschem Boden ab. Der Flieger ist erstaunlich voll, wir schätzen zu ca. 2/3 ausgebucht. Wider Erwarten gibt es ein Kissen und eine Decke, dafür fallen die Mahlzeiten sehr sparsam aus – coronabedingt? Oder einfach nur Billigfluglinie (Lufthansa-Eurowings). Es gibt nur eine Aluschale mit Nudeln in grünem Pesto und drei kleine abgepackte Süßigkeiten. Reicht aber. Der Flug verläuft ruhig und selbst ich kann etwas schlafen. Das Aussteigen soll geordneter ablaufen und nur die aufgerufenen Reihen ihr Gepäck aus den Fächern holen. Klappt nur bedingt, aber es ist deutlich weniger drängelig als sonst.  

Samstag, 8.5.2021

Halb sieben, zum Sonnenaufgang, betreten wir namibischen Boden. Noch ist es mit 13° Grad etwas chillig. Einige können es mal wieder nicht abwarten, aber die Allgemeinheit geht gesittet ins Flughafengebäude. Auch hier gibt es coronabedingt einige Änderungen. Zuerst wird mit einer Wärmebildkamera die Temperatur eines jeden gecheckt, dann geht es zum Immigrationschalter. Ich wundere mich noch, dass die Gesundheitsabfrage und der Covidtest nicht angesehen wird… Danach können wir unsere Koffer in Empfang nehmen, sie warten schon neben dem Band auf uns. Die dritte Station, an der wir dann anstehen, ist das Vorzeigen des PCR Tests und die Abgabe der zwei neuen Fragebögen. Geschafft, nun Geld wechseln und zu Europcar. Um 8:15 Uhr übernehnmen wir das Auto und dann dürfen wir nur noch afrikanische Freiheit genießen. Wir fahren die nächsten drei Wochen einen südafrikanischen Toyota Fortuner und der ist echt südafrikanisch sicherheitsbewusst. Sobald wir den Motor starten, schließt er uns ein. Türen von außen öffnen….. müssen wir erst noch lernen. Ein Klick – Fahrertür ist offen, zweiter Klick, auch die Beifahrertür öffnet sich und wenn man dann an die hinteren Sitze will, darf man ein drittes und viertes Mal klicken – sehr gewöhnungsbedürftig. Das Auto ist so ganz anders als erwartet, kein Klappern, keine staubige Lagefläche, kein hakeliges Getriebe, nein: Ledersitze, Rückfahrkamera, brand neu, Automatik-Getriebe. Ist das noch ein Safariauto? Er hat uns nie enttäuscht und super über alle Strecken gebracht. In Rehoboth kaufen wir im selben Supermarkt Shopprite unsere Vorräte und eine Kühlbox (diesmal giftgrün) wie vor vier Jahren. Es scheint schon Traditionen im Namibia Urlaub zu geben😊 Knapp 25 Kilometer südlich von Rehoboth überquert man den südlichen Wendekreis, den Tropic of Capricorn (Wendekreis des Steinbocks). Astronomen bezeichnen die beiden Breitenkreise, über denen die Sonne während der Sommerwende der betreffenden Erdhalbkugel im Zenit steht, als Wendekreis. Danach wendet die Sonne ihren Lauf und nähert sich wieder dem Äquator. Am Tropic of Capricorn gibt es nicht nur ein paar Beweisfotos, sondern auch unser erstes Picknick mit den gekochten, deutschen Eiern… Überall auf dem Boden krabbeln relativ große Käfer rum. Hoffentlich können die nicht ins Auto hüpfen. Kurz vor 12 erreichten wir die Teufelskrallen Lodge und checken im Farmhaus ein (Hände desinfizieren und Fieber messen inklusive), die Zelte liegen noch 3 km entfernt auf Stelzen auf einer roten Kalahari-Düne, sehr einsam und schön gemacht. Lediglich der Parkplatz hätte etwas näher am Zelt sein können. Da ich noch nicht mehr als 5 kg tragen darf, muss Dieter ganz schön schleppen.     Das Zelt ist großzügig mit einem Doppelbett und einer Sitzecke ausgestattet und bietet reichlich Platz für unsere Koffer. Das Badezimmer ist über einen kleinen Steg erreichbar, außerhalb des Zeltes. Es gibt sogar einen Kühlschrank für unsere Getränke. Die Teufelskrallen Tented Lodge liegt am Rande eines 4.000 ha großen privaten Naturschutzgebietes, auf einer der westlichsten Dünen der Kalahari gelegen. Wir gönnen uns eine Mittagspause bis 15 Uhr. Mittlerweile ist es 30° Grad – super. Von 17 bis 19 Uhr buchen wir einen Sunsetdrive und Johannes kutschiert uns über das Gelände der Kalahari Dune Lodge, die wegen Überflutung geschlossen ist. Johannes erklärt uns auch, dass die riesigen Käfer, die es hier überall gibt, “Ground Cricket” heißen. Es war nett, der Sonnenuntergang schön, aber der Game Drive nicht besonders lohnenswert. Übernachtung: Teufelskrallen Lodge, HP, Safarizelt

 

Sonntag 9.5.2021

In der Nacht war es relativ frisch im Zelt, die Außentemperatur und damit auch die Temperatur im Zelt sank auf 4° Grad. Um sieben Uhr morgens sind wir ausgeschlafen und es ist schon hell draußen, aber über den roten, mit Wüstengras bewachsenen Dünen der Kalahari geht gerade erst die Sonne auf. Die Versuche erneut die Drohne in die Luft zu schicken, scheitern, da Dieters Handyakku total leer ist. Also frühstücken wir und starten dann um 9:15 Uhr unseren nächsten Trip nach Keetmanshoop. Eine halbe Stunde später sind wir am Hardap Damm angekommen, der Eintritt kostet 100 N$ pro Person und 50 N$ pro Auto. Der Damm ist der zweitgrößte Staudamm Namibias und liegt nordwestlich von Mariental. Er staut den Fish River auf eine Länge von 30 Kilometern durch die 860 m lange und fast 40 m hohe Staumauer. Der Hardap-Stausee hat eine Fläche von 25 km². Damit ist der Hardap Damm nicht nur von großer landwirtschaftlicher Bedeutung, sondern auch ein Erholungsgebiet. Ursprünglich war geplant, hier im staatlichen Camp zu übernachten. Wir sind froh, dass es momentan geschlossen ist, die Teufelskrallen Lodge lag viel idyllischer. Nach einem kurzen Fotostopp fahren wir weiter nach Keetmannshoop. Die Stadt ist heute in erster Linie Verkehrsknotenpunkt für die Strecke Südafrika nach Windhoek bzw. für die Touristen auch nach Lüderitz. Das merken wir auch auf der B1, außer einigen Touristen sind sehr viele, sehr große LKWs unterwegs. Namensgeber der Stadt war der deutsche Industrielle Johann Keetman, der selbst den Ort nie besucht hat. Mit seinem finanziellen Engagement verband Keetman die Hoffnung (daher der afrikaanse Name „Keetmanshoop“), durch die Christianisierung der im Namaland ansässigen und miteinander verfeindeten Stämme deren Befriedung erreichen zu können. Um ein Uhr erreichen wir Gessert‘s Pension und werden von Reinette herzlich empfangen. Da es für die Köcherbäume lichttechnisch zu früh ist, machen wir nach dem Mittags-Picknick zunächst eine Pause. Das Wetter ist perfekt, um die 25° Grad, der Himmel wolkenlos. Auf Empfehlung unseres Gastgebers starten wir um 16 Uhr an der Pension und fahren zuerst zum Giant‘s Playground, eine der bizarrsten Naturwunder Namibias. Über Millionen von Jahren wurden die perfekt ausbalancierten Anhäufungen von vulkanischen Felsbrocken von Wind und Wetter glatt geschliffen. Awesome! Den Eintritt bezahlt man mit am Quivertree Forest Rest Camp. 100 N$ pro Person kostet es bis 18:30 Uhr, danach möchten sie 400 N$ pP für Nachtaufnahmen haben. Die sparen wir uns, an der Straße gibt es auch einige Köcherbäume, die sich für Sternenbilder mit Baum eignen.   Eineinhalb Stunden, bis die Sonne ganz hinter den Felsen verschwunden ist, verbringen wir im Köcherbaumwald. Kein Mensch außer uns ist hier. Atemberaubend! Nur selten gibt es größere Gruppen von Köcherbäumen, denn sie wachsen bevorzugt vereinzelt an einsamen Stellen auf felsigem Grund. Im Quivertree Forest wachsen ca. 300 dieser Bäume, einzelne sind 200-300 Jahre alt. Köcherbäume, auch Kokerboom genannt, sind Aloe dichotoma, stehen seit 1955 unter Naturschutz. Der Name bezieht sich auf die Beschaffenheit des Holzes. Da dieses leicht auszuhöhlen ist, fertigten die Völker der San und Khoi Khoi aus den Ästen dieses Baumes Köcher für ihre Jagdpfeile. Ich bleibe im Auto, während Dieter versucht Nachtfotos zu schießen. Hin und wieder kommen Autos vorbei und ich hoffe, sie sehen uns rechtzeitig, denn um 18:45 Uhr ist es schon recht dunkel. Später darf ich dann doch noch raus, um Dieter bei der Beleuchtung zu helfen, es ist stockdunkel und ohne Taschenlampe sieht man die Hand vor Augen nicht. Nach einer Weile wird mir in Shorts doch kalt und gegen halb acht sitzen wir wieder im Auto fahren zurück.     Übernachtung: Pension Gessert Bed & Breakfast  

Montag 10.5.2021

Das Frühstück in der Pension war sehr reichhaltig und nett angerichtet. Natürlich gibt es wegen Corona kein Buffet, aber uns stört das wenig. Reinette und ihr Mann versorgen uns vorbildlich. Gegen halb zehn brechen wir auf, zunächst zum Sparmarkt, danach tanken und dann weiter zum Fish River. Den Naute Damm und Stausee sparen wir uns. Die ersten 80 km ist die Straße, die B 4 nach Lüderitz,  noch geteert, dann folgen 90 km Schotterpiste. Außer uns ist kaum jemand hier unterwegs, deshalb beschließen wir einen Drohnenflug mit „Autoverfolgung“ auszuprobieren und ich darf/muss ans Steuer. Bei 20-30 km/h kann die Drohne noch folgen, aber bei 50 verliert sie das Auto. Dieter kann sie nicht mehr sehen, das Auto ist weg 😊 und er schaltet „Back to Home“ an. Selbstverständlich findet die Drohne ihren Ausgangspunkt wieder, etwas kribbelig war es schon…. Nach einer guten halben Stunde sind die Batterien fast leer und wir fahren weiter. Irgendwann kommt dann der Abzeig in den Canyon Nature Park und zur Fish River Lodge. Jetzt erklärt sich auch, warum wir für die ganze Strecke so lange brauchen…. die letzten 20 Kilometer sind nur noch einspurig, sehr schotterlastig und kurvig, so dass man nicht schneller als 30-40 km/h fahren kann. Um eins erreichen wir die Lodge und sind wieder fast alleine, ein weiteres Paar übernachtet mit uns hier. Die Lodge ist ein Traum, nicht nur wegen der Lage. Sie ist die einzige Lodge, die direkt am Rande des Fish River Canyons liegt. Die Entfernung zum Canyonrand beträgt nur 8 Meter. Unser Chalet, die Nr. 11 liegt direkt neben dem Pool mit einem supertollen freien Blick auf den Canyon. Wir haben sogar eine zusätzliche Außendusche mit Blick auf den Canyon. Der Fish River Canyon ist mit einer Länge von 170 km und einer Breite von 27 km der zweitgrößte Canyon der Welt nach dem Grand Canyon in Arizona. Er ist bis zu 550 m tief. Der Fish River ist mit 650 km Länge der längste Fluss Namibias, durch die Staudämme (Hardap und Neckar) kommt allerdings nicht mehr viel Wasser im Canyon an.   Nach dem Picknick, wie sollte es anders sein in diesem entspannten Urlaub, bekommt Dieter erneut eine Mittagspause – mal sehen, ob das so weitergeht, oder ob ich ihn doch die nächsten Tage mittags rausscheuche  😊   Den Nachmittag verbringen wir dann am Pool, genießen die wunderschöne Aussicht auf den Canyon und erholen uns vom …. vielleicht Stress der letzten Arbeitstage? Sonnenuntergangsfotos vom Canyon kann man leider nicht machen, da er in Nord-Südrichtung verläuft und die Sonne auf der falschen Seite untergeht, das färbt den Himmel auf der gegenüberliegenden Seite rosa – violett, auch nicht schlecht. Pünktlich um 19 Uhr gibt es Abendessen. Ich trinke ein Glas Weißwein dazu, weil ich irgendwie verdrängt hatte, dass ich nochmal zum Fotografieren raus in die Nacht darf. Klappt aber noch, trotz leichtem Schwips finden wir einen Köcherbaum am Straßenrand, kein perfektes Exemplar, aber trotz Taschenlampe sieht man wenig von dem, was neben der Straße liegt. Übernachtung: Fish River Lodge, HP, Chalet  

Dienstag 11.5.2021

Wir haben uns gestern so gut erholt, dass wir heute einen gebuchten Tagesausflug in den Canyon unternehmen, ohne Tour ist es nicht erlaubt runterzufahren – vielleicht auch besser so.  6 Uhr sollte der Wecker klingeln, aber den brauchen wir schon nicht mehr. Kurz vor sieben geht die Sonne über dem Canyon auf. Auf der Terrasse vor dem Restaurant beobachten wir das Schauspiel. 7:30 Uhr ist Start des Trips mit Alex als Fahrer und Guide und seiner Freundin als Begleiterin. Damit wir die spannende Tour ausreichend dokumentieren können, montiert Dieter die GoPro vorne am offenen Safariwagen. Die Drohne ist selbstverständlich auch dabei 😊 Wir bekommen wärmende Ponchos, die zu Anfang der Fahrt echt nützlich sind, der Fahrtwind kühlt uns ganz schön ab. Gegen neun Uhr benötigen wir sie aber schon nicht mehr. Unterwegs hält Alex mehrfach an und erzählt uns etwas über Fauna und Flora und die Besonderheiten der Landschaft. Im privaten Canyon Nature Park (45 km²) leben viele Tiere, Springböcke, Strauße, sogar Kudus, aber die Tiere, die wir am häufigsten sehen, sind riesige Heuschrecken. Und dann startet unsere „Full Body Massage“ (O-Ton Alex). Es ruckelt und schaukelt auf der Strecke allerdings deutlich weniger als teilweise in der Serengeti, aber es ruckelt…. Alex fährt sehr langsam, da die Strecke sehr unwirtlich ist. 7 km sind es bis in den Canyon rein, dafür braucht man mindestens 2 Stunden. Auf dem Hinweg sind es bei uns gut drei, da wir öfter anhalten, fotografieren und Infos bekommen. Der erste richtige Stopp ist dann kurz vor elf oben an einem Aussichtspunkt in den Canyon runter – awesome, atemberaubend. Unten im Fish River ist dank der ausgiebigen Regenfälle am Anfang des Jahres noch ein Fluss zu sehen, meistens sind es nur kleine Tümpel. Wir machen das eine oder andere Foto😊 . Alex gibt uns alle Zeit, die wir brauchen, vielleicht auch ein Vorteil der Pandemie, zumindest für uns, wir haben wieder eine Privattour. Eine Dreiviertelstunde später brechen wir auf, um nach unten in den Canyon ans Wasser zu fahren. Der Terra Pass hat ein Gefälle bzw. eine Steigung, je nachdem wie man es sieht, von 60%. Das ist schon nicht wenig. Links vom Auto steigt der Berg an, rechts geht es steil runter. Nichts für Menschen mit Höhenangst oder Bandscheibenproblemen. Das letzte Stück runter dürfen wir klettern, weder Stufen noch Leitern oder Seile gibt es, alles made by nature. Wir verzichten unten auf das Baden – Wasser ist eh nicht mein Element – da uns mehrfach gesagt wurde, es ist kühl…. Ein paar Fotos dort, es gibt einen wundervollen Blick in einen engen Canyon, aber leider liegt er im Gegenlicht, dann klettern wir wieder hoch und fahren zum Lunch-Picknickplatz unter dem Baum (wie Alex sagt). In dem Baum hängen eine Menge Stühle und ein Tisch. Letzteren brauchen wir nicht, wir sind doch in Afrika. Die Getränke sind perfekt gekühlt und der Chicken-Wrap schmeckt hervorragend. Mittlerweile ist es 13 Uhr geworden und wir brauchen ca. 2 Stunden zurück, also: Los geht es, zuerst wieder den Terra Pass hoch…. Ich sitze während der ganzen Zeit auf der Sonnenseite und denke noch: gut, vertrage ich besser als Dieter, aber selbst ich habe abends einen leichten Sonnenbrand. 15 Uhr erreichen wir die Lodge wieder und obwohl wir nur im Auto gesessen haben, sind wir beide total erschöpft. Heute brauche sogar ich ein Mittagsschläfchen. Den Rest des Nachmittags werden Fotos übertragen und gechillt😊 Kein Nachttripp im Canyon Nature Park mehr, haben wir beschlossen und gehen völlig entspannt zu Bett. Die  Chalets haben ein Metalldach und heute Abend hört man den einen oder anderen Vogel darauf landen und trippeln. Sie wiegen uns in den Schlaf 🙂 Übernachtung: Fish River Lodge, HP, Chalet  

Mittwoch 12.5.2021

9 Uhr: alles ist im Auto verstaut, jetzt muss nur noch unsere gestrige Tour bezahlt werden. Die Maschine zur Abrechnung von Kreditkarten ist kaputt, oder existiert nicht mehr… was auch immer. Dieter füllt alle Daten auf einem Blatt Papier aus und unterschreibt das. 1500 N$ sollte die Fahrt in den Canyon pro Person kosten, gesamt müssen wir nur 3175N$ zahlen. Irgendwelche Getränke wurden mit Sicherheit vergessen. 9:15 Uhr, wir brechen auf. „Here“ und Iwanowski sagen, wir brauchen 4,5 Stunden bis zur nächsten Lodge, Dieter schafft es in inklusive Drohnenvideo und tanken in 3,5 Stunden. Super! Die ersten knapp zwei Stunden fahren wir über Schotter und begegnen keiner Menschenseele. Erst auf der asphaltierten B 4 nach Lüderitz kommen uns ein paar LKWs entgegen. Wir tanken in Aus, man sollte jede Tankmöglichkeit nutzen, da wir in Covidzeiten nicht abschätzen können, ob die nächste auch wirklich geöffnet ist. Aus ist ein klitzekleines Örtchen, dass im ersten Weltkrieg als Internierungslager für deutsche Schutztruppler diente, und nun trotz der Einsamkeit wichtige Versorgungsoase ist. 12:30 Uhr erreichen wir die Klein Aus Vista Lodge und checken ein. Bis zu unserem Chalet sind es noch 7 km (15 Min) über Privatgelände durch wüstenartige Landschaft zum Eagle’s Nest, dem Honeymoon Paradies. Es ist das letzte Chalet direkt am Berg, weit entfernt von anderen Unterkünften. Die Steinchalets von Eagle’s Nest schmiegen sich an riesige Granitfelsen unterhalb einer beeindruckenden Berglandschaft. Ein Traum! Dekadent luxuriös! Haben wir das verdient? Wir beschließen, ja, haben wir, und genießen nur noch. Vor unserem Chalet liegt die undenkliche Weite der Namib und irgendwann kommt dann der Ozean. Nachmittags sitzen wir auf unserer Terrasse, unendliche Ruhe, nur das Zwitschern einiger Vögel. Doch was ist das, ein Güterzug fährt durch unseren „Vorgarten“ – spannend, was man hier alles erlebt. Noch nie haben wir uns über das Rattern einer Dampflok so gefreut 😊 Mit dem Sonnenuntergang fahren wir ins Desert Horse Inn zum Abendessen. Endlich Netz, connected to the world 😊 Damit wir morgen früh starten können, nehmen wir ein Breakfast Paket mit. 20:15 Uhr sind wir wieder in unserem Adlerhorst und die Nacht-Fotosession kann beginnen. Zuerst wird der richtige Standpunkt und Ausschnitt gesucht, einige Probefotos gemacht, dann „schmeißt“ Dieter den Timer an für die Timelapse Aufnahmen. Da hier viele Baboons sein sollen, die „very naughty“ sind (genaue Übersetzung muss ich googeln, wenn wir mal wieder Netz haben), können wir die Kamera nicht über Nacht draußen stehen lassen, um längere Zeit Sternenbilder aufzunehmen ☹ Das Chalet ist einfach grandios, man kann im Bett liegen und sieht durch das Fenster den klaren Sternenhimmel. Übernachtung: Klein-Aus Vista Eagle’s Nest Chalets Gondwana Collection Namibia  

Donnerstag 13.5.2021

Auf dem heutigen Plan steht Kolmanskop. Um das gute Licht zu nutzen, stehen wir um halb sieben auf und starten ohne Frühstück kurz nach sieben in Richtung Lüderitz. „Here“ berechnet 114 km und 1:43 Stunde Fahrt. Das kann Dieter eigentlich immer schneller schaffen 😊 Von 8 bis 13 Uhr ist die Geisterstadt für die Allgemeinheit geöffnet, danach nur noch mit einem speziellen Foto-Permit. Wir wollen es zunächst nur morgens versuchen und dann entscheiden, ob wir in Lüderitz die Erlaubnis für den Nachmittag kaufen. Auf der B 4 gibt es dann noch so einige Foto- Gelegenheiten, so dass wir länger brauchen als geplant. Deshalb tritt Dieter das Gaspedal tief durch und wir brausen mit 140-150 über die B4 (erlaubt ist 120 km/h). Im Vorbeirauschen sehe ich einige Warnschilder mit Wölfen drauf, vielleicht sollen es auch Schakale sein und meine schwachen Augen nehmen es nicht richtig wahr – ich schiebe es mal auf die Geschwindigkeit. Für einen Stopp ist keine Zeit mehr, können wir auf dem Rückweg machen. Doch in der Zeit, die wir in Kolmanskop verbracht haben, hat irgendjemand alle diese Schilder abgebaut… Die wilden „Desert Horses“ verstecken sich auch vor uns. Auf dem Weg kann man gut die Weite Namibias sehen, rechts von uns ist der Namib Naukluft Park und links das Diamantensperrgebiet. 8:30 Uhr erreichen wir Kolmanskop als einer der ersten Touristen. Die geführte Tour ist auf 10 Uhr festgelegt, da heute Feiertag ist, Christi Himmelfahrt, oder Vatertag. Also können wir eineinhalb Stunden alleine das Gelände erkunden. Man kann auf eigene Gefahr fast jedes Haus betreten und Fotos schießen so viel man will, nur Drohnen sind nicht erlaubt. Ein Lost Place wie man ihn sich nur wünschen kann. An den meisten Häusern sind Schilder angebracht, auf denen steht, wer dort gewohnt hat, der Lehrer, der Architekt, der Quartiermeister… die schönsten Häuser, ganz außen, haben der Minenverwalter und der Buchhalter bewohnt. Wir erkunden innen und außen die privaten Häuser und auch einige der Ladengeschäfte bis die Führung beginnt. Janie erklärt erst die Geschichte der damals sehr reichen Stadt. Alle Häuser hatten Strom und ein Telefon. Trinkwasser wurde aus Kapstadt transportiert und jedes Haus bekam pro Tag 20 l Frischwasser und einen Eisblock zum Kühlen. Die Privathäuser standen an der Adams Street, auch Millionaires Avenue genannt. Die arbeitenden Männer wohnten zusammen in einem größeren Gebäude, nicht ganz so komfortabel. Heute ist ein hervorragender Tag um die Geisterstadt zu besichtigen, denn es gibt kaum Wind. An anderen Tagen kann der Wind schon mal mit bis zu 125 km/h den Sand durch die Stadt treiben. Anschließend führt Janie uns zur Kegelbahn, die Errungenschaft deutscher Ingenieurskunst, erklärt sie. Die Bahn funktioniert immer noch und die Kugeln rollen automatisch zurück. Beeindruckend. Die zweite große Straße ist die Shopping Avenue, an ihr liegen die Bäckerei, die Schlachterei, eine Eisfabrik, der Laden, in dem alles zu kaufen war und das Haus der reichsten Frau in Kolmanskop, der Ladenbesitzerin. Vor dem Laden steht eine Art Eisenbahn, das damalige Taxi, mit dem die Ladies ihre Einkäufe nach Hause bringen ließen und auch sonst alles transportiert wurde.   Nach 45 Minuten war die Führung beendet und die meisten Touristen (zur Führung waren es tatsächlich ca. 30 Personen) verlassen das Gelände, so dass wir wieder ziemlich alleine fotografieren können. Um halb 12 ist dann auch das letzte Foto geschossen und wir fahren weiter nach Lüderitz. Die Stadt ist für uns eine große Enttäuschung, möglicherweise weil Feiertag ist. Alles wirkt fast so ausgestorben wie die Ghost Town Kolmanskop. Nur vor der Bank steht eine Schlange. Im Spar decken wir uns noch mit Getränken ein, Cola und Wasser. Das Bier wird uns an der Kasse wieder abgenommen, an Feiertagen darf kein Alkohol verkauft werden…. Also können wir uns relativ schnell wieder auf den Weg zum Eagle’s Nest machen. Mittlerweile habe ich das System auch verstanden. Eagle’s Nest ist der Oberbegriff für alle 5 Chalets vor den Felsen. Unser Chalet ist das letzte, weit ab von den anderen und heißt Eagle’s View. Hier muss vor langer Zeit mal ein gelangweilter Straßenbauer gewohnt haben, denn die letzten zwei Kilometer zum Chalet sind alle 20-30 m mit einer Bodenwelle versehen worden… why??? Nach einer Mittagspause überträgt Dieter die Fotos und ich lese… so viel Zeit zum Lesen hatte ich in Namibia noch nie. Zum Sundowner lassen wir uns heute Amarula mit Himbeere schmecken. Die Temperaturen schwanken stark. Nachts ist es kühl mit 8-10° Grad, morgens um sieben friert man leicht in der kurzen Hose bei 14° Grad und um 11 Uhr schwitzt man nur noch bei 30-32° Grad. Übernachtung: Klein-Aus Vista Eagle’s Nest Chalets Gondwana Collection Namibia  

Freitag 14.5.2021

Wir verabschieden uns von unserem Adlerhorst. Nach Frühstück und tanken in Aus geht es los, Fahrtag. Statt die schnellere Strecke über die C 13 zu nehmen, entscheiden wir uns für die landschaftlich schönere, wenn auch längere, über die D 707. Da ich nicht ganz zufrieden bin mit dem Bildausschnitt der GoPro, versucht Dieter verschiedene anderen Positionen, die es nicht besser machen. Die Gelegenheit nutzen zwei Toyota Hillux mit Anhängern uns zu überholen☹ Jetzt müssen wir eine Weile warten und uns ihrem Tempo anschließen, oder in einer Sandwolke blind fahren. Gut, dass sie nach fast 50 Kilometern eine Pause einlegen und wir nun die „Schlange“ anführen. Die Sonne steht schon etwas zu hoch, um die unterschiedlichen Färbungen der Tiras Berge zu sehen, da haben wir wohl zu lange geschlafen… aber wir sehen auf der Strecke viele Oryx und können sie sogar im Galopp aufnehmen. Toll, so viele haben wir noch nie in so kurzer Zeit gesehen. Die Strecke bis zum Sossusvlei ist schon ziemlich lang. „Here“ behauptet, wir würden um 15 Uhr in der Lodge ankommen, aber Dieter holt noch eine Stunde raus. Diese Stunde verbringen wir dann auf der Engen Tankstelle vor dem Gate. Eigentlich wollten wir nur tanken, aber der Tankwart winkt uns gleich raus mit den Worten „you have a flat“. Das hatte uns noch gefehlt, aber ideal, dass es an der Tanke auffällt und wir nicht bei 32° Grad ohne Schatten auf der Schotterpiste selbst den Reifen wechseln müssen. Die jungen Männer machen sich sofort an die Arbeit und flicken den Reifen. Das ist fast wie Fahrrad flicken, der Reifen wird abgezogen, innen aufgeraut, dann kommt Kleber drauf und ein Flickenstück. Danach muss er nur noch wieder auf die Felge aufgezogen und am Auto angebracht werden.  Also alles ganz easy 😊 Eine Dreiviertelstunde brauchen die zwei und 120 N$ kostet es. Unglaublich, das sind ca. 7€. So erreichen wir dann doch erst um 15 Uhr die Dead Valley Lodge. Die Dead Valley Lodge befindet sich neben dem Haupteingangstor im Namib-Naukluft Park, zwischen dem Campingplatz Sesriem und Elim Düne. Unser Zelt, die Nr. 8 steht am nächsten zu Rezeption und Restaurant, so dass wir auch im Zelt wifi haben – perfekt. Die Zelte sind versetzt und in zweier Reihen aufgestellt. Die geraden Nummern sind die, die in erster Front zur Wüste stehen, also aus unserer Sicht die besseren. Vor 22 Jahren hätten wir uns das noch nicht geleistet, es ist schon Luxus pur, ein Canvaszelt mit Klimaanlage. Außerdem gibt es ein weiteres Zelt, in dem sich das Badezimmer befindet. Wir blicken von unserer Terrasse auf einen Kameldornbaum und auf die Elimdüne. Nach kurzer Pause wollen wir das erste Mal in diesem Urlaub in die Dünenlandschaft fahren. Bis zu Düne 45 und zurück schaffen wir heute noch. Zuvor buchen wir einen Ballonflug für morgen zum Sonnenaufgang. Da wir innerhalb des Nationalparks übernachten, sind wir nicht so stark auf die Öffnungszeiten angewiesen. Gegen 17 Uhr erreichen wir Düne 45. Sie wird so genannt, weil sie 45 km vom Eingang liegt und ist ca. 170 m hoch und sehr schön geformt. Auf dem Weg dorthin treffen wir wieder auf Oryx. Jahrelang hat Dieter sich das so gewünscht: Oryx nahe dran, vor den Dünen, mit dem Sonne im Rücken und nicht weglaufen – heute klapp es. Ein allerletztes Mal möchte ich die Düne hinaufsteigen, aber das habe ich die letzten fünf Male auch gedacht… Mal sehen, wie oft ich hoch hochkomme, gefühlt wird es jedes Mal schwieriger, das kann nur an den Temperaturen von über 30° Grad liegen, keinesfalls an meiner Kondition oder dem Alter 😊 Jedenfalls schaffe ich es noch bis zu dem Punkt, an dem wir vor vier Jahren den Sonnenaufgang beobachtet haben, und das sogar in 15 Minuten. Ich bin stolz auf mich 😊 Ein paar Beweisfotos, dann düse ich auf der sonnenzugewandten Seite wieder runter. Bisher haben wir immer die andere Seite genommen, aber wir waren ja auch noch nie abends oben. Der Sand auf dieser Seite verhält sich etwas anders… zuerst ist es wir immer, man sinkt tief ein und die Schuhe füllen sich…auf der Mitte ungefähr kommt ein Stück, da ist der Sand total fest. Das ist eher unangenehm, das letzte Stück ist dann wieder ganz weicher Sand. Alles in allem habe ich eine halbe Stunde gebraucht, um wieder beim Auto anzukommen und Dieter hat meinen „Abgang“ verpasst ☹ Kurz vorm Parkplatz sehen wir zwei Männer eine Drohne aufsteigen lassen, ohne Erlaubnis.     Heute fällt die Nachtsession draußen aus, denn wir müssen um fünf Uhr aufstehen. Übernachtung: Dead Valley Lodge, VP    

 

Samstag 15.5.2021

Es ist noch stockdunkel um fünf. COVID 19 bedingt werden wir nicht abgeholt, sondern müssen die 22 km bis zum Stützpunkt der Namib Sky Balloons fahren. Wir haben den Eindruck, dass COVID auch oft herhalten muss, um etwas Service und Kosten zu sparen. Unsere Zimmer werden z.B. auch nicht gemacht und Wein wird nur in Flaschen ausgeschenkt. Egal, wir genießen es trotzdem! An der Rezeption hatte man uns gestern gesagt, wir müssten um 5:30 Uhr hier starten, um um 6:15 Uhr rechtzeitig bei den Balloons zu sein…. warum glauben wir das nur immer, wir waren schon um 5:50 Uhr dort, die ersten. Der Pilot lässt uns zuerst die bürokratischen Vorgaben erfüllen, nein zuerst wird Desinfektionsmittel in die Hände gesprüht. Unsere Körpertemperatur wird auch mal wieder kontrolliert. Nach und nach treffen weitere Gäste ein und wir sind fast etwas entsetzt, es sind nicht fünf mit uns (wie in der Lodge gesagt), sondern vierzehn in einem Ballonkorb. No worry, sagt der Pilot, der übrigens Hermanus heißt und aus Südafrika kommt, der Korb kann 24 Personen aufnehmen. Das wird ja ein Gedrängel. Es dauert noch einige Zeit bis wir dann alle auf zwei Autos verteilt zum Startplatz der Ballons fahren. Plötzlich spielt COVID keine Rolle mehr, aber die meisten tragen Masken. Mittlerweile ist es sieben Uhr und die Sonne geht über den Naukluft Bergen auf. Anders als in Bagan ist noch nichts vorbereitet. Der Korb steht noch auf dem Anhänger und es dauert ein Weilchen bis der Ballon dann aufgeblasen wird. 7:20 Uhr können wir dann alle einsteigen. Zu dritt in einem Kompartment geht gerade noch, wo da noch 2 – 3 weitere stehen sollen, mag ich mir nicht vorstellen. Hermanus, nur Manie genannt, erklärt, dass wir nicht über die Dünen fahren, da die Winde dort so unberechenbar sind und im Falle einer Landung es nicht nur viel Geld kostet, auch drei Tage um den Korb wieder rauszuholen. Wir fahren also nur über Land und einige Berge, allerdings so hoch, dass wir einen Überblick über die unendliche Dünenlandschaft bekommen. Die ersten zwanzig Minuten ziehen sich ziemlich hin, ich habe das Gefühl, wir sind nur hochgestiegen und fahren gar nicht. Stimmt! Manie geht etwas tiefer, um bessere Winde zu erwischen und dann bewegt sich der Ballon auch etwas. Diese Winde treiben den Ballon in eine ungewöhnliche Richtung, sagt Manie, erst einmal in einem Jahr hat er das erlebt. Wir schweben 18 km in Richtung Sesriem und können tatsächlich den Canyon von oben sehen und die Sossus Dune Lodge, in der wir vor vier Jahren übernachtet haben. Von oben kann man gut die zwei Flüsse sehen, die hier, jetzt unterirdisch, fließen, den Auab und den Tsauchab. Die Strukturen, die in der Landschaft dadurch entstehen, sind malerisch.   Nach einer guten Stunde landen wir dann auch vor der Sossus Dune Lodge im Nationalpark. Manie rangiert so, dass der Korb genau auf dem Anhänger aufsetzt, perfekt. Er ist aber auch so schwer, dass man ihn zwar zur Not runterziehen kann, aber nicht hinaufheben. Nachdem alle mehr oder weniger elegant aus dem Korb rausgeklettert sind, ich eher weniger, fährt man uns mit dem Auto aus dem Park raus auf die andere Seite des Sesriem Canyons zum Sektfrühstück. 10:30 Uhr sind wir wieder am Startpunkt bei unseren Autos. Die Bezahlung (6950N$ pP) erfolgt erst jetzt und wir könnten noch das Schulprojekt, das wir mit dem Flug unterstützt haben, besichtigen. Statt dessen fahren wir zu Lodge, übertragen Fotos, essen zu Mittag (wir haben Vollpension) einen Salat und machen ein kleines Nickerchen, um den fehlenden Nachtschlaf auszugleichen. 16 Uhr erneuter Aufbruch ins Sossusvlei, diesmal bis zum Parkplatz, ab dem die Sandpiste beginnt. Außer uns ist nur noch ein Jeep da, der gerade einen Reifen wechselt. Bis sechs Uhr sind wir wieder an Düne 45, dann geht es zurück zur Lodge. Wieder warten die Oryx auf uns und das Licht ist wieder umwerfend. Nur noch 25° Grad um halb sieben – ist echt kühl geworden. Vor dem zu Bett gehen baut Dieter draußen die Kamera auf. Er will es wagen und sie alleine Zeitraffer aufnehmen lassen. Übernachtung: Dead Valley Lodge, VP  

Sonntag 16.5.2021

Kurz nach drei holt Dieter die Kamera wieder rein und später bemerkt er, dass zwischendurch die Batterie ihren Geist aufgegeben hat, aber einige interessante Aufnahmen sind entstanden. Nachts ist hier einiges unterwegs, Oryxe schlafen jedenfalls noch nicht zwischen ein und zwei Uhr nachts 😊 6 Uhr weckt uns das iPad, heute hätten wir gerne noch etwas länger geschlafen, aber das Sossusvlei ruft. Eigentlich könnten wir vor der Gateöffnung um 6:15 Uhr reinfahren, aber es ist noch so dunkel um die Zeit, dass wir ausgerechnet haben, ein Start um 6:30 Uhr reicht. Stimmt! Als wir am Parkplatz vor der 4×4 Piste anhalten, müssen wir zu unserem Bedauern feststellen, dass wir von Europcar keine Einweisung ins Allradsystem bekommen haben ☹ alle Knöpfe, die wir drücken, führen nur zu einem dauerhaften Piepen. Wir gut, dass ein anderer Fortuner gerade neben uns hält. Reden hilft, fragen auch, der Fahrer kennt sich aus und zeigt uns den Schalter, den wir dort nie vermutet hätten. Klappt, Allradantrieb ist eingeschaltet, es kann losgehen. Leider haben wir vergessen die GoPro zu laden, nun wird es nur verwackelte Handyvideos der Strecke geben. Erster Stopp ist Dead Vlei. Besonders gefällt uns das Schild mit „Follow the markers“ – es sind nur keine Marker da und auch beim 6. Mal suchen wir den Weg….. und auch dieses Mal finden wir ihn. Ohne Pandemie hätten wir den Massen an Touristen folgen können – jetzt sind wir alleine. Die Strecke ist statt 1,1 km mindestens doppelt so lang, da wir nicht Luftlinie laufen können, sondern die eine oder andere Düne hoch und runter müssen. Als wir gegen halb neun im Dead Vlei ankommen, liegt es noch fast ganz im Schatten, aber das ändert sich schnell. Entstanden ist diese Lehmsenke mit den bizarren dürren Bäumen durch das Versanden des Tsauchabfluss, der vermutlich ursprünglich bis zum nur gut 50 km entfernten Atlantik floss. Wie jedes Mal ist das Vlei mit den abgestorbenen Bäumen ein fantastisches Fotomotiv. Der strahlend blaue Himmel, die rotgelben Dünen und der fast weiße Lehmboden bieten tolle Kontraste und wir bleiben, wie erwartet, eine ganze Weile dort und freuen uns an dem schönen Ausblick. Nach eineinhalb Stunden verlassen wir das tote Vlei, trotten zurück zum Auto und fahren das letzte Stück bis zum Sossusvlei, das Teil des UNESCO-Welterbes ist. Die orange Farbe des Sandes wird durch Eisenoxid hervorgerufen. Mit bis zu über 380 Meter Höhenunterschied gegenüber der Pfanne zählen die Dünen hier zu den höchsten der Welt. Wenn der Tsauchabfluss in seltenen guten Regenjahren Wasser führt, bildet sich für kurze Zeit ein wenige Zentimeter bis mehrere Meter tiefer See am Ende des Vlei. Und dieses Jahr steht das Sossusvlei noch etwas unter Wasser, da es Anfang des Jahres in Namibia mehr Regen als üblich gegeben hat. Amazing! Ich versuche eine weitere Düne zu besteigen, die, die ich mit meiner Schwester bei unserer ersten Namibiatour erklettert habe. Der Ehrgeiz ist nicht mehr ganz so groß, dass Alter dafür schon und so beschließe ich auf gut der Hälfte des Aufstiegs: es reicht. Der Blick von oben ist auch dort schon sehr schön. Runter geht es immer schneller😊 Danach ist die Sonne so hoch gestiegen, dass die Fotos alle eher flach aussehen und man die Konturen der Dünen nicht mehr gut sieht. Es fehlt das Schattenspiel, deshalb fahren wir zurück zur Lodge. Auf der Sandpiste folgt Dieter mal den Tipps anderer und fährt viel langsamer – welch Wunder, es ist viel angenehmer und gefühlt auch sicherer. Im Bereich der asphaltierten Straße sind wieder einige Oryxe, Gnus und ein Schakal zu sehen. Zum Sonnenuntergang fahren wir heute mal nicht in die Dünen sondern zum Sesriem Canyon. Dort hat sich der Tsauchab Fluss ein bis zu 30 Meter tiefes Bett durch Geröllschichten gegraben. Im Westen wird der Canyon stetig weiter und der Tsauchab tritt in ein Tal aus, das sich bis zu den Dünenfeldern von Sossusvlei erstreckt. In Jahren mit reichen Regenfällen mündet der Pfad in einen tiefen Pool, den man durchschwimmen muss um in den Canyon zu kommen. Ich klettere runter, aber unten angekommen stoppt mich das stehende, relativ schmutzige Wasser. Gleich schießt mir durch den Kopf: Bilharziosegefahr – darauf kann ich verzichten. Die untergehende Sonne färbt den oberen Teil des Canyons orange, amazing. Zum Abendessen sind wir heute nur zu viert im Restaurant. Übernachtung: Dead Valley Lodge, VP  

Montag 17.5.2021

Die Fahrt nach Henties Bay, eine unserer längeren Strecken, ist unspektakulär. Selbstverständlich stoppen wir in Solitaire, schon aus Tradition (nicht nur für uns, jeder Namibiafahrer tankt hier 😉 ) und nehmen die alten und neuen Autowracks auf der Tankstelle auf. Danach fahren wir weiter über die C 14 durch den Namib Naukluft Nationalpark bis Walvis Bay. Wie jedes Mal fasziniert uns die Fahrt vorbei am Gaub Canyon, über die Kuiseb Bridge und den Blick in den Kuiseb Canyon. In Walvis Bay biegen wir auf die B 2 ab bis Swakopmund. Dort angekommen, nehmen wir bei KfC Nahrung zu uns, anders kann man den „Fraß“ nicht nennen, überhaupt kein Vergleich zu deutschen KfCs. Ein kurzer Bummel durch die Stadt, um Postkarten zu kaufen, dann fahren wir schon weiter gen Norden über die gut asphaltierte, neue Straße bis Henties Bay. Henties Bay, 70 km nördlich von Swakopmund, ist das Anglerparadies an der Küste Namibias, überall gibt es von der Hauptstraße Abzweige ans Meer, um direkt vom Strand zu angeln. Einen der Abzweige nehmen wir, da dort ein gestrandetes Schiff liegt, aber die Drückerkolonne, die uns alles mögliche dort verkaufen will, vertreibt uns rasch wieder. Unsere Unterkunft, das Fisherman‘s Guesthouse, ist von außen nicht der Brüller, hatten wir auch nicht erwartet, aber ok für eine Nacht. Es liegt in zweiter Reihe, 100 m vom Strand aus. Im Ort ist der Hund begraben! 9 bis 16 Uhr auf der Piste – Schotter, Teer, Sand…- also ein absoluter Fahrtag. Henties Bay ist tatsächlich wie ausgestorben, da war in Kolmanskop fast mehr los. Unsere Hosts Anneke und Louis bieten uns an im Guesthouse zu Abend zu essen, was wir sehr gerne annehmen, sonst hätten wir wahrscheinlich nach Swakopmund fahren müssen… Das Zimmer ist großzügig und geschmackvoll eingerichtet, so dass wir sehr zufrieden und auch überrascht sind. Das Abendessen überrascht noch mehr. Dieter bekommt Fisch und ich ein Filetstück auf Spaghetti mit etwas Gemüse und es schmeckt vorzüglich. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen etwas Familienanschluss, so, wie das vor 20 Jahren üblich war. Louis ist Guide für Angler und bietet Touren an den Strand zum Angeln an, hauptsächlich Haie. Letztes Jahr musste er erstmalig (seit 11 Jahren sind sie hier) Fisch angeln und verkaufen, da sie sonst nicht über die Runden gekommen wären. Normalerweise betreibt er das Angeln als Sport und wirft die Fische zurück ins Meer. Uns gefällt es ja super so alleine, ohne Massentourismus, unterwegs zu sein, aber für die Namibier ist es schon existenzbedrohend. Sicher geht es vielen Hoteliers und Gastronomen in Deutschland ähnlich ☹ Übernachtung: Fisherman’s Guesthouse  

Dienstag 18.5.2021

Gegen neun Uhr verlassen wir das Guesthouse und fahren zuerst nordwärts zum Cape Cross und der Robbenkolonie. Die Strecke führt uns über den alten Salzpad. Über dem Strand wabert eine Nebelwolke, interessant und etwas unheimlich, denn mit meiner Sonnenbrille auf der Nase sieht es so aus, als ob ein Sandsturm vom Atlantik aufzieht. Am Office bezahlen wir diesmal 150 N$ pro Person und 50 für das Auto. Im Verhältnis zu anderen Nationalparks ist das relativ teuer. Vorgenommen haben wir uns nur ein paar Fotos zu schießen, wir haben ja schon so viele, außerdem ist der Dunst über dem Atlantik nicht so schön und die Sonne kommt kaum durch. Geworden sind es dann hunderte von Robbenfotos und eineinhalb Stunden Aufenthalt, muss uns doch fasziniert haben. Sehr viele Robben liegen oberhalb des gebauten Laufstegs, auch darauf. Selbst die Picknickecke und das Cape Cross haben sie besetzt. Der Geruch, nein Gestank, ist schon heftig. Die zwei Deutschen, die nach uns gekommen sind, flüchten bald, nachdem die Frau sich übergeben musste… In der Robbenkolonie leben ca. 250.000 Pelzrobben, auch Seelöwen oder Ohrenrobben genannt, da der Planktongehalt im Atlantik an dieser Stelle durch den Benguelastrom besonders hoch ist. Es ist dann auch schon 12 Uhr als wir Abschied nehmen und weiter zur Hohenstein Lodge fahren, zunächst zurück nach Henties Bay, dann Richtung Usakos. „Here“ bietet uns einige Abkürzungen an, die aber im Nichts enden, somit bekommen wir einige Kilometer mehr zusammen… In Usakos wird wieder getankt, damit wir gar nicht erst in Bredouille kommen, außerdem werden dann immer die Scheiben gereinigt. 14:40 Uhr stehen wir vor dem Gate zur Lodge, diesmal muss ich nicht aussteigen und es öffnen. Unsere Zimmernummer ist die 7 und wieder ist es die nächste zum Restaurant. Wifi gibt es leider nur dort ☹ die letzten Tage waren wir netzmässig verwöhnt. Das Zimmer ist schön und wir blicken von der Terrasse aus auf das Erongo Massiv und den 1469 m hohen Kaichanab. Lunch Picknick auf der Terrasse, dann wäscht Dieter seine Hose (macht er ganz gut für das allererste Mal😊). Ich lege mich an den Pool in den Schatten und bin rundum glücklich und zufrieden. Wir haben erstmalig eine richtige ausgewogene Mischung aus Abenteuer und Relaxen im Urlaub, da wir auch deutlich mehr Zeit als „Unruheständler“ haben. Außer uns sind noch zwei weitere Paare hier, eines aus Südafrika, das andere aus München. Beim Abendessen kommen nette Gespräche auf, so dass wir diesmal später ins Bett kommen. Der Berg vor unserer Terrasse bietet die perfekte Kulisse für Nacht-Zeitraffer und Dieter stellt die Kamera raus. Danach repariert er noch kurz die Toilettenspülung, die sich nicht von alleine abschaltet. Nachts ist es so warm, dass ein Laken als Zudecke reicht. Es ist immer wieder schön, den Sternenhimmel aus dem Fenster zu sehen, wenn man nachts wach wird. Das verbinde ich mit Afrika!     Übernachtung: Hohenstein Lodge, HP  

Mittwoch 19.5.2021

Nach dem Frühstück starten wir zur Spitzkoppe, Luftlinie nur 30 km. Ich habe auf so vielen Bildern den Felsbogen gesehen, den möchte ich jetzt live erleben. Die Große Spitzkoppe ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Namibias, – auch das Matterhorn Afrikas genannt – erhebt sich als typischer Inselberg über einer flachen Ebene bis auf 1829 Meter über dem Meer und ist von weitem zu sehen. Auf der Zufahrtsstraße zur Spitzkoppe stehen mehrere Verkaufsstände und die Verkäufer rennen aus dem Schatten, als sie uns mit dem Auto anfahren sehen. Es handelt sich leider immer um Kinder, die aus unserer Sicht lieber die Schule besuchen sollten. Allein aus dem Grund kaufen wir ihnen nichts ab, obwohl sie schöne Windspiele mit Elefanten anbieten. Gegen 9:40 Uhr erreichen wir das Eingangstor zum Campingplatz Spitzkoppe, über den man die Berge erreicht. Der Eintritt ist gemäßigt, nur 50N$ pro Person und 30 für das Auto. Es gibt eine Karte des Geländes und wir nehmen als erstes den Weg zur „Bridge“, dem Felsbogen. Aus der Ferne sehen wir ihn schon, aber es ist gar nicht so einfach einen Weg dorthin zu finden, bzw. den als Weg zu erkennen. Ein Camper hilft uns dann weiter. Wir Flachlandtiroler stehen vor einem riesigen Berg. Es geht hoch! Sehr hoch! Zunächst klettern wir eine mäßig steile Felswand hoch, laufen dann über ein Plateau und stehen danach vor einer richtig steilen Wand. Anhand der Farbe des Felsen kann man vermuten, wo man hoch muss… ich will unbedingt hoch, traue mich aber nicht, für meine Begriffe ist das richtiges Klettern, ohne Seil oder andere Hilfsmittel. Nein, ich nicht. Dieter versucht es. Alle Kameras bleiben unten liegen, die kann man nicht mitschleppen wenn es auf allen Vieren hoch geht. Ich sehe ihm von unten zu und bin schon etwas neidisch, dass ich mich nicht traue. Man muss ja auch wieder runter. Wie? Auf dem Hintern rutschend? Dieter findet einen Abstieg, der etwas einfacher ist, meint er, hinter dem Bogen. Ich warte und werde schon etwas unruhig. Was ist, wenn er gestürzt ist?  Während ich warte kommt eine junge Frau in Flipflops den Berg hoch – manche Touristen sind einfach nur blöd, leichtsinnig, Idioten! Nach einer gefühlten Stunde, es waren aber nur 5-10 Minuten, kommt Dieter wieder über das Plateau bei mir an und motiviert mich auch hochzukraxeln. Wehe es gibt Fotos, wie ich da hochgekrabbelt bin! Aber ich schaffe es, schweißgebadet und stolz stehe ich unter dem Bogen! Der Weg außen herum wieder runter, mag einfacher sein als das Runterrutschen, aber so ganz ohne ist es auch nicht. Es gibt einige Spalten an denen man schräg gehen muss, ohne umzuknicken oder festzuklemmen. Aber es ist zu schaffen. Wieder beim Auto müssen wir erst mal den Wasserhaushalt ausgleichen, es ist schließlich 30° Grad. Wir fahren noch einige Wege um die Felsen ab, machen Fotos und entscheiden uns, keine weiteren Klettereien bei den Temperaturen mehr zu machen. Die Lodge erreichen wir nach einer Fahrt von einer Stunde wieder gegen halb zwei. Wir sind mal wieder alleine in der Lodge, die 14 Zimmer hat. Übernachtung: Hohenstein Lodge, HP  

Donnerstag 20.5.2021

Da wir nicht wissen, wo Dieter die Drohne sonst noch fliegen lassen kann und er hier die Erlaubnis der Besitzer hat, wird noch eine Runde Flug auf dem Gelände der Lodge gemacht. Es ist kühl geworden, 14° Grad, der Winter in Namibia beginnt, zumindest morgens. Um 9 Uhr sind wir dann soweit und biegen auf die D 1935 in Richtung Okambahe. Nach ca. 10 km sieht die Straße schwarz gesprenkelt aus, lauter Punkte sieht man. Dieter kann sogar erkennen, dass es sich um die üblichen Käfer (Ground Cricket) handelt. Einige von ihnen hauchen sicher unter unseren Reifen ihr Leben aus. In Uis legen wir einen Tankstopp ein. Der sehr überschaubare Ort ist ein alter Minenort, was man gut erkennen kann. Die Mine, Zinn und Wolfram, wurde 1990 stillgelegt. Jetzt existiert auf dem Gelände eine Ziegelei, die das Material der Abraumhalde verwertet. Kaum angehalten, stürzen sich einige „Verkäufer“ auf uns und bieten Mineralien und Magnete mit der „White Lady“ vom Brandberg an. Wie stets verweigern wir uns, das zu unterstützen. Nach kurzem Stopp geht es weiter zum Twyfelfontein Adventure Camp. Twyfelfontein ist bekannt geworden durch die etwa 2.500 Gravuren und Malereien in den Felsen, nirgendwo gibt es so viele wie dort und sie sind eine der bekanntesten Attraktionen des Damaralandes. Der Name des Ortes „zweifelhafte Quelle“ (Afrikaans) beruht darauf, dass er an einer Quelle liegt und der Farmer, dem das Gebiet gehörte sich nicht sicher war, ob der eine Kubikmeter Wasser, den sie täglich hergab, für seinen Farmbetrieb ausreiche. Die Felsmalereien haben wir vor Jahren besichtigt und waren nicht so angetan – wir sind halt Kulturbanausen 😊 Angekommen im Camp, desinfizieren, Temperatur messen, einchecken, wir haben Zelt Nr. 12, diesmal ganz außen. Das Zelt könnte etwas größer sein, außer einem Doppelbett passen gerade unsere Koffer rein, alles andere muss im Auto bleiben. Das Bad ist angeschlossen und Freiluft – super! Alle Zelte stehen direkt vor einer hügeligen Felsformation. Irgendetwas müssen wir heute noch machen, die Felszeichnungen interessieren uns nicht, also bleiben nur die Orgelpfeiffen und der Verbrannte Wald übrig, beides nur ungefähr 10km entfernt an der Zufahrtsstraße zum Camp. An der Straße dort steht ein Hinweisschild, ein Mann in Uniform der Namibia Wildlife Organisation sitzt im Schatten und knöpft uns 100 N$ zusammen ab. Dafür zeigt er uns auch den Einstieg in die Schlucht und wirft einige Steine runter, als wir unten sind, um das „Spiel“ der Orgel zu dokumentieren. Man kann durch die Schlucht durchgehen und am anderen Ende wieder heraus. Ein nettes, kurzes Vergnügen, insgesamt 30 Minuten inklusive vieler Fotostopps. 800 m weiter ist der Verbrannte Berg „Burnt Mountain“. Gut, dass sie ein Schild aufgestellt haben, sonst wären wir dran vorbei gefahren. Einen Besuch im benachbarten Damara Living Museum sparen wir uns, es sieht auch nicht so aus, als ob sie geöffnet hätten. Danach macht Dieter noch einige Aufnahmen am Zelt und um 19 Uhr gibt es Dinner, inklusive des Zoom-Zontameetings. Witzig, was alles im Zeitalter von wifi geht. Dieter hat die Kamera mit der Zeitrafferaufnahme direkt neben unserem Zelt aufgestellt und das ständige Klicken nervt mich schon – aber die Ergebisse überzeugen ;-). Übernachtung: Twyfelfontein Adventure Camp, HP  

Freitag 21.5.2021

Es ist erstaunlich warm unter der Daunendecke im Zelt, ich hatte mich auf frieren eingestellt. Trotzdem bin ich um kurz nach fünf wach. Heute ist die vorgebuchte Tour in den Trockenfluss des Huab und im umliegenden Tal auf der Suche nach den hier von Mai bis September durchziehenden seltenen Wüstenelefanten, Start 8 Uhr. Unsere Erwartungen sind gering und wir sind schon ziemlich überrascht, als wir nach einer Stunde einen einsamen Wüstenelefanten finden (Ein lustiger Typ). Begeisterung! Wir haben übrigens erstmalig keine private Tour, sondern sind zu sechst im Fahrzeug, zusammen mit einem Schweizer Ehepaar  und ihren zwei erwachsenen Söhnen. Auf dem Safarifahrzeug ist es recht frisch durch den Fahrtwind und wir sind angezogen wie im Winter. Nach der ersten Sichtung fahren wir fast zwei Stunden weiter, kreuz und quer durch den Trockenfluss. Hin und wieder steigt der Guide Philipp aus, um Spuren zu suchen, und davon sehen wir viele. Und dann sehen wir tatsächlich noch eine Gruppe von fünf weiteren Elefanten unterschiedlicher Größe, die wir lange Zeit beobachten. Awesome!         Zwölf Uhr sind wir zurück im Camp, es ist ziemlich heiß. Die Mittagspause im Zelt erweist sich als Saunagang 😊 Halb drei gehe ich dann zum Minipool. Normalerweise gehe ich erst ab 35° Grad ins Wasser, heute ist so ein Tag. Der Schweizer hat uns von den tollen Fotomöglichkeiten auf dem Berg hinter unseren Zelten erzählt und zum Sonnenuntergang klettern wir um halb sechs mit ihm und seinen Eltern hoch. Ich bleibe schon auf dem ersten Plateau zurück. Der Blick runter ist einfach nur toll und der Sonnenuntergang fast kitschig in gelb-orange-rot. Pünktlich zum Abendessen, 19 Uhr, sind wir wieder beim Restaurantzelt. 20:15 Uhr: Dieter baut draußen die Kamera auf.     Übernachtung: Twyfelfontein Adventure Camp, HP  

Samstag 22.5.2021

9 Uhr starten wir dann zum Etosha und sind baff erstaunt, dass vor dem Damara Living Museum vor unserem Camp neun Dachcamper stehen – eine geführte Campingtour – da hätten wir beide jetzt echt Lust drauf… … Auf dem ersten Stück unserer Fahrt, auf der D 2612, hat man den Eindruck, wir fahren durch weiße Felder, das Gras, das auf beiden Seiten der Straße steht, leuchtet richtig weiß in der Sonne. Gefällt! Ansonsten geht es durch die wunderschöne namibische Landschaft, zuerst Schotter-, später Teerstrasse. In Khorixas stoßen wir auf eine große Gruppe von VWs, einige alte Käfer und VW Busse sind auch dabei. Sie fahren eine Oldtimer-Rally namens „Rough & Tough“. Voraussetzung für die Autos ist, dass sie vor 1990 gebaut sein müssen und weniger als 35000 N$ (ca. 2000€) kosten dürfen. Die Rally geht über 1000 km in vier Tagen. Die Organisatoren sammeln damit Spenden für die nationaler Krebshilfe. Gegen 13 Uhr erreichen wir das Anderson Gate des Etosha Nationalparks und werden nach Waffen gefragt und nach Drohnen. Dieter verleugnet unsere, damit es nicht noch Anmeldeschwierigkeiten gibt. Auf den ersten 15 km bis Okaukuejo sehen wir schon einige Zebras, Gnus, Giraffen und Springböcke. 13:30 Uhr einchecken im Camp für die nächsten drei Nächte und bezahlen des Park-Eintritts für die gesamte Dauer. Die öffentlichen Toiletten lassen nichts Gutes ahnen, hoffentlich sind die Zimmer besser in Schuss. Okaukuejo wurde 1955 als erstes Touristencamp eröffnet und der Name bedeutet im Original „the woman who has a child every year“.  Sein Wahrzeichen ist der Aussichtsturm. Es ist ein staatliches Camp, das größte im Park und wie bei uns im öffentlichen Bereich verläuft alles etwas träger. Unser Bungalow W10 am Wasserloch ist erst ab 14:30 Uhr beziehbar, obwohl alles fertig ist, wie wir feststellen ☹ Deshalb gibt es zunächst ein Picknick mit Blick auf das Wasserloch, dann holen wir uns den Schlüssel. Das Zimmer ist schön mit einem Doppelbett, Klimaanlage und sogar einem Kühlschrank. Die private Terrasse erinnert eher an einen Ziegenpferch der Massai in Kenia. Wir ordnen unsere Sachen und begeben uns kurz vor vier auf den ersten richtigen Game Drive. Schon nach kurzer Zeit sind wir erfolgreich, wir sehen wieder Zebras, Springböcke, Giraffen, Gnus, aber auch zwei Nashörner und einen Löwen. Die Löwin liegt bei Gemsbokvlakte im Gras und man kann leider nur ihren Kopf sehen. Aber, wir haben am ersten Tag einen Löwen gesehen!!!!! 19 Uhr Dinnerzeit im Restaurant In diesem Camp sind fast nur Namibier oder Südafrikaner, viele auch im Familienurlaub mit Oma, Opa und Kids. Wir kommen zu spät zum Abendessen, am Wasserloch steht ein Elefant im Sonnenuntergangslicht und dann taucht auch noch ein Löwenpärchen auf zum Trinken. Nach dem Essen, welches kein Highlight war, aber essbar, stehen am Wasserloch fünf Nashörner und ein Elefant. Unglaublich! Zur Info: Der Etosha Nationalpark umfasst eine Fläche von 22 270 km². Die Ausdehnungen betragen von Osten nach Westen 295 km, von Norden nach Süden 110 km. Der Name Etosha kommt aus der Ovambo-Sprache und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“. Die heutige Etosha-Pfanne war der Boden eines großen Binnensees, der inzwischen ausgetrocknet ist. Die Landschaft des gesamten Parks ist flach und gliedert sich in verschiedene Vegetationszonen. Die Etosha-Pfanne bedeckt heute ein Gebiet von 5000 km² und erstreckt sich von Ost nach West über 129 km und von Nord nach Süd über bis zu 70 km. Etosha erhielt erstmals 1907 den Status eines Schutzgebietes, er bedeckte zeitweise ein Gebiet von fast 100.000 Quadratkilometern. Leider war die Existenz dieses zweitgrößten Wildschutzgebietes nur von kurzer Dauer. Im Jahr 1963 wurde der Park drastisch verkleinert, man opferte 17.792 Quadratkilometer um sich der Homeland-Politik Südafrikas anzupassen. Bis 1970 wurde der Park auf seine gegenwärtige Größe zusammengeschnitten – eine Verkleinerung um 77%. Im Etosha Nationalpark leben 114 Säugetierarten, davon etwa 1.500 Elefanten. Die 300 Spitzmaulnashörner halten sich überwiegend im Westen und Südwesten des Parks auf und können am besten in der Nähe von Okaukuejo beobachtet werden. Die etwa 2.000 Giraffen sind über den ganzen Park verteilt. Rund 300 Löwen leben hier, die meisten dort, wo reiche Beute lockt. Außerdem kommen folgende große Säugetiere vor: ca. 6.000 Steppenzebras, 700 Bergzebras, 2.600 Blaustreifengnus, 4.000 Oryxantilopen, 2.000 Kudus, 250 Eland-Antilopen, 600 Kuhantilopen, 70 Pferdeantilopen, 20.000 Springböcke, 700 Schwarznasen-Impalas und eine unbekannte Zahl von Geparden und Leoparden. Zu den kleineren Tieren gehören der Wüstenluchs, der Erdwolf – ein entfernter Verwandter der Hyäne – und Tüpfelhyänen. Sonnenuntergang an ‚unserem‘ Wasserloch Übernachtung: Okaukuejo Rest Camp, HP  

Sonntag 23.5.2021 Pfingsten

5:45 Uhr, der Wecker klingelt, alles ist dunkel und rund um uns schlafen noch alle. 6:30 Uhr, Frühstück, einige andere Touristen sind doch schon auf, einheimische Familien sind nicht dabei 7:20 Uhr, die Gates werden geöffnet und wir fahren mit einer Handvoll anderer Autos in den Park raus. Da gestern bei Gemsbokvlakte Löwen gesichtet wurden, ist das unser erstes Ziel. Auf dem Weg dorthin sehen wir schon Herden von Zebras und Springböcke. An der Wasserstelle war allerdings nicht so viel los, ebenso in Olifantsbad. Wir haben zwar Unmengen an Elefantendung auf dem Weg gesehen, auch relativ frischen, aber die Elefanten baden heute woanders. So manches in weiter Ferne gesichtete Tier entpuppt sich in der Nähe als Busch, Termitenhügel oder Stein. In Aus werden wir dann nach Hinweisen anderer fündig, drei Löwen liegen unter den Bäumen, selbst mit Tele kaum zu erkennen. Ich liebe es ja, wenn sie direkt vor mir an der Straße liegen, dann kann auch ich sie gut sehen. Weiter geht es über Homob nach Halali zum Moringa Wasserloch. Dort ist jedoch absolut nichts los. Alles, was vor vier Jahren im Februar grün und mit Blumen übersät war, ist jetzt gelb und trocken. Dann war’s das jetzt, wir fahren zurück nach Okaukuejo, Mittagspause machen, wie die Tiere auch. Erstmalig sehen wir auch Kleinwagen in der Etosha, Polos etc…. alles Familien, die einen Kurztripp zum Wochenende machen. Auf der Main Road, auf Höhe von Salvadora, legen wir dann doch noch einen Stopp ein, als ein riesiger Elefantenbulle direkt neben der Straße herläuft. Dieter folgt ihm mit dem Auto und positioniert uns so, dass er teilweise direkt auf uns zukommt. Ich denke noch, näher muss jetzt wirklich nicht sein, da biegt er Gott sei dank ab. Dummerweise funktioniert während der Aktion das 400er Tele nicht mehr, der Autofokus stellt nicht mehr scharf… das brauchen wir nun nicht! Das hatten wir schon mal in Uganda, aber da war es nass geworden, und jetzt…. nichts… einfach so ☹ Mittagspause im Camp, auch an unserem Wasserloch ist nichts los. Überraschung: die Betten sind gemacht Nach der Pause fahren wir zuerst nach Norden an den Westrand der Pan bis Okondeka, wo öfter Löwen und Hyänen zu sehen sein sollen. Tatsächlich sehen wir wieder Springböcke und eine einzelne Giraffe. Ich habe ein Deja vu, war das nicht vor vier Jahren genauso? Ein weiterer Versuch ist das Wasserloch Nebrownii, aber auch da ist nichts los, deshalb beschließen wir „unser“ Wasserloch auszusuchen und dort die Dämmerung abzuwarten. Gestern war das ja sehr erfolgreich. Was uns etwas nervt, ist, dass die weißen Polder, auf denen die Richtung gewiesen wird, nur noch weiß sind, die Schrift ist im Laufe der Jahre total abgeblättert. Das hätte man doch im letzten Jahr im Lockdown Namibias erneuern können. Auch die Straßen sind in einem schlechten Zustand. Dieter meint, dass macht man absichtlich nicht, um die Geschwindigkeit geringfügig halten…. hallo, wir sind hier in Afrika, da stellt man solche Überlegungen nicht an. Seit einer halben Stunde beobachte ich den Elefanten, der zum Trinken ans Wasserloch gekommen ist. Man kann das Schlürfen des Wassers hören. Atemberaubend! Einfach fantastisch! Er ist von der gegenüberliegenden Seite gekommen und hat das Wasserloch halb umrundet. Dabei hatte ich das Gefühl, er beobachtet uns und er begrüßt seine Zuschauer. Zum Dinner gibt es genau die gleiche Karte wie gestern… Qualität und Auswahl des Essens haben wir bisher besser erlebt, aber man bereist Namibia nicht, um gut zu essen… Um 20 Uhr sind wieder vier Nashörner am Wasser. Es ist so still, keiner sagt etwas, alle sind beeindruckt, so dass man sogar das Trappeln der Hufe auf den Steinen hören kann. Übernachtung: Okaukuejo Rest Camp, HP  

Montag 24.5.2021 Pfingsten

6 Uhr aufstehen, 6:30 Uhr Frühstück, heute ohne Schlange beim Eierbrater Exakt um 7:20 Uhr wird das Gate zum Anderson Ausgang geöffnet, 2 Minuten später das andere. Wir stehen heute an zweiter Stelle. Jeden Morgen machen wir gedanklich eine Liste der Tiere, die wir sehen möchten, heute sind es Hyänen, Geparden, Löwen, Elefanten in größerer Menge und Kudus. Elefanten und Geparden verstecken sich vor uns, alles andere können wir nach eineinhalb Stunden abhaken. Als erstes entdecken wir drei Hyänen bei Nebrownii. Eine steuert direkt auf die Straße zu und wir verfolgen sie, so dass wir ein Frontalfoto schießen können. Super Start in den Tag. Nächstes Highlight, eine Löwin bei Gemsbokvlakte, die nach kurzer Zeit aufsteht, so dass wir sie eine ganze zeitlang begleiten können. Bei Aus kommen dann noch die Kudus angetrabt – kann man nicht mehr toppen. Darum machen wir uns auf den Rückweg, nur noch ein Stopp an der Pan soll es sein. Unterwegs sehen wir noch zwei Sekretärvögel, viele Strauße und Oryxe, Springböcke sind sowieso überall, Zebras und diesmal auch Impalas. Auf einer Akazie neben der Straße sitzen zwei Greifvögel, Habichte (Southern Pale Chanting Goshawk), die wir eine ganze Zeit beobachten. Letztes Ziel für den Vormittag, die Panedge. Da meine Blase schon seit einer Stunde gefüllt ist,fährt Dieter etwas schneller, nicht gerade blasenfreundlich… und so fordert die Natur ihr Recht, trotz des „stay in your car“ muss ich raus. Kein Auto in Sicht und hoffentlich kein Löwe im Busch. Vier Stunden Game Drive vergehen wie im Flug. Den Nachmittag verbringen wir am Wasserloch des Camps. Nach dem Dinner mit der gewohnten Speisekarte, erwarten uns 4 Elefanten und ein Nashorn am Wasserloch. Später kommen fünf weitere dazu, inklusive eines Baby-Nashorns und eine Giraffe. Ich komme wieder später zu Bett als geplant. Übernachtung: Okaukuejo Rest Camp, HP  

Dienstag 25.5.2021

Packen, frühstücken und auschecken, dann machen wir uns auf den Weg zur nächsten Lodge, einmal quer durch den Etosha NP. Den üblichen Schlenker über Gemsbokvlakte, Olifantsbad und Aus nehmen wir ein letztes Mal mit. Nahe der Main Road bei Nebrownii liegen fünf Tüpfelhyänen, auch mit Nachwuchs. An den Wasserlöchern selbst ist nichts los. Große Zebraherden stoppen uns des öfteren wenn sie ganz gemütlich die Straße überqueren, ebenso die Springböcke. Rietfontein erweist sich als sehr Zebra ergiebig …. Salvatore ist eher enttäuschend. Es kommt tatsächlich vor, dass wir heute mit drei Autos an den Wasserlöchern stehen, bisher waren wir immer alleine. Ansonsten versuchen wir möglichst schnell voran zu kommen. Lediglich den Etosha Lookout wollen wir noch erkunden. Dabei fährt man ein ganzes Stück in die Salzpfanne hinein, rundum nur noch eine salzige Fläche. Eine kurze Zeit sind wir wieder alleine und ich nutze die Gunst der Stunde. Frauen müssen sich selten mit dem Spruch „nicht gegen den Wind pinkeln“ beschäftigen, ich jedenfalls nicht. Heute habe ich Glück, dass der Wind es gut mit mir meint und aus der richtigen Richtung weht 😊 Weiter gehts. Vor Namutoni ist eine Wasserstelle namens Kalkheuvel, die würde ich gerne noch sehen. Sie ist landschaftlich schön gelegen und viele Tiere sollen sie anlaufen. Stimmt, und auf dem Zuweg entdecken wir drei große Elefanten nahe des Pads versteckt im Mopanegebüsch. Letzter Stopp in Namutoni, denn um 14:40 Uhr müssen wir den Park verlassen oder erneut zahlen. Das Fort ist verrammelt und man kommt nicht rein ☹ aber im Restaurant sind sie relativ schnell und wir bekommen zeitig Lunch, so dass wir nicht unser ungetoastetes Brot, das auch schon etwas älter ist, essen müssen.  Eine Stunde vor Ablauf der Frist verlassen wir den Etosha NP durch das Von-Lindequist-Tor. Keiner fragt mehr nach der Drohne, obwohl Dieter sie sorgfältig im Koffer versteckt hat, denn wir haben gelesen, dass sie normalerweise am Anderson Gate in der Tasche verplombt hätte werden müssen. Afrika, teilweise sehr korrekt, teilweise sehr lax. Im Mushara Bush Camp, 10 km vor dem Etosha NP gelegen, bekommen wir Zelt Nr. 7, eines der letzten auf dem Gelände, ungewohnt. Es sind heute 15 der 17 Zelte vermietet, es ist Afrikatag, morgen sind es nur noch zwei. Das Zelt ist nett eingerichtet mit großzügigem Bad und kleiner Terrasse davor. Man weist uns darauf hin, dass Abends das Personal die Zeltplanen schließt und eine Wärmflasche ins Bett legt, da es chillig werden würde… erinnert an Teufelskralle Lodge. Einen Schlüssel gibt es nicht, nur einen Riegel innen und außen an der Tür. Eigentlich ist Zelt auch nicht unbedingt der richtige Ausdruck. Es sind eher zeltartigen Unterkünfte, die aus Segeltuch (das Wandmaterial), Holz und Kalkstein gebaut sind. Der Eingang besteht aus einer großen Glastür und nicht einem Reißverschluss, sehr komfortabel. Als erstes müssen wir jetzt unseren PCR Test für die Rückreise regeln. Iwanowski hat sich auf die Mail vom Freitag noch nicht gemeldet, aber es war ja auch Pfingsten. Wir rufen mit dem Handy, bin gespannt auf die Kosten, bei Adventure Afrika, der namibischen Partnerorganisation an und erreichen eine sehr nette Lady, die uns aber wegen des Feiertags auf den nächsten Tag vertröstet. Ihre Kollegin wird sich dann darum kümmern und hoffentlich alles organisieren. Dieter macht beruhigt Mittagspause, ich gehe an den Pool. Wo man es am wenigsten erwartet hat, ist das beste Netz und wifi bis ins Zelt – super. Übernachtung: Mushara Bush Camp, HP  

Mittwoch 26.5.2021

 Gut, dass wir eine Wärmflasche hatten, es wird tatsächlich chillig nachts, 7° Grad im Zelt…. 7:40 Uhr erreichen wir das Lindquist Gate, spät für uns 😊 reicht aber. Gestern, beim Rausfahren, bat uns eine Lady um gute, deutsche Schokolade. Richtige Schokolade haben wir nicht mehr für sie, aber Pickups und sie freut sich enorm. Fünf erfolgreiche, letzte Stunden in der Etosha! Gleich zu Beginn sehen wir zwei Löwen Cubs, die über die Straße zur Mutter laufen. Kurz danach ein Löwen- Pärchen, direkt an der Straße. Es kann nicht besser werden. Später versuchen wir uns dann in Vogelfotografie, inklusive Flugfotos… Mittags telefonieren wir erneut mit der Agentur in Swakopmund, mit Aggi, um den Test zu organisieren. Sie meint, alle Touristen buchen nur den Antigen Test – reicht. Sie wird es für uns am Freitag zu 11 Uhr organisieren. Aggi hat uns bei Edumeds an der Indipendence Allee 402 in Windhoek einen Termin gebucht. Super! Wir gehen immer eher ins Bett 😊 Sundowner Amarula, Zahnpasta und Duschgel sind leer – wir müssen nach Hause  😊 Übernachtung: Mushara Bush Camp, HP  

Donnerstag 27.5.2021

Es ist Vollmond, Supermond, und die Nacht war sehr unruhig, einige Vögel haben Lärm gemacht und wir dachten die Warzenschweine toben um unser Zelt. Beim Frühstück sagt man uns, es wären die Impalas, die zur Zeit verrückt spielen. Wie gewohnt verlassen wir gegen 9 Uhr die Lodge. Es ist schon seltsam, jedes Navigationssystem gibt eine andere Uhrzeit an bei gleicher Kilometerzahl. Spitzenreiter ist die Ansage von Iwanowski in der Reisebeschreibung, 7,5 Stunden. Here gibt 4,5 Stunden an, maps.me 5 Stunden und Google Maps 3 Stunden 45. Große Auswahl, wir beschließen, dass Google maßgeblich für uns ist. Die ganze Strecke verläuft auf asphaltierten Straßen, da kann man Gas geben. Auch die Zivilisation hat uns wieder, bis Tsumeb werden wir zweimal von der Polizei kontrolliert (Führerschein) und einmal wird die Geschwindigkeit per Radar am Straßenrand kontrolliert. Auf der B 1, der „Autobahn“ ist wieder mehr los, besonders was LKWs angeht. Das Gebiet bis Windhoek ist touristisch gesehen uninteressant. Da wir relativ früh dran sind und ich schon immer Okonjima sehen wollte – scheiterte immer am Geld, das ich nicht bereit war dafür auszugeben – es auf dem Weg liegt und wir vielleicht das letzte Mal hier sind, biegen wir ab zu einem Day Visitor Besuch dort. Der Mann an der Schranke schaut uns schon skeptisch an, lässt uns aber durch. Die nächste Cheetah-Tour ist um eins und dauert 1,5 Stunden. Dann schaffen wir es noch rechtzeitig bis Omatozu. 24 km über Sandpiste ist es bis zum Plain Camp, an dem die Tour startet, die mit 600 N$ pro Person fürstlich bezahlt ist. Die Dreiviertelstunde bis zum Beginn vertreiben wir uns mit wifi auf der Terrasse. Opuro erwartet uns mit Wasser und dem Safarifahrzeug vor dem Eingang. Außer uns sind noch zwei Franzosen dabei, die ernsthaft nach dem Unterschied zwischen Geparden und Leoparden fragen – und das am Ende ihres Namibia-Trips. Auf dem Gelände gibt es noch einige andere Tiere zu sehen, Albino-Schakale, Sable-Antilopen, Kudus, Giraffen….. Im Gepardengehege angekommen, müssen wir auf den 14 ha fast 30 Minuten suchen, bis Dieter sie entdeckt. Es sind fünf Geparden darin, 2 female, 3 male, alle sieben Jahre alt und auf Farmen gefangen worden und hier aufgewachsen. Deshalb können sie nicht ausgewildert werden, da sie nie die Anleitung zum Jagen gelernt haben. Sie werden alle 2-3 Tage gefüttert. Im Gehege sind sie alleine, außer einigen Perlhühnern, die ungefährdet sich dort aufhalten können. Opuro meint, Geparden hätten kein Interesse an Busch KfC und würden lieber richtiges Fleisch fressen. Nach vielen Fotos dürfen wir das Hospital, in dem verletzte Tiere behandelt werden, besichtigen und bekommen einen Einblick in die Africat Stiftung. Alles in allem hat es dann mehr als zwei Stunden gedauert und Dieter rast zurück zur Hauptstraße B1. Kurz nach halb fünf erreichen wir unser Luxus-Canvaszelt in Omatozu, nördlich von Okahandja. Gut, dass wir die Zeit sinnvoll verbracht haben, hier ist der Hund begraben. Wir sind wieder alleine. Das Zelt ist großzügig und besitzt eine Klimaanlage, auch zum Heizen, falls es uns heute Nacht zu kalt wird. Das Bad ist seltsam und passt absolut nicht zum Zelt, vollständig deckenhoch gefliest… Drei dieser Zelte stehen im gerade angelegten Garten nur 20 m von Rezeption /Restaurant entfernt. Für eine Nacht ist es ok, länger ungern, weil wir nicht wüssten, was man hier machen sollte. Wir vertreiben uns die Zeit auf der Terrasse des Zeltes mit einem Sundowner und bekommen um 19 Uhr unser Dinner serviert. Mit ist schon etwas kühl und ich brauche die bereitgestellte Decke. Es gibt Steak und Fruchtsalat, da wir kein Mittagessen hatten, essen wir alles auf 😊 Es geht schnell hier, um halb acht sind wir fertig und bereit ins Bett zu gehen. Dieter versucht mit der Klimaanlage zu heizen, aber das klappt nicht, also muss die zusätzliche Decke reichen. 3° Grad soll es werden, deswegen ziehen wir etwas mehr zur Nacht an. Übernachtung: Omatozu Safari Camp, HP  

Freitag 28.5.2021

Es ging unter der Decke, erst beim Aufstehen wird uns wieder kalt, aber es ist ja auch Winter in Namibia. 8:15 Uhr sind wir mit allem fertig und fahren das letzte Mal über einen Farm-Pad, öffnen das letzte Mal ein Farmtor und fahren nach Windhoek zu unserem Test. Angemeldet waren wir  zu 11 Uhr, aber wir hoffen ihn vorziehen zu können. Etwas Schwierigkeiten gibt es, das Edumeds Gebäude auf der Independent Avenue zu finden….. im Endeffekt ist es ein Zelt am Straßenrand, an dem Diagnolab steht. Wir dürfen schon um 10 Uhr den Antigen Test machen, da Aggi meinte, alle Deutsche machen nur den, folgen wir ihr mal und sparen 800 N$ pro Person. 400 kostet der Antigentest und soll in 4 Stunden ein Ergebnis bringen. Da es noch zu früh für die nächste Lodge ist, vertreiben wir uns die Zeit in Windhoek. In der alten Brauerei ist immer noch das Craft Center mit festen Preisen und vielfältigem Angebot. Endlich bekomme ich ein Souvenir aus Namibia, ein Windspiel mit Elefanten. Im namibischen Craft Center wurde heute eine Abteilung “Indonesien” mit asiatischer Kunst eröffnet. Das verwundert doch stark???? Die Zeit vergeht kaum, also spazieren wir etwas die Independent Avenue lang. Viele Geschäfte sind geschlossen und überall wird gebettelt. Bei Wecke &Voigts, in das wir vor einem sehr hartnäckigen jungen Mann fliehen, sieht es sehr ausgeräumt aus, als ob es dem Ende zu geht. Traurig. Wir laufen zurück zum Auto und drehen noch eine Runde um die Christuskirche, dann beginnt die letzte Fahrt zu einer Lodge, dem Voigtsland Guesthouse in der Nähe des Flughafens. Wir schlafen wieder in geschlossenen Räumen, Zimmer Nr. 3 ist sehr schön, alles erinnert an ein altes koloniales Farmhaus, ähnlich dem Haupthaus in Düsternbrock. Als erstes: E-Mails checken. Unseren Flug können wir nicht online einchecken☹ und die Mail vom Labor ist auch noch nicht da. Es wird etwas knapp, denn um 16 Uhr soll der Mietwagen von Europcar hier abgeholt werden und wir haben keine Möglichkeit mehr hier wegzukommen. 14 Uhr sollte das Ergebnis da sein, wir sind in Afrika, 14:30 Uhr werden wir nervös und Dieter ruft an. Erster Versuch scheitert, wir sollen in ein paar Minuten wieder anrufen…. beim dritten Mal erreichen wir jemanden, der uns Auskunft geben kann und gleich die Mail schicken will. 15:15 Uhr immer noch keine Mail, dann können wir auch unsere Einreisemeldung beim auswährtigen Amt nicht eingeben ☹ Dieter ruft bei Abenteuer Afrika Safaris an, unsere Vertragspartner mit Iwanowski. Die raten uns Gaby Voigt anzusprechen. Die Zeit vertreiben wir uns mit einem namibischen Kaffeekränzchen mit Schoko- und Käsekuchen, fast wie zu Hause. Um 17 Uhr macht das Labor zu, stand dort angeschlagen, es ist 17 Uhr und wir haben immer noch nicht unser Testergebnis. Aber Gaby ist im Büro und kümmert sich drum. Manche Ergebnisse kommen erst um 22 Uhr sagt sie, also keine Panik. Eine SMS mit unseren Daten geht an die „richtige“ Ansprechnummer und Gaby ruft parallel an. Siehe da, keine zehn Minuten später kommt unser negatives Testergebnis per Mail bei Gaby an. Erleichterung!!!! Danke Gaby! Jetzt packen und dann gemütlich Dinner, bevor wir unsere letzte Nacht in Namibia verbringen. „Ich kann mich an keinen Morgen in Afrika erinnern, an dem ich aufgewacht bin und nicht glücklich war.“  Ernest Hemingway, US-amerikanischer SchriftstellerIch auch nicht! Übernachtung: Voigtland Guesthouse, HP

Samstag 29.5.2021

6:15 Uhr Transfer Windhoek Airport Flug nach Frankfurt, 8:50 – 19:40 Uhr Kurz nachdem wir unseren Platz eingenommen haben, ruft ein paar Reihen hinter uns eine Frau die Flugbegleiterin und diese dann einen Arzt. Einer Person geht es so schlecht, dass sie auf ärztliche Anweisung mit ihrer Begleitung das Flugzeug verlasen muss. Was kann man haben, das so schnell austritt? Herzinfarkt? Hat sie vorher schon was gemerkt und warum ist sie überhaupt eingestiegen? Egal, das Gepäck der beiden muss aus dem Flugzeug wieder raus… ca. 40 Minuten verspätet können wir dann starten. Eigentlich bin ich nur froh, dass es uns gut geht und so etwas uns noch nie passiert ist. Der Pilot holt die Verspätung wieder rein, so dass wir pünktlich landen. Bis 21 Uhr haben wir den Parkplatz gebucht, 20:53 Uhr fahren wir durch die Schranke. 0:25 Uhr wir sind wieder am Kurt-Degener-Ring angekommen, gesund und müde.  

Fazit:

  • Es sind deutlich mehr Namibier und Südafrikaner unterwegs als in unseren anderen Urlauben.
  • Die Lodges sind nur maximal zu 10% ausgebucht, oft sind wir die einzigen Gäste.
  • Es ist ein wenig so wie vor 22 Jahren: Wenige Touristen, kein Stress, oft alleine an den Highlights.
  • Kaum Gruppenreisen! Keine Busse! Statt dessen Kleinwagen und Wohnmobile, einmal sogar ein Auto mit Wohnwagen.
  • Während bei unseren vorherigen Reisen der Toyota Hillux als Mietwagen dominierte, hat man jetzt den Eindruck, der Toyota Fortuner hat ihn überholt.
  • Ich liebe Afrika, gleich beim ersten Besuch hat mich der Bacillus Africanus erwischt, aber manches ist immer noch für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Dazu gehören Besuche im Sparmarkt und der Kassiervorgang. Die Kassiererinnen würden keine halbe Stunde Probezeit bei Aldi überstehen …. kein weiterer Kommentar 🙂
  • Namibia und COVID: Vor jedem! Geschäft steht jemand bewaffnet mit einer Sprühpistole Desinfektionsmittel. Ohne Hände zu desinfizieren darf man den Laden nicht betreten. Außerdem herrscht Maskenpflicht in Geschäften und Restaurants. Das wir nicht ganz so ernst gesehen wie in Deutschland. Die Maske ist häufig nur Kinnschutz, die Nase ist selten bedeckt. Auch die Modelle sind interessant, von OP Maske bis gehäkelt ist alles dabei.
  • Versucht nicht mit einer vollen Blase über Wellblech -Schotterpisten mit Schlaglöchern zu fahren. Und wenn es doch sein muss, dann bitte langsam 🙂
Wir kommen nicht zurück nach Namibia, denn diesen Trip kann man nicht toppen. PS: Man soll ja eigentlich nie ’nie‘ sagen, man weiss ja nie 😉

Neuseeland Nordinsel 2013

Reisebericht Neuseeland Nordinsel 2013

Geschrieben von: Conny und Dieter Beckötter Montag, den 06. Mai 2013 um 15:59 Uhr
Neuseeland Nordinsel
Neuseeland Nordinsel

Unsere Stationen – Route auf der Nordinsel im Überblick

Hier geht es zum Reisebericht über die Südinsel

 

 

9.02.2013 Picton bis Paekakariki

Neuseeland Nordinsel
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Einchecken für die Fähre Interislander ist um 9:30 Uhr. Wir warten fast eine Stunde und dann geht es ganz schnell, so dass die Fähre pünktlich ablegt. Zuerst begeben wir uns ganz oben aufs Deck und schauen auf den Sound und Picton. Nach kurzer Zeit wird es so windig, dass wir uns in den Innenbereich verziehen. Dieter muss immer mal wieder raus um Fotos zu schießen.
Neuseeland Nordinsel
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Um viertel vor zwei sind wir in Wellington, auf der Nordinsel. Windy Wellington“ macht seinem Namen alle Ehre. Als Erstes besuchen wir das Nationalmuseum „Te Papa Tongarewa“, das keinen Eintritt kostet!! Es gibt sechs Level, wobei Ebene 5 geschlossen ist, da eine neue Ausstellung vorbereitet wird und Nr. 1 ist der Eingangsbereich. In Level 2 stehen die drei Bergtrolle aus dem „Hobbitt“ – riesig groß. Level 3 erklärt die Erdgeschichte mit besonderem Hinblick auf die Vulkanzonen Neuseelands. Level 4 ist der, der uns am meisten interessiert: Die Geschichte Neuseeelands und der Maori. Verschiedene Versammlungshäuser sind aufgebaut, der Vertrag von Waitangi wird erklärt und der Einfluss der pazifischen Kulturen dargestellt. Alles sehr interessant und amüsant aufbereitet – man kann z.B. Musik der Regionen selbst erzeugen. Im Museum sind modernste Multimediatechniken genutzt worden, die wirklich alle Generationen ansprechen. Fast drei Stunden vergehen wie im Flug.
Neuseeland Nordinsel
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Nach soviel Kultur wollen wir noch etwas von der Stadt sehen und schlendern am Hafen entlang in Richtung Regierungsviertel. Unwissend, aber intuitiv nehmen wir die richtige Straße. Durch die Shopping Zone wandern wir direkt auf den „Beehive“ zu, das Regierungsgebäude der Hauptstadt, das den Namen ausschließlich wegen der Form des Baus bekam, nicht wegen der dort arbeitenden fleißigen Bienen. Durch einen Umweg auf unserem Weg in Richtung Mt. Taranaki kommen wir am Erstaufführungskino des „Hobbitt“ vorbei, auf dem riesig groß Gandalf steht.

 

 

10.02.2013 Paekakariki bis Stratford

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Ziel heute ist der Mt. Taranaki, aber zuerst wollen wir in Waikanae das Nga Manu Nature Reserve ansehen, in dem man schwarze Schwäne und Keas in ihrer natürlichen Umgebung bewundern kann. Außerdem gibt es ein Nachthaus mit Kiwis und Tuatara-Echsen zu sehen. Da wir den richtigen Abzweig nicht sofort finden, kommen wir in den Genuss ein Bowls – Turnier im Ort zu sehen. Eine der Ladies erklärt uns, dass es eine große Competition ist und die ganze Kapiticoast daran teilnimmt – aber nur Damen und alle schon in gehobenerem Alter. Die Ladies sind allerdings fit und gehen noch tief in die Hocke um die Kugel (eine Art abgeplattete Kugel, ca. 15 cm Durchmesser) zu werfen. Das Nga Manu ist dann allerdings ein Flopp, 15 NZD Eintritt each, schwarze Schwäne nicht zu sehen und der einzige Kiwi ganz hinten im Dunklen.
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Dann kommen wir halt schneller weiter…. Über die SH 1 geht es bis Bulls, dann über die SH 3 durch Wanganui bis Hawera. Womos sehen wir auf der Strecke nicht, dafür kommen uns immer wieder Oldtimercabrios entgegen. Zwischendurch kaufen wir an einem Obststand frische Erdbeeren, Nektarinen, Äpfel und Birnen, um unseren Vitaminbedarf zu stillen – oder als Gegenpol zu den vielen gekochten Eiern :-))) Ab Hawera geht es hoch nach Stratford und wir können den Mt. Taranaki schon sehen, incl. Spitze, was laut Reiseführer selten sein soll, da es hier so oft regnet. Mt. Taranaki, mit kolonialem Namen Mt. Egmont ist 2518 m hoch und ist ein annähernd perfekter Vulkankegel. Dumont sagt dazu: „ Streckt er sich jedoch hüllenlos in einen Blauen Himmel, dann zählt er zu den schönsten Bergen der Erde.“ Stratford weißt überall darauf hin, dass es Namensvetter von Stratford-upon-Avon ist, dem Geburtsort Shakespeares. Straßen sind nach seinen Werken benannt und unter den Straßenlaternen hängen Bilder aus Szenen davon.

11.02.2013 Stratford bis New Plymouth

Wir stehen tatsächlich super früh auf und sind um halb sieben auf der Piste zu dem perfekten Fotospot. Der Taranaki ist sehr gut und klar zu sehen, aber vom Meer kommen Wolken auf – und zwar schnell. Als wir den Standort erreicht haben, ist der Berg weg. Zuerst sieht man noch die kleine Spitze links daneben, aber kurz danach ist auch sie verschwunden. Wir frühstücken und fahren dann zu den Dawson Falls am Taranaki. Der Berg hängt zur Hälfe in den Wolken und es ist frisch geworden.
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Der 18 m hohe Wasserfall liegt mitten im Regenwald. Die Dawson Falls sind aber ganz nett anzusehen und werden aufs Bild gebannt – ist auch nötig, denn wir sind die ganze Zeit bergab gegangen (ca 15 Min), um den Fuß der Fälle zu erreichen und müssen das alles wieder rauf. Wie erwartet brauchen wir 80 Min. für eine Tour zu den Dawson Fällen, die mit 20 Min. angegeben ist. Da der Berg immer noch in den Wolken hängt und die Straßen im Egmont Nationalpark sehr eng und kurvig sind – eigentlich nur für ein Auto – fahren wir in Richtung New Plymouth. Irgendwann kommen wir am Abzweig Lake Mangamahoe vorbei, biegen spontan ab und die Spitze des Taranaki ist sichtbar, auch wenn ein großes Wolkenband sie immer mal wieder versteckt. In New Plymouth parken wir direkt am Harbour und suchen die i-site auf. Im Anschluss daran machen wir einen Strandspaziergang – in New Plymouth ist der Sand schwarz – wir müssen ja auch unsere 3 Std. Bewegung zusammen bekommen. Bis zu der Brücke (Te Rewa Rewa Bridge), eine besondere Sehenswürdigkeit in NP fahren wir allerdings mit dem Womo, das ist uns zu weit. Danach geht es zu Abendfotos des Taranki vom Lake Mangamahoe aus und Abendessen im „Salt“ an der Waterfront. Was wir vorher nicht wussten, das „Salt“ gehört zum „Waterfront“- Hotel, dem teuersten Haus am Ort. Das Essen ist ausgezeichnet und übersichtlich (Steak und Lachs – was sonst) und auch normal im Preisverhältnis zu anderen Restaurants. Aber das Wasser, das uns serviert wird, Pellegrino, kostet 12 NZD – erstmals das wir Wasser bezahlen müssen und dann gleich das Teuerste unseres Lebens.

12.02.2013 New Plymouth bis Whakapapa

Kurz nach zehn fragen wir den Mann an der Rezeption nach dem besten, und schnellsten Weg zum Tongariro NP. Er würde die SH 3 nach Norden nehmen, auch wenn das mehr Km sind, es ist deutlich schneller als „Forgotten Hwy“ oder die gravelroad quer durch. Wir glauben ihm und folgen seinem Vorschlag.
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Mokau Beach, Flut, und Dieter muss am Strand lang gehen…. Unvernunft läßt grüßen. Eigentlich existiert schon kein Strand mehr….. Dieter rettet sich mit klatschnasser kurzer Hose zum Womo zurück Über Awakino und Piopio geht es bis Eight Mile Junction auf der SH 3, dort wechseln wir auf die SH 4, über Taumarunui, Piriaka, wo wir tanken, bis National Park. Dann ist es nur noch ein kurzes Stück über SH 47 und 48 bis wir Whakapapa erreichen, den Ort im Tongariro NP, der am Mt. Ruapehu (2797 m) liegt und der einen Campingplatz besitzt. Ein kurzer Spaziergang führt uns ins Visitor Center, in dem wir eine Broschüre der Walks im Tongariro kaufen. Leider erfahren wir auch, dass es morgen regnen soll und starke Winde aufkommen, so dass die Sessellifte auf den Ruapehu gesperrt werden, ebenso wie das Tongariro Crossing (was uns aber nicht stört). Tongariro Crossing ist sowieso nur vom Mangatepopo Hut bis zu den Emerald Seen möglich, dann muss man zurück, das letzte Stück ist immer noch gesperrt nach dem Vulkanausbruch im letzten November. Trotzdem beträgt die Zeit für die Strecke bis zu den Seen und zurück noch 5 – 6 Stunden. Um sieben ist das Licht aus Dieters Sicht passend und wir fahren die 6 km weiter den Ruapehu hoch bis Iwikau Village, auf 1600 m. Wir befinden uns nun im Lande Mordor, unwirtlich, düster, kalt und windig ist es. Überall liegen mit Flechten überzogene Lavabrocken rum. Man kann dort zur Meads Wall gehen, a spectacular rocky outcrop, ein Felsgrad, der in keine Richtung abgesichert ist. Am Ende steht man oben an einer Abbruchkante und hat einen tollen Blick auf Mt. Tongariro (1968 m) und Mt. Ngauruhoe (2291 m). Dies war auch eine Filmlocation für den Herrn der Ringe. Frodo und Sam trafen dort auf den Gollum. Der Mt. Ngauruhoe ist darin der Schicksalsberg Mt. Doom.

13.02.2013 Whakapapa bis Lake Taupo

Neuseeland Nordinsel
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Der Wetterbericht stimmt. In der Nacht fängt es an auf unser Dach zu tröpfeln, was sich auf dem Plastik immer recht laut und nach mehr als es ist anhört. Wandern und Flug sind somit heute nicht angesagt. Alle drei Vulkane sind nicht zu sehen, man glaubt durch eine Ebene zu fahren. Es ist abgekühlt auf 11?C Grad und nieselig. Die Emerald Lakes werden wir nun wohl genauso wenig sehen wie die Waitomo Caves :-(( Unser Weg führt uns zum Lake Taupo, dem größten See Neuseelands, der im Krater eines Vulkans liegt und heute das größte Forellengebiet weltweit beherbergt. Eine kurze Mittagspause, damit sich die Wolken verziehen können, dann geht es zu den Huka Falls. Die Temperatur ist schon wieder auf 24°C. Bei den Huka Falls presst sich der türkisfarbene Waikato River durch eine 15 m enge Schlucht und fällt auf einer Länge von 100 m um 25 m ab. Also nicht das, was wir unter Wasserrfällen verstehen, eher Stromschnellen, trotzdem ganz sehenswert.
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Im Anschluss daran geht zu den „Craters of the Moon“, ein geothermales Gebiet, Dumont nennt es ein „Potpurri von Dampf- und Schlammquellen“. Wir nennen es den „Flop des Tages“. Es dampft zwar überall aus der Erde, aber Schlammlöcher gibt es nur an einer Stelle zu sehen, und die auch nur mit einem Fernglas:-(( Taupo ist ähnlich wie Queenstown ein Backpackerparadies mit viel Partyspaß am Abend und Sport und Action am Tage. Mit Rotorua konkuriert Taupo um den Titel „Adrenalinhauptstadt der Nordinsel“. Wir bekommen abends durch Zufall (Dieter liest seine Mails) mit, dass der Papst vor ein paar Tagen zurückgetreten ist – unvorstellbar!! Aber Respekt!

14.02.2013 Lake Taupo bis Roturoa

Der Himmel ist strahlend blau mit einigen Fotowolken und wir machen uns auf den Weg über den Thermal Highway ins Geothermiegebiet rund um Rotorua.
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Mittags erreichen wir das erste, das „Wai-o-tapu Thermal Wonderland“. Der Rundgang soll 75 Min. dauern, wir brauchen mal wieder mehr (2,5 Std.). Es ist ganz anders als in Island, da die Blubberlöcher alle in tiefen Kratern liegen und man teilweise nur hört, nicht sieht, wie es blubbert. Die Krater haben einen Durchmesser bis zu 50 m und sind bis zu 20 m tief. Lake Ngaroko, der bei einem Ausbruch vor 700 Jahren entstand, schimmert total grün. Das Devil’s Bath ist ein gelb bis grüner Pool – tolle Farben. Die gelben Farben kommen von Schwefelausblühungen und das grün wird durch Arsensulfid hervorgerufen. Und überall dampft und blubbert es.
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Die Hauptattraktion ist der Champagner Pool, dessen Quelle mit einem Durchmesser von 65 m und einer Tiefe von 62 m die größte in der Gegend ist. Die Wassertemperatur liegt bei 74 Grad. Die aufsteigenden Perlen entstehen also nicht durch kochendes Wasser, sondern aus Kohlendioxid. Das Wasser ist mineralhaltig und enthält außer Schwefel, Arsen und Antimon auch Gold, Silber und Quecksilber. Rund um den grün schimmernden Pool, aus dem ständig H2S-Dampf aufsteigt (Erinnerungen an das erste Semester Pharmazie bleiben da nicht aus), haben sich orangefarbene Mineralien abgelagert – wunderschön, auch wenn es im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkt. Um drei sind wir wieder draußen und beschließen ein weiteres Thermalgebiet zu besuchen, das Waimangu, ein vulkanisches Tal, an dem wir um halb vier ankommen. Waimangu ist das jüngste Hydrothermalgebiet Neuseelands. Der Southern Crater mit dem Emeraldsee und der Echo Crater mit dem Bratpfannensee sind dunkelgrün, wobei das Wasser des Southern Craters kalt ist. Der Echo Crater scheint zu kochen, da überall Dampf aufsteigt. Der See ist jedoch sauer, pH 3,5 und an der Oberfläche schweben H2S und CO2. Der letzte See, der Inferno Crater See ist ungewöhnlich trübblau. Sein Wasserstand unterliegt komplizierten Zyklen und im Moment ist er relativ niedrig. Auf dem Grunde des Sees ist ein Geysir, der das Wasser auf bis zu 80 Grad aufheizt bei einem pH von 2,1 (extrem sauer). Weiter geht es nach Rotorua. Uns kommen noch viele Campervans und Autos entgegen, die in Waimangu vor verschlossenen Toren stehen werden – so richtig verstehen wir die Schließzeiten (17 Uhr) auch nicht.

15.02.2013 Rotorua bis Athenree

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Morgens erkunden wir erst einmal Rotorua City. Im weitesten Sinne kann man es mit Bad Salzdethfurt vergleichen, statt Salinen gibt es hier heiße Quellen und der Kurpark heißt Government Gardens und ist im typisch englischen Stil angelegt. Danach besuchen wir Ohinemutu, ein Maori-Dorf im Stadtbereich Rotoruas, direkt am See. Die 1910 errichtete St. Faiths Church, eine anglikanische Kirche, ist im Inneren mit Schnitzereien und gewebten Wandverkleidungen geschmückt. Wir suchen sie auf, da es dort eine Jesusstatue geben soll, die einen Maoriumhang trägt und so aussieht, als wandele sie auf dem Wasser des Lake Rotorua. Na ja, es handelt sich um ein in Glas geritztes Fensterbild und für alles andere braucht man sehr viel Fantasie. Gegenüber der Kirche befindet sich recht hübsches Maori – Versammlungshaus, das 1905 erbaute Tama-te-kapua Meeting House. Es ist für das Volk der Te Arawa heilig und darf nicht betreten werden. Aber auch von außen ist es beeindruckend.
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Gegen 11 Uhr brechen wir auf nach Matamata, heute dem Mekka der Herr-der-Ringe-Fans, früher Zentrum der Pferdezucht. Wir buchen in der i-Site, die schon wie ein Hobbithaus aussieht, die Movie Set Tour um 13:15 Uhr. Anders kommt man nicht nach Hobbingen im Auenland. In Matamata sieht man schon die ersten Auswüchse des Hobbitfiebers, ein Schild mit “ Hobbiton“, vielleicht sollte die Stadt sich umbenennen:-))) Mit dem Bus geht es in 15 Min. zum Filmset auf die Farm der Familie Alexander. Fast 1,5 Std. führt uns ein Mädel über das Gelände, auf dem 37 Hobbithöhlen zu sehen sind.
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Die Häuser sind bis auf das von Frodo nur Fake, eine Tür und dahinter ein kleiner Gang in die Hügel hineingebaut. Auf dem Hügel ist dann noch ein Schornstein, der aber keine Verbindung zum Haus hat und zum Dampfen künstlich nur stundenweise gebracht wurde. Das jetzige Hobbingen ist erst 2 Jahre alt, da das Auenland aus dem „Herr der Ringe“ verrottet war. Alles wurde exakt nach Fotos nachgebaut und gealtert. Jede Höhle hat ca. 1 Million NZD gekostet. Die Eiche oberhalb von Bag End, die kaum einer im Film wahrnimmt – nur wenige Sekunden im Bild, wurde aus Stahl und Plastik (250 000 künstl. Blätter, aus Taiwan importiert) errichtet, da die erste, die aus Matamata (geschlagen, zersägt, wieder aufgebaut) verrottet war. Da Peter Jackson, dem Regisseur, die Farbe der Plastikblätter nicht gefiel, wurden alle Blätter nachträglich am Baum angepinselt.
Neuseeland Nordinsel
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Wir besichtigen alle Hobbithöhlen von außen, in eine dürfen wir hineinsehen. Das Haus von Frodo, das auch noch ein Innenleben hat, wird nur für Hochzeiten (es gab schon 25) geöffnet. Alle Innenaufnahmen wurden ansonsten in den Studios in Wellington gedreht. Mr. Jackson hatte ein gutes Verhältnis zur Regierung, die die Filmarbeiten stark unterstützten (z.B. Straßenbau durch die Army) und so mußte jeder Pilot, der während der Dreharbeiten über den Set flog, und es waren einige, seine Lizenz gleich nach der Landung lebenslang abgeben. Alle Videoaufnahmen und Fotos wurden natürlich konfisziert. Zum Abschluss der Führung gab es ein kostenloses Bier im „the Green Dragon“. Wir habem genug von Hobbits und fahren an die Küste, die Bay of Plenty. Durch Taumaranga hindurch geht es bis Athenree zur einem Campingplatz, den der Womo-Führer empfohlen hat, unterwegs tanken wir in Bethlehem!!!

16.02.2013 Athenree bis Hot Water Beach

Wir werden morgens von unserer Nachbarin mit den Worten „Another lovely day in paradies“ begrüßt – stimmt! Die Sonne scheint, kaum Wolken am Himmel und traumhafte Temperaturen.
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Mit einem kurzen Stopp am Ocean Beach fahren wir durch bis zum Hot Water Beach. Nach einer Pause machen wir einen einstündigen Strandspaziergang. Ist schon komisch, die Bucht besteht aus kilometerlangem Sandstrand und die 100 Leute, die da sind, drängen sich auf ein 50 – 75 m Stück, um dort (2 Std. vor bis 2 Std. nach Ebbe) zu buddeln wie Kinder. In Deutschland hätte man das als Sandburg bezeichnet:-))) Spaten kann man sich für 5 NZD leihen und dann geht der „Spaß“ los. Die Buddler waren entweder junge Eltern mit Kindern oder ältere Teenies (so 18 – 30 Jahre). In den „Pools“ sammelt sich dann heißes Wasser, das aus dem Sand hervorsprudelt – irre. Um fünf Uhr fahren wir nach Hahei, wir wollen zur Cathedral Cove im Abendlicht. Vom Parkplatz aus soll es 45 Min. dauern um zum Strand runter zu laufen. Wir wollen den Sonnenuntergang nicht verpassen und sind schon in 30 Min. unten.
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Der Typ, der im Internet geschrieben hat, dass man zum Sonnenuntergang runter muss und dann mit dem Licht der Taschenlampe sich den Weg zurückleuchten muss, ist NIE dagewesen. Jedenfalls nicht zum Sonnenuntergang, denn die geht im Westen unter und die Cathedral Cove ist östlich von einer Hügelkette und liegt bei Sonnenuntergang voll im Schatten :-(((( Na ja, wir machen trotzdem einige Fotos, einige mehr. Leider sind außer uns recht viele andere Leute hier unterwegs. Wie gut, dass Conny immer das iPad dabei habe, dann kann sie die Wartezeit auf das perfekte Foto mit lesen verkürzen. Die letzten Besucher ‚verscheucht’ Dieter und kommt dann doch noch zum Foto ‚einsamer Strand’.

17.02.2013 Hot Water Beach

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Wir verlängern hier um einen Tag, brauchen Urlaub vom Urlaub. 27 °C, Sonne, wolkenloser Himmel! Bis halb vier bleiben wir auf dem Campingplatz und machen nichts, außer Fotos auswählen (wir sind schon beim Fox Glacier) und lesen….. Nachmittags besuchen wir Hahei Beach, dem angeblich schönsten Strand Neuseelands. Unsere Meinung: nett, schön, aber schönster….. Danach besuchen wir noch den Cooks Beach und machen an beiden Stränden kleine Spaziergänge. Am Ferrys Landing sehen wir die Fähre, die nach Whitianga rüberfährt und eine schöne Bucht mit dem Shakespeare Cliff. Warum ist dort nicht genauso viel los wie am Cathedral Cove? Haben die Reiseführer das nicht entsprechend gewürdigt? Oder liegt es daran, dass man nur 3 Min. Weg zum Strand hat? Wir nehmen unser Abendessen im einzigen Café in Hahei, dem „Luna“ ein und werden total überrascht. Sowohl mein Steak als auch Dieters Fish of the Day schmecken außergewöhnlich gut. 18.02.2013 Hot Water Beach bis Miranda Die Gebete der Kiwis wurden erhört, seit 3 Uhr nachts regnet es. Gestern Abend war es schon abzusehen, dass das Wetter sich ändert, denn der Himmel war bewölkt, während wir sonst immer sternenklare Nächte hatten. Dafür haben wir diese Nacht erstmalig höhere Temperaturen. Während es sonst immer zwischen 12° und 14° Grad war, ist es heute Nacht fast 20? und morgens schon wieder drüber. Gegen 9:30 Uhr verlassen wir Hot Water Beach und fahren über die SH 25 nordwärts. Bei Te Rerenga stoppen wir an einem Lookout und können sowohl in die Bay of Plenty (im weitesten Sinne) als auch in den Hauraki Golf sehen. Bis kurz nach zehn hat es noch geregnet, seitdem ist es trocken, aber der Himmel ist noch sehr bewölkt. In Cormandel machen wir einen Bummel durch die Stadt und die Craft Shops. Und dann kaufen wir den so angepriesenen smoked fish. Drei Kilometer südlich von Coromandel biegen wir in die 309 ein, um die Reste des riesigen Kauriwaldes anzusehen. 13 Kauris stehen hier noch, der größte mit einem Umfang von 6 m. Ein weiterer ist ein sogenannter siamesi kauri, da aus einem zwei Stämme werden.
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Die scenic route führt uns direkt an der Küste runter nach Süden. Wie immer heißt scenic schmal, kurvig, eng. Zwischen Straße und Strand wachsen überall Bäume, die sich krampfhaft im Untergrund festhalten – sieht irre aus. Nach dem Sammeln einiger Muscheln fahren wir an Thames vorbei bis Miranda. Dort probieren wir das Mineralbad – riecht schon etwas nach H2S.

19.02.2013 Miranda bis Auckland, Manukau

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Wir starten nach Auckland durch, diesmal nicht scenic sondern über die Hauptstraße SH 1. Gegen elf kommen wir in den weitesten Umkreis der Stadt und um halb zwölf finden in Manukau unseren letzten Campingplatz ;-(((, er im südlichsten Bereich Aucklands und nahe dem Flughafen. Um drei Uhr fahren wir los in die City of Auckland. Überall in Neuseeland gibt es ausreichend Parkplätze, auch in Auckland, aber nicht einmal Dieter schafft es unser 3,30 m hohes Womo in eine 2,10 m hohe Parkgarage zu bugsieren. Endlich finden wir einen Platz, auf dem wir parken könnten, da ist die Einfahrt zu eng und zu schmal. Dann entdecken wir den ultimativen Parkplatz, wie für uns gemacht, an der Town Hall. Leider ist er bis 18 Uhr für Stadtbedienstete vorgesehen und man rät uns die eineinhalb Stunden bis dahin woanders zu verweilen. So kommen wir nun doch zuerst auf den Mt. Eden statt in die Innere City. Mit uns erklimmen gefühlte 1000 asiatische Bustouristen den Hügel, bzw. Vulkankrater.Die Aussicht ist gut, aber uns haut das momentan nicht vom Hocker. Parkplatzsuchengeschädigt! Die Zeit verrinnt, es ist schon halb sechs, also geht es zurück in die City. Um zehn vor sechs erreichen wir den Parkplatz und Dieter will ein Ticket ziehen, aber das geht erst um sechs, also warten…. Eine Lady rät uns noch auch mit dem Womo nur einen Parkplatz zu belegen, sonst könnte es Ärger geben, also parkt Dieter haargenau in eine Autoparklücke. Perfekt!!!! Unser erstes Ziel ist der Hafen und wir machen uns auf den Weg. Dieter hätte gerne eine Zwischenmahlzeit und MacD liegt direkt vor uns. Beim Anstehen an der Kasse stellen wir fest, das Portemonnaie fehlt. Noch bricht keine Panik aus, zurück zum Womo, da muss es ja liegen. Als wir es nicht sofort finden, wird uns schon etwas wärmer und der Adrenalinspiegel, der eh schon von Fahrt und Parkplatzsuche etwas erhöht war, steigt noch mehr an. Gott sei Dank, es liegt auf dem Fotorucksack :-))))).
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Ein neuer Start, auf zu MacD. (free wifi!), danach weiter zum Ferry Building. Im Hafen liegt die Queen Victoria der Cunard Line, ein riesiger Pott. Wir wandern noch etwas im Hafenbereich rum und gehen dann am Skytower und Sky City vorbei zu unserem Parkplatz. Mittlerweile sind auch nicht mehr so viele Autos auf den Straßen wie vor zwei Stunden. Alle Geschäfte sind ja auch zu, es ist ja schon halb acht. Ein kurzer Abzweig noch zu den Segelschiffen in der Westhaven Marine. Die Sonne geht unter und Dieter hat keine Lust mehr auf idyllische Fotos… Und ich keine mehr auf Abendessen… Also durch die City zurück und dann auf den Motorway 1 nach Süden. Die Fahrt nach Manukau schaffen wir auf dem Motorway in der halben Zeit, aber der Canpingplatz liegt schon ziemlich im Süden Aucklands. Morgen wollen wir beide nicht mehr nach Auckland rein! Außer uns haben wir auch kein Womo in Auckland fahren oder stehen sehen…… das muss einen Grund haben.

20.02.2013 Auckland, Manukau

Auckland – oder doch nicht Auckland!
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Unser letztes Frühstück draußen für lange Zeit, denn in Deutschland ist es um die 0° Grad und am Wochenende soll es sogar schneien. Die angenehmen Temperaturen werden wir sicher vermissen!!!! Unsere Vorräte sind nahezu aufgebraucht, jedenfalls die frischen, etwas Honig, Marmelade und Margarine sind noch übrig. Und natürlich Massen an Salz, wie bei allen Womo-Touristen, sonst würden nicht in den Verleihzentren und Campingplätzen nahe Flughäfen so viele Packungen rumstehen. Auch wir werden unsere dazu stellen. Wir verzichten auf einen weiteren Besuch Aucklands und verbringen unseren letzten Tag in Aotearoa auf dem Campingplatz, ganz ruhig, auch wenn es schönere Plätze gibt. Ein letztes Mal Tanken bei Z, dann geht es zurück zum Holiday Park, Camper reinigen und einpacken. Neun Uhr – fertig!! Conny bekomme noch einen mittelgroßen Schreck, weil plötzlich die Datei mit ihren ganzen Mitschriften kaputt ist, aber Dieter konnte sie retten – wie schnell mach doch zum Held werden kann.

21.02.2013 Abreisetag

Abreisetag! Conny wird auch ohne Wecker um halb sechs wach – Reisefieber:-))) Halb neun verlassen wir den Campingplatz und fahren zum Flughafen. Dort müssen wir feststellen, dass wir schlecht vorbereitet bin für den letzten Tag. Am Airport gibt es kein rental return für Womos. Auf unserer Auftragsbestätigung steht auch, dass der Camper in Mangere abgegeben werden soll. Wo ist das???? Zurück in Richtung Stadt und den Ortsteil suchen, an einer Mobil Tankstelle fragen und „Gott sei Dank“, es ist nur zwei Querstraßen entfernt. Leicht gestresst kommen wir dort um viertel nach neun nach – Zeit genug. Die Abgabe des Campers verläuft unproblematisch und der Shuttlebus liefert uns um zehn am Airport ab. Wir sind übrigens 4603 km in New Zealand gefahren! Das Einchecken findet erst ab 10:15 Uhr statt, d.h. wir sind noch viel zu früh da, und wir bekommen für alle drei Flüge Plätze am Notausstieg – besser geht es nicht (einen davon müssen wir nur bezahlen, den vorgebuchten). Rückflug von Auckland aus nach Melbourne um 13:30 Uhr – 13:40 Uhr heben wir ab. Bis Melbourne klappt es super, und dann geht erneut das Drama los. Wir sitzen rechtzeitig in der A 380 nach Singapore/London – und dann sitzen wir…. Nach zwanzig Minuten gibt es die erste Ansage: Thunderstorm nördlich der Startbahn Melbourne, wir müssen warten. Nach einer guten Stunde kippt vor der Toilette vor uns eine Lady aus den Latschen – medizinische Betreuung einer Ärztin erfolgt sofort, aber die Dame kommt nicht wieder auf die Beine. Zwanzig Minuten später wird entschieden einen Rollstuhl zu ordern und die Frau verläßt das Flugzeug. Jetzt könnten wir starten, aber da die Frau den Flieger verlassen hat, muss auch ihr Gepäck raus – Sicherheitsgründe. Das wird nun gesucht….. Nacht 2:45 Stunden hebt die A380 endlich vom Boden ab!!!! Wie es wohl weitereht? Wir haben in Lodon 2:30 Std. Umsteigezeit :-(((. In Singapore gibt es eine gute Stunde Zwischenstopp, aber wir wissen ja auch nicht, was regulär gewesen wäre, denn den Stopp unterschlägt man ja immer bei der Buchung. Jetzt sitzen wir wieder im Flieger, weitere 12 Std. bis London liegen vor uns. Die ersten paar verschlafen wir dank Adumbran, aber auch weitere acht können lang werden.

22.02.2013

Unglaublich, aber wahr, wir schaffen unseren Anschluss in Heathrow. Ankunft in Hannover – pünktlich und der Shuttle Bus ist auch kurz nach uns da und bringt uns nach Hause.
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Das Ende einer traumhaften Reise !!!!!!

Unsere persönlichen Neuseeland-Anmerkungen

  • In Neuseeland laufen viele Backpacker? wie Hobbits rum – barfuß :-)))
  • Vor jeder Kurve wird mit einem Hinweisschild angekündigt mit welcher Geschwindigkeit die durchfahren kann. Das schwankt zwischen 15 und 85 Km/h. Sehr hilfreich – wir haben uns immer daran orientiert und überlebt.
  • Es gibt fast genauso viele One lane bridges wie normale Brücken.
  • New Zealand ein Traum für Oldtimerfans. Wir haben noch nie so viele toll aufbereitete Oldtimer gesehen.
  • In Neuseeland gibt es keinen Ort, der weiter als 128 km vom Meer entfernt ist.
  • Manchmal muss man weiter fahren, um schneller ans Ziel zu kommen – sehr viele scenic routes sind auch sehr kurvenreich.
  • Reisebüros heißen hier nicht travel agency sondern flight center.
  • Campingplätze heißen Holiday Parks (in USA RV Parks) und sind viel schöner als die in den United Staates.
  • Auch als Autowanderer kann man viel sehen und erleben.
  • Die meisten Kiwis sind sehr sportlich – noch nie so viele Jogger im Urlaub gesehen – es gibt aber auch einige, wenige Wale (Übergewichtige).
  • Einige Kirchen wurden schon umgewandelt in Arts Centre oder Cafés und Restaurants.
  • Um fünf Uhr nachmittags werden die Bürgersteige hochgeklappt, dabei ist es bis neun Uhr hell. Shoppen (außer im Supermarkt) ist auch nur bis fünf möglich.
  • Dieter findet IMMER einen Parkplatz, auch für das Womo:-))) – nur in Auckland nicht
  • Teilweise könnte man glauben, es gibt in Neuseeland genau so viele Kühe wie Schafe.
  • Es scheint, als ob Neuseeland nur aus Hügeln und Bergen besteht. Ist eine Straße mal eben, dann läuft sie mit Sicherheit zwischen Hügeln durch.
  • Aoteroa, ein Paradies für Mountainbiker.
  • Linksfahren mit dem Auto ist überhaupt kein Problem (für Dieter), es wird nie die falsche Einfahrt genommen. Aber Linksverkehr für Fußgänger ist nicht so einfach. Ständig erwarten wir die Autos von der anderen Seite und sind überrascht.
  • Wie jedes Mal, wenn wir in einem Land mit Linksverkehr sind und Conny auf der „falschen“ Seite als Beifahrer sitze, verwechsele sie rechts und links. Sie sagt Dieter, er soll rechts abfahren, zeige aber nach links. :-)))) oder umgekehrt :-((((
  • Auf den Campingplätzen gibt es mehr Cabins als Stellplätze für Campervans oder Zelte.
  • Wir haben keinen Kiwi (Vogel) gesehen und keine Kiwi (Frucht) gegessen, finden die Kiwis (Neuseeländer) aber sehr sympathisch.
  • Warum die Neuseeländer Kiwis heißen ist eigentlich unsinnig, den Kiwi-Vogel sieht man eh nie und hier gibt es alle möglichen Früchte, Beeren aller Art, Kirschen, Äpfel … nur Kiwi-Früchte sind sehr selten. (Vielleicht schmeckt denen Kiwis – Kiwis nicht??)
  • Es muss warm gewesen sein, denn Dieter ist bis auf 1-2 Tage mit kurzer Hose und T-Shirt rumgelaufen.
  • Asiaten laufen üblicherweise mit langen Hosen und langärmelig, betucht oder mit Hut rum. Wer letzteres nicht hat, benutzt seinen aufgespannten Regenschirm gegen die Sonne. Der/die eine oder andere braucht zusätzlich einen Mundschutz. Wenn sich in zwanzig Jahren rausstellt, dass Asiaten weniger Lungenkrebs bekommen, wissen wir warum…..
  • Als Zontian müsste Conny wahrscheinlich am wichtigsten sein, das in Neuseeland 1893 weltweit erstmalig die Frauen Wahlrecht bekommen haben.
  • Wir hatten einen Tag Regen, zweimal nachts bis morgens um 10 Uhr Nieselregen, ansonsten strahlendblauen Himmel mit Fotowölkchen und sternenklare Nächte. Das ist nicht normal – das haben wir nicht erwartet – das war aber sehr, sehr angenehm.

Neuseeland allgemeine Infos – Für Erdkunde-Interessierte

Neuseeland entstand vor ca. 100 Millionen Jahren durch eine tektonische Auffaltelung an der Grenze zweier Kontinentalplatten. Dies bescherte dem Land eine Reihe einzigartiger Tierarten, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Außerdem wurde Neuseeland früh von anderen Landmassen isoliert, so dass viele Landsäugetiere fehlten. Ohne natürliche Feinde verloren viele Vogelarten ihre Flugfähigkeit und wurden zu Laufvögeln. Durch die Siedler kamen Ratten, Hunde, Marder und Füchse ins Land und die Vögel in Gefahr. Geografisch zählt Neuseeland zu Ozeanien, einem etwas schwammigen Begriff für die Inseln und Inselgruppen des Pazifiks, die geologisch gesehen keinem bestimmten Kontinent zugerechnet werden können. Aotearoa, Land der langen weißen Wolke, nennen die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, ihr Land. Es umfasst die beiden rund 1600 km südöstlich von Australien gelegenen Hauptinseln und eine Reihe kleinerer Inseln. Das gesamte Gebiet umfasst 270.534 Quadratkilometer, wovon fast 99 % auf der Nordinsel und Südinsel liegen, die durch die rund 35 km breite Cookstraße getrennt sind. Mit rund 4,1 Mio. Einwohnern leben in Neuseeland aber gerade 5% der Menschen, die in Deutschland auf 357.121,41 km leben. Neuseeland liegt über der Nahtstelle der Indo – Australischen und der Pazifischen Platte und ist damit Teil der „Ring og Fire“, einer Randzone des Pazifischen Ozeans. Dies führt zu 14 000 Erdstößen jährlich, von denen aber nur etwa 100 bemerkt werden.